Wenn die Eltern alt werden

Lange schon überlege ich, diesen Beitrag zu schreiben. Denn auch die Unterstützung der Eltern gehört zur Vereinbarkeit dazu. Aber ich habe es bisher immer verschoben. Aber jetzt, angesichts der aktuellen Entwicklungen, kann ich mich nicht mehr darum drücken.

Meinen Eltern geht es ja noch gut.

Ja, sie werden langsam alt, habe ich lange gedacht und dabei völlig von mir weggeschoben, dass sie bereits über 80 Jahre alt sind. Dann kamen die ersten Wehwechen. Dann ein Kreislaufkollaps bei meiner Mutter. Mein Vater wurde immer kurzatmiger. Die Diagnose COPD. Und mir wurde bewusst, dass meine Eltern nicht „alt werden“, sondern alt sind.

Sie brauchen Unterstützung und Hilfe. Nicht nur in Corona-Zeiten, in denen wir selbstverständlich gerade das Einkaufen übernehmen. Und sie versuchen zu schützen.

Nein, auch sonst besorgen wir die schweren Wasserkästen, kümmern uns um den Garten und helfen, wo wir gebraucht werden.

Und das wird mit der Zeit immer mehr.

Vorbereitungen

Jetzt wo sie gerade Zeit hat, überarbeitet meine Mutter die Liste mit den Adressen. Die Anschriften der Menschen, die wir bei ihrem Tod benachrichtigen sollen.

Und ob ich mir die Patientenverfügung bitte noch einmal durchlesen kann, denn schließlich bin ich eine der Personen, die im Falle des Falles diese durchsetzen sollen.

Und eine Liste mit Passwörtern und Versicherungsunterlagen macht sie auch noch fertig.

Hilfe!

Mir fällt es sehr schwer, damit umzugehen. Einerseits finde ich es sehr gut, dass meine Eltern ihre Angelegenheiten regeln wollen. Andererseits möchte ich ja nicht, dass wir diese Unterlagen brauchen und möchte mich daher auch nicht mit ihnen beschäftigen. Ich will meine Eltern noch möglichst lange behalten.

Corona

Und jetzt kommt auch noch Corona. Das macht mir Angst und ich fühle mich hilflos. Wenn ich dann noch Kommentare lese, dass die über 80-jährigen ja eh bald sterben würden, dann kommen mir die Tränen. Denn ich möchte noch keine Waise werden. Dazu fühle ich mich zu jung.

Wie ich damit umgehe

Ich rede viel. Mit meinen Mann, aber auch und gerade mit meinen Eltern. Und ich versuche, die gemeinsame Zeit mit schönen Dingen zu füllen. Ansonsten versuche ich, die Angst nicht zu groß werden zu lassen, indem ich weitermache.

Helft ihr mir?

In der nächsten Zeit wird das Thema Alter und Pflege bestimmt eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Und so soll es auch hier auf dem Blog seinen Platz finden. Dabei möchte ich euch um Hilfe bitten.

  • Was bewegt euch rund um dieses Thema?
  • Was wollt ihr wissen?
  • Möchtet ihr uns eure Geschichte erzählen über die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf?
Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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