Rezension: Cornelie Kister: Mütter, euer Feind ist weiblich

Dieses Buch sprach mich gleich an, weil es ein Phänomen thematisiert, das auch mir immer wieder auffällt. Egal wie eine Frau lebt, sie wird immer dafür verurteilt. Und nicht von Männern. Frauen verstehen es ausgezeichnet, sich gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen.

Da wettert die berufstätige Mutter gegen die „Nur-Hausfrau“ wärhend diese nicht müde wird, die andere als „karrieregeile Rabenmutter“ zu titulieren. Jede weiß am Besten, wie frau zu leben hat und was die anderen alles falsch machen.

Cornelie Kister beschreibt dieses Phänomen in ihrem Buch weitgehend wertfrei und anschaulich und plädiert dafür, Frauen die Wahlfreiheit auch wirklich zu lassen, die sie sich im Zuge des letzten Jahrhunderts mühsam erkämpft haben. Und vor allem fordert sie uns auf, uns nicht immer gegenseitig zu verurteilen.

Dazu unternimmt sie einen Ausflug in die Geschichte der deutschen Frauenbewegung und macht vor allem die idealisierte Vorstellung von der „guten Mutter“ als Ursache der Grabenkämpfe aus. Diese verinnerlichte Vorstellung hindere die Frauen daran, unbeschwert und authentisch ihr Leben in die Hand zu nehmen. Sie fordert uns dazu auf, diese überhöhten Ansprüche auf den Prüfstand zu stellen und uns davon zu befreien. Dann haben nämlich auch die Männer endlich die Gelegenheit, ihren Teil zur Gleichberechtigung beizutragen, denn „Hinter jeder erfolgreichen Frau und Mutter steht ein engagierter Vater“.

Cornelie Kister ist der Meinung, dass wir eine neue Frauenbewegung brauche, die die untereinander zerstrittenen Frauen befriedet und ein Nebeneinander der unterschiedlichen Lebensentwürfe möglich macht.

Die Lektüre hat mir sehr gefallen, weil in diesem Buch viele Dinge stehen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Ich hoffe mit der Autorin, dass die Generation unserer Kinder einmal frei von Verurteilungen so leben kann, wie sie das selber wählen.

Cornelie Kister: Mütter, euer Feind ist weiblich. Frankfurt a. M., Eichborn Verlag 2007

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