Rezension: Feindbild Mutterglück

Auch das Buch „Feindbild Mutterglück“ von Antje Schmelcher habe ich eher zufällig in der Stadtbibliothek entdeckt. Und auch hier hat mich der Untertitel gelockt. Er lautet: Warum Muttersein und Emanzipation kein Widerspruch ist.

Worum geht es?

Das Buch ist ein Plädoyer dafür, dass der Feminismus sich auch für die Mütter einsetzen muss. Denn – so die Autorin – Mutterschaft ist etwas, was von den meisten Feministinnen abgelehnt wird. Und auch der Staat tue dies. Denn Kinder kriegen sollen Frauen, vor allem die gut ausgebildeten, studierten. Aber wenn die Kinder dann da sind, stören sie die Karriere der Frauen.

Antje Schmelcher kritisiert die wirtschaftsfreundliche Politik, die alles dafür tut, dass Frauen möglichst schnell wieder Vollzeit arbeiten, ohne sich darum zu kümmern, ob sie das überhaupt wollen.

Außerdem kritisiert sie, dass der Staat einseitig Kinder von Akademikerinnen fördert, Alleinerziehende, studierende oder arbeitslose Mütter aber im Stich lässt. Schmelcher witter dahinter den Wunsch, dass deren Kinder vom Staat nicht erwünscht seien.

Das zweite Feindbild sind alle möglichen Spielarten von Feministinnen, die die Autorin ausmacht und zwepflückt. So wettert sie gegen Gleichheitsfeministinnen, Großraumbürofeministinnen, Vulgärfeministinnen und noch einige mehr. Sie regt sich über die angebliche Abschaffung der Geschlechter, die Genderforschung und noch so einige andere Dinge auf. Dabei schießt sie meiner Meinung nach oft übers Ziel hinaus.

So wird aus dem Plädoyer für Wahlfreiheit für Frauen und Männer eine Polemik gegen alles und jeden, der nicht die Meinung der Autorin vertritt. Schade. Dabei hatte das Buch so gut angefangen.

Fazit

Antje Schmelcher analysiert viele Dinge in ihrem Buch gut und sachlich, aber leider verfällt sie bei einigen Dingen immer wieder in böse und unsachliche Polemik. Vor allem die erste Hälfte des Buches ist sehr interessant und informativ. Diese lohnt die Lektüre, der Rest muss nicht unbedingt sein.

Antje Schmelcher. Feindbild Mutterglück. Warum Muttersein und Emanzipation kein Widerspruch ist, orell füssli Verlag 2014

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