#wmdedgT im Mai: Kindfrei- & Feiertagsmodus

Einmal im Monat und immer am 5. stellt Fr. Brüllen die Frage: Was macht du eigentlich den ganzen Tag (#wmdedgT). Und, wie war dein Tag heute? Meine war entspannt, easy und selbstbestimmt. Weil: Ich war ganz alleine. Am Feiertag. An einem Montag.

Der #wmdedgT startet so gegen kurz vor 8

Der Gatte ist pünktlich um 05:00 Uhr aufgestanden und hat sich in Richtung Arbeit begeben. Ich nicht, ich verpenne das wie üblich und werde erst so gegen 08:00 Uhr wach. Der Hund begrüßt mein Aufstehen verschlafen und wir machen uns an die übliche Morgenroutine: Kaffeemaschine aufheizen lassen, im Garten pieseln gehen (der Hund) und im Bad verschwinden (ich). Die Kinder sind im Urlaub bei den Großeltern, der Gatte ist arbeiten und kommt erst am nächsten Morgen wieder. Ich genieße die Stille hier am Morgen und das keiner schreiend ins Bad geplatzt kommt.

Danach treffen wir uns wieder im Wohnzimmer, der Hund und ich. Während ich noch überlege, womit ich heute am Feiertag – ALLEINE! – anfangen will, schweift mein Blick über den dreckigen Tisch, die Hundehaare am Boden und die unaufgeräumte Küche. Ok. Ich WILL zwar nicht, aber ich weiß schon, womit ich anfange.

Irgendwas gegen 10:00 Uhr: Frühstücken!

Ich habe gesaugt, gewischt, den Geschirrspüler einmal aus- und wieder eingeräumt, den Esstisch komplett gereinigt und zwei Arme voller herumliegender Wäsche aus dem Wohnzimmer getragen. Und dabei herzhaft und laut vor mich hingeschimpft. Ich bin ein Fan davon, das alles an seinem Platz liegt und dann auch aufgeräumt wird. Warum bin ich die einzige hier, die das logisch und sinnvoll findet?!

Nun, jetzt entspricht es hier jedenfalls eher dem, was ich mag. So leer ist der Tisch sonst NIE!

Jetzt kann ich den ersten Kaffee des Tages genießen. Zum Frühstück gibt es ausnahmsweise Pfannkuchen (Ausnahmsweise, weils unter der Woche sonst nie… naja…meistens jedenfalls keine gibt). Weil mir danach ist, probiere ich welche mit Mandeln anstelle von Weizenmehl. Das Ergebnis ist so lala. Aber geht schon.

Und dann starte ich mit der Arbeit, mit den Mails zuerst und dem anderen Kram im Anschluss. Zwischendurch zur Auflockerung verblogge ich noch das zurückliegende Wochenende als #wib.

Möglicherweise erspähe ich dabei Tafel-Etiketten zum Aufkleben bei Susanne von Frau Mierau und möglicherweise *hust* musste ich auch direkt welche bestellen. Plus Tafelfolie für den einen doofen Schrank am Küchentresen. Und Kreidestifte auch noch..

Mit der Arbeit ist das heute so eine Sache: Ich müsste direkt heute möglicht viel erledigen. Schließlich ist es ruhig hier, ich habe Zeit und absolut niemand unterbricht mich. Das bin ich aber schon so dermaßen nicht mehr gewöhnt, das ich ganz zappelig werde. Vielleicht kann ich noch was anderes aufräumen und sortieren?

Ha, das ist es! Also sitze ich noch eine Stunde in meinem Büro (anstatt am aufgeräumten sauberen Esstisch) und sortiere alten Papierkram aus. Dabei tauchen auch ältere Druckerpatronen auf – die Drucker besitzen wir gar nicht mehr?! Die kann ich auch gleich in den regionalen Verkaufsgruppen posten und hoffen, das ich sie fix los werde..

Den Drucker stelle ich auch noch um, der hat an seiner bisherigen Stelle eher gestört. Natürlich reicht jetzt das Druckerkabel nicht mehr und ich hab keinen Schimmer, wo der Gatte die Ersatzkabel aufbewahrt. Alles an seinem Platz, sag ich da nur! Muss er dann wohl morgen für mich finden…

Irgendwann gegen 15:00 Uhr: Mittagessen

Wer weise plant, hat auch am Feiertag ausreichend Futter im Haus. Oder er improvisiert. Ich bin mehr so der Improvisationsfan, vor allem wenn die Kinder nicht da sind. Einen „Feta-Schinken-Tomaten-Burger“ kriege ich zusammen. Passt doch!

Noch Tee dazu und weil der Gatte neulich damit anfing, auch noch Skizzen dazu, wie wir das Wohnzimmer umstellen könnten. Er hats vorgeschlagen, ich bin definitiv dafür.

Nochmal: Seht ihr diesen umwerfend leeren Tisch? Ich kann mich da wirklich drüber freuen, wie meine Kinder sich über Eis freuen. Den Hund lässt das heute alles kalt, der pennt den kompletten Tag auf der Couch und scheint die seltene Ruhe sehr zu genießen.

Am Freitag abend waren wir auf einem Nachtmarkt mit Flohmarkt. Ich hatte dort einige ältere Modeschmuckketten gesehen und spontan die Idee, die Materialien gut für neue Kreationen verwerten zu können. Einfach nur für mich, weil mir das als Hobby Spaß macht – aber gekauft habe ich natürlich keine. Das geistert mir heute solange im Kopf herum bis ich bei Ebay ein kleineres Sortiment an altem Schmuckgedöns gekauft habe. Jetzt ist es besser, mein Kopf wird langsam wieder frei. Das auflösen der alten Ketten und das neu-anordnen kann ich gut mit Kind 1 zusammen machen, die daran richtig Freude hat. Sonderlich viele gemeinsame Aktivitäten haben wir beide nicht, für ihre Nähleidenschaft kann ich mich leider so gar nicht erwärmen.

Dann fließt doch so langsam wieder kreative Arbeitsenergie und ich taste mich Stück für Stück dem Auftrasgsende entgegen. Nach der Arbeit ist vor der Buchhaltung, da warten auch noch einige Rechnungen auf mich. Leider die von der Sorte, die bezahlt werden wollen …

Blöderweise ploppt dabei die Meldung am iPad auf, ich solle doch mal das Betriebssystem aktualisieren. Und blöderweise halte ich das gerade heute für eine gute Idee!

Viel bangen und reichliche Minuten später läuft mein Schätzchen dann wieder.Der Gatte ruft zwischendurch an und will wissen, wie mein Tag bislang war („Ruhig. Easy. Alles gut!“) und was wir morgen machen. Er hat sich sogar schon Kalender-Erinnerungen gestellt, denn morgen haben wir Hochzeitstag – und das Jubiläum letztes Jahr hat er tatsächlich total verpennt. Ich finds nicht so wichtig und habe keinen Plan, was wir machen sollten oder könnten – vielleicht gehen wir Eis essen. Oder so. Besonders romantisch bin ich wohl nicht, fürchte ich.

Auf den Schreck mit dem Tablet bekommt der Hund erstmal seinen Spielball mit Leckerchen befüllt, ich mach mir noch einen Tee und gehe baden. So ganz entspannt. Alleine. Ohne Unterbrechungen. Mit einem neuen Buch. So vergeht ganz schön Zeit und es ist nach 21:00 Uhr, bis ich in der Küche meinen derzeitigen Lieblingssalat schnibbele und es mir mitsamt Laptop auf der Couch gemütlich mache.

Im großen und ganzen ist das einer dieser klischeemäßigen Tage im Homeoffice, die sich andere Leute immer gern vorstellen – rumfaulenzen, anderne Kram machen, entspannen und nebenher arbeiten. Tatsächlich fällt mir das „locker lassen und am Feiertag eben nur wenig machen“ richtig schwer und gleichzeitig weiß ich auch, das ich gute Texte und saubere Arbeit nicht erzwingen kann. Jedenfalls nicht immer.

Jetzt liegt der Hund neben mir und schnauft leise im Schlaf, das Haus ist still und der Tag hat sich gut angefühlt. Ich hab das viel zu selten, diese Tage komplett für mich, ganz alleine. Umso mehr genieße ich sie dann aber.

Und, was machst du so den ganzen Tag?


#wmdedgT ist eine Inspiration von Frau Brüllen.

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Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann, zwei Kindern & Bürohund in enger Gemeinschaft. Feministisch angehaucht, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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