Was Corona mit uns macht

Hier war es jetzt eher still, sorryforthat – aber uns fehlten so sehr die Worte zu dem, was gerade passiert.

Ein paar Wochen social physical distancing in Deutschland, Kontaktverbote bis hin zum kompletten shutdown in anderen Ländern. Hunderte Tausende Zehntausende Tote. Die meisten älter, einige jünger. Viele sterben allein, isoliert auf den Intensivstationen. In Italien sterben sie auch in den Wohnräumen, die Krematorien dort müssen seit Wochen 24/7 durchlaufen. So viele Tote, auf so kurze Zeit.

Wer nicht infiziert ist, soll die physischen Kontakte mit Menschen außerhalb der engsten Kernfamilie vermeiden. Möglichst daheim bleiben, von dort aus arbeiten. Die Kinder haben schulfrei, quasi.

Soziale Einsamkeit tut weh!

Menschen sind eine sozial aufziehende Art. Wir sind ja schon nicht für die Kernfamilie als solches gemacht. Jetzt brechen auch die üblichen anderen Kontakte weg. Alles, was nicht digital ist, heißt das.

Das tut weh. Und dieser Schemrz ist spürbar. Er macht sich bemerkbar, in den Diskussionsgruppen, unter Artikeln von Pressekonferenzen. Die Menschen diskutieren – teils bis aufs Blut.

Unfreiwilliges #quasihomeschooling ist keine Lösung!

Einige Bundesländer haben per Dekret das Erteilen von Aufgaben untersagt. In anderen läuft der Unterricht inklusive Anwesenheitspflicht vor den Bildschirmen (ja, mit Kamera-an-Zwang!) täglich mind. 4h weiter.

Haben alle Kinder die dafür nötige elektronische Ausstattung? Nö.

Haben überhaupt alle Kinder die dafür nötigen Internetleitungen, um mal eben stundenlang Arbeitsblätter zu empfangen? Nö.

Sind Lehrkräfte überall darauf ausgerichtet und dafür weitergebildet, umfassend digitale Lernvermittlung auszuüben? Nö. Und ergänzend dazu für die, die bisher nur offline unterrichten sollten/wollten: Kriegen sie ausreichend Zeit, um stabile Konzepte zu entwickeln und mit den Schülerinnen und Schülern zu erarbeiten? Wieder nö.

Und ein noch größeres NÖ dazu, ob überhaupt alle Eltern, überall, jederzeit, die Ressourcen zur Unterrichts-Übernahme haben. Mir fällt das schwer. Es hat seinen verdammt guten Grund, dass ich niemals auch nur eine Sekunde daran dachte, Lehrerin zu werden. Ich bin ungeduldig, perfektionistisch – und es fällt mir so extrem schwer, diese winzig kleinen Fortschritte ausreichend zu honorieren.

Es ist eine große adhoc-Aktion, die gerade läuft. Da bleibt viel auf der Strecke. Vor allem die Kinder, die jetzt daheim sitzen müssen und in Arbeitsblättern ersticken. Oder seit Wochen weder von Freunden noch von der vertrauten Lehrkraft auch nur einen pieps gehört haben.

Das wird man ja wohl noch ansprechen dürfen!

Da diskutieren Politiker und Journalisten in aller Öffentlichkeit, ob man nicht die Alten und Kranken besser opfert, damit die Wirtschaft nicht zu lange brach liegt. Oder die geistige Gesundheit derjenigen, die jetzt gerade „eingesperrt“ wären. Das hinterlässt ja auch alles Spuren, ist klar ne.

Ob es da nicht sinnvoller wäre, die Senioren würden zugunsten ihrer Enkel:innen dann jetzt mal fix die Durchseuchung durchstehen (oder auch nicht). Und andere Risikopatienten halt auch.

Da wird auch gefragt, ob wir (Deutschen) denn jetzt wirklich unsere Intensiv-Beatmungsbetten für italienische Mitbürger:innen hergeben sollen. Ob „wir“ nicht besser Leerstand zulassen, weils ja auch eh bald bei uns soweit wär und dann bräuchten wir die doch für „uns“!

Außerdem sind Einkäufe auch kein Familienevent. Wer mitsamt Kind einkaufen geht/gehen muss, ist wohl Spaßbürger und ignorant. Wenn ich dieses Meme noch einmal sehen muss, fliegt wohl leider etwas durch die Gegend. Im besten Fall eine Kaffeetasse, im schlechtesten Falle der Laptop. Mein eines Kind jedenfalls leidet, weil so viel Alltag unmöglich ist. Und das gemeinsame Einkaufen, das IST Alltag für uns. Normalität. Er bleibt daheim. Er versteht die Begründung, er weiß um die Notwendigkeit. Das heißt aber nicht, dass auf den kindlichen Wunsch nach Normalität Spott wie aus Eimern gegossen werden darf.

Empathie, anyone?

Ja, es ist Krise. Aber der Ton und das, „was man ja wohl noch sagen darf“ wird täglich härter. Bald haben wir Diamant-Status erreicht. Dann gibts nicht mehr viel obendrüber.

Ich weiß nicht, wie die anderen empathischen, mitfühlenden Menschen da draußen das aushalten. Mir fällt es schwer. Sehr, sehr schwer.

Mich drücken die Todeszahlen nieder, bleischwer legen sie sich mir auf die Seele. Ich muss mich in Arbeit und Musik vergraben, um das ertragen zu können. Das heißt aber auch, dass meine Stimme da draußen immer seltener erklingt. Ich kann oft nicht mehr mäßigen, ich kann nicht an die Vernunft appelieren. Oder daran, rücksichtsvoll darauf zu vertrauen, dass Epidemolog:innen und gewählte Polikter:innen verantwortungsbewusst handeln werden.

Das überlässt das Feld denjenigen, die die Verschwörungstheorien verbreiten wollen. Und denen, die mit „aber das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“ argumentieren. Das macht aus Gruppen, Foren und Kommentarspalten Felder, auf denen der Hass blüht.

Wenn ihr die Kraft habt: Argumentiert ihr bitte dagegen an? Verschenkt likes und Herzchen an diejenigen, die besonnen argumentieren. Es scheint so wenig zu sein, aber die psychologischen Effekte sind trotzdem da. Versprochen.

Markiert Falschmeldungen. Verteilt stattdessen positive Meldungen und Hilfsangebote aus der Nachbarschaft.

Und der positive Blick?

Ich will immer, bei allem, auch das Positive sehen. Momentan fällt es mir schwer. Aber es gibt ganz ohne Frage einen großen Zusammenhalt. Vermietende, die Mietenzahlungen erlassen. Vereine und Ehrenamtliche, die für Risikogruppen Hilfe organisieren. Supermärkte, die spezielle Einkaufszeiten für Senioren oder med. Personal reservieren.

Das berührt mich sehr. Ich weiß aber nicht, ob das ausreicht. Ob es uns alle aus dieser gesellschaftlichen Schieflage herausholen kann.

Und bis dahin? Bis wir das alles überstanden haben? #staythefuckhome. Danke schön!

Hochsensibel Mama sein (Kathrin Borghoff)

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Kathrins Posts über die Entstehung ihres Buchs hatten wir regelmäßig verfolgt. Und dann lags auch schon hier, ich hatte die ersten Seiten regelrecht verschlungen.

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Jetzt bin ich komplett durch. Willst du wissen, wie ich das Buch „Hochsensibel Mama sein. Das Ressourcenbuch.“ finde?

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