Rezension: Die Schule der Frauen

In ihrem Buch „Die Schule der Frauen“, schreibt Iris Radisch über die Demographiedebatte. Das Buch ist zwar bereits 2008 erschienen, die Diskussion ist aber immer noch aktuell. Daher ist es auch schade, dass das Buch nicht mehr aufgelegt wird. Ich selber habe es antiquarisch bekommen.

Die Autorin stellt verschiedene Thesen auf, die zum Einen die Männer stärker in die Pflicht nehmen, zum Anderen aber auch die Gesellschaft bzw. die Politik fordern.

Frauen

So sagt sie, dass Frauen nicht länger die Leidtragenden der Vereinbarkeitsdebatte sein dürfen und schon gar nicht allein dafür verantwortlich gemacht, dass weniger Kinder geboren werden. Denn schließlich ist unsere Gesellschaft insgesamt nicht mehr natürlich, sondern immer künstlicher. Dadurch werde die Entscheidung für Kinder, die früher eben ganz natürlich zum Leben gehörte, nun eine, die bewusst getroffen werden muss.

Nun könnte man sagen, dass sie wieder zurück zur Natur will. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Es handelt sich hier um eine Analyse, keine Kritiik. Die setzt bei „Die Schule der Frauen“ an anderer Stelle an.

Männer

Die Frauen habe sich nach Meinung der Autorin bereits genug bewegt. Nun ist es an der Zeit, dass sich auch diie Männer mehr engagieren. Dies gilt auch und in besonderer Weise für Väter, die von den Müttern ihrer Kinder (und damit auch oft von den Kindern) getrennt leben. Denn Vätern ist es immer noch möglich, Kinder in die Welt zu setzen, ohne die Konsequenzen zu tragen. Dies ist bei Frauen aber in der Regel nicht der Fall.

Politik

Nicht nur hier muss die Politik ansetzen. Familien brauch einfach mehr Familienzeit. Und da gilt es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass dies möglich ist. Denn es kann nicht angehen, dass Eltern täglich 8-10 Wachstunden bei der Arbeit (und auf dem Weg dahin) verbringen, aber nur 1-2 Stunden Familienzeit haben.

Die Schule der Frauen

Die Schule der Frauen

Iris Radisch fordert daher einen besonderen Schutz der Familie bei vollen Lohn- und Rentenausgleich, eine Abschaffung des Ehegattensplittings und neue Arbeitszeitmodelle. Denn Famile darf nicht ökonomisiert werden und vor allem muss es möglich sein, dass die Familie miteinander primäre Erfahrungen (in der Natur und im Zusammenleben) machen kann, die auch keine noch so gute Betreuung ersetzen kann.

Fazit

Die Schule der Frauen ist ein gelungenes Buch. Analytisch, kritisch, aber keineswegs rückwärts gewandt. Allerdings ist es keine leichte Lektüre, da es sprachlich durchaus anspruchsvoll ist. Ich kann es empfehlen.

Iris Radisch: Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden. Goldmann Verlag 2008.

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