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Wie ich mir Kinderbetreuung wünsche

Kinderbetreuung ist ein komplexes und schwieriges Thema. Wir alle brauchen sie, denn wir arbeiten. Und das geht mit Kindern eben in unserer Gesellschaft nicht so sehr gut.

Denn das mit der Kinderbetreuung, dass ist ein Durcheinander:

  • Großeltern, Tagesmutter, Großtagespflegestelle oder Kita für die ganz Kleinen
  • Kita oder Kindergarten für die 3-6-jährigen
  • Hort, OGS, Schulbetreuung, Großeltern oder gar nichts für die Grundschulkinder
  • Hort, AG-Angebote, Ganztagsschule, Jugendtreff für die älteren Kinder

… wenn man denn einen Platz bekommt, oder es überhaupt etwas gibt für die Grundschulkinder, von denen auf der weiterführenden Schule gar nicht zu reden.

Es ist gruselig, dass ein so reiches Land wie Deutschland es nicht hinbekommt, eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Kinderbetreuung zu gewährleisten.

Aber wie sieht die aus?

Wunschtraum Betreuung

Man wird ja noch träumen dürfen….

Ich wünsche mir

  • gemischtaltrige Gruppen von 0-14 Jahren, wo die Älteren Verantwortung für die Jüngeren übernehmen und die Jüngeren von den Älteren lernen können.
  • verlässliche Betreuungspersonen, die viel Zeit für die Kinder haben und nicht so viel Zeit für Bürokratie verwenden müssen. Die sich kümmern, die ganz Kleinen tragen, selbstverständlich abgepumpte Muttermilch füttern, und sich um die Bedürfnisse der Kinder sorgen. Dafür sollten sie auch anständig bezahlt werden und ausreichend Kolleg*innen (ja, bitte alle Geschlechter) haben, damit sie nicht überfordert sind.
  • Viel Platz drinnen und draußen. Mit Klettermöglichkeiten (gerne Bäume), einem Nutzgarten, vielleicht ein paar Tieren, Rückzugsmöglichkeiten und ganz viel Raum für Kreativität und Ausprobieren.
  • frisch gekochtes Essen, am besten gar unter Beteiligung der Kinder, abwechslungsreich und gesund.
  • Mitbestimmung für alle, die Kinder, die Betreuungspersonen und die Eltern. Damit alle die Möglichkeit haben, ihre Ideen und Vorstellungen mit einzubringen und Demokratie und Vielfalt gelebt werden.
  • Öffnungszeiten das ganze Jahr über und von früh bis spät. Eben so, wie die Familien es brauchen. Das kann auch mal variieren, z.B. über eine Bedarfsabfrage, und dann angepasst werden, wenn sich der Bedarf verändert hat.

Klingt irgendwie nach Bullerbü?

Ja, aber so wäre Kinderbetreuung wie ein zweites Zuhause. Sie wäre vielleicht nicht mehr so pädagogisch durchstrukturiert, wie bisher, dafür wäre sie artgerechter und orientiert sich an den Bedürfnissen der Kinder wie der Eltern.

Wie gesagt, man wird ja mal träumen dürfen…

 

1 Kommentare

  1. Veronika sagt

    Och ja. Meine Grundschulzeit war Ausgleich zu meiner nicht-gesunden Familie. Wir wurden stufenübergreifend unterrichtet, da ich aus einem Dorf komme und es nicht genug Kinder gab um eine Klassenstufe zu bilden. Auch gab es nicht genug Kinder für ein Schulgebäude, so haben wir einfach ein Stockwerk eines Familienhauses genommen. Und es gab ein Pensum, wir durften aber mit älteren lernen und umgekehrt, durfte bei Bedarf, auch mit jüngeren geübt, gefestigt werden. Unsere Vesperboxen haben wir am Anfang des Tages auf den Tisch geleert, der Inhalt wurde mundgerecht geschnitten, damit alle die gleiche Chance haben. Und ich komme aus einer Diktatur. Wir durften dann nicht schick angezogen sein, es gab aber auch kein Mobbing. Ich habe schon Angst, wenn ich an Einschulung meiner Tochter denke.

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