Alle Artikel mit dem Schlagwort: gute Mutter

#regrettingmotherhood – Was wäre wenn?

Hätte ich keine Kinder bekommen, dann hätte ich länger studiert. Ich hatte nämlich damals nicht so recht den Antrieb, fertig zu werden. Hatte mich eingerichtet in den Seminaren, für dich ich keine Scheine machte und in der Cafeteria. Erst die Geburt meines ersten Sohnes hat mir die Motivation gegeben, mein Studium zielstrebig zu beenden. Wenn ich keine Kinder bekommen hätte, dann hätte ich vielleicht bessere Noten im Referendariat bekomen, vielleicht aber auch nicht. Denn es kann sein, dass ich dann noch viel stärker in diesen Sog aus Leistungsanspruch und Druck geraten wäre, der mich auch so schon sehr fertig gemacht hat. Weil da kein Kind gewesen wäre, das mich wieder zurück auf den Boden gebracht hätte. Ich hätte auch nicht diese Erfahrungen in der Elternarbeit in Kindergarten, Hort und Schule gemacht, die mir in meinem Beruf als Lehrerin helfen, die Elternperspektive mitzudenken. Wenn ich keine Kinder bekommen hätte, hätte ich mich vielleicht schon auf eine Beförderungsstelle beworben. Dann hätte ich jetzt mehr Geld zur Verfügung, auch weil ich dann vermutlich immernoch Vollzeit arbeiten würde. Ich …

Die neue Häuslichkeit

Der Gedanke zu diesem Beitrag schwebt mir schon länger im Kopf herum. Letztlich war Julia Friedrichs im Zeit Magazin schneller – und hat zu dem Thema viele Aspekte zusammengetragen. Worum es geht: Mir fällt seit Jahren auf (bei anderen – und bei mir!), wie häuslich die Menschen werden. Es wird gebacken, gekocht, gehäkelt, gestrickt, der Garten gepflegt. Es gibt endlose (online) Diskussionen darüber, wie die Wände im Kinderzimmer zu streichen sind, welche Dekoration den Jahreszeitentisch schmückt – und wie man am besten Karten gestaltet, damit der XY-Tag unvergesslich wird. Ich beobachtete das mit einem gewissen Abstand – bis ich mich selbst ertappte. Die Hälfe meines FB-Contents zielt auf Essen (Backen, Kochen) oder Handwerkliches. Mittlerweile haben wir eine heimische Ausstattung, die sich sehen lassen kann: Räucherofen, Brotbackofen (auf der Terrasse, Großformat), Gärballons für Wein & Met (Jahrgänge von 2008 aufwärts im Keller eingelagert), jährlich wechselnde Konfitüren, Marmeladen, Kräuterzubereitungen, Tee-Sorten, Wurst, Schinken & sonstiges Geräuchertes …. Häkeln, stricken und nähen kann hier aber keiner. Das kaufen wir zu. Und Deko ist auch eher dünn gesät. Meine eigene …

Zukunftssorgen, vorauseilend.

Hebammen sterben. Normalerweise mache ich mir keine Gedanken um die Dinge, die weit in der Zukunft liegen. Schon gar nicht um potenzielle Enkelkinder, die es geben wird — oder auch nicht. Meine Tochter ist noch nicht ganz 6 Jahre alt, der Jüngste gerade 3. Aussichten in der Geburtshilfe  Da gibt es aber immer noch und schon wieder das Hebammenproblem. Und warum es ein echtes Problem ist, das schreibt Andrea genau hier: Das beschissene Wunder der Geburt. Was kümmert es mich? Ich bin durch mit dem Kinder kriegen. Zwei sind gut, für Nerven, Haus und Familiengleichgewicht. Mehr wird es hier nicht geben. Bin ich also fein raus?! Meine Tochter wird, wenn sie Kinder bekommt — ja, was eigentlich? Wie werden diese möglichen Kinder später mal auf die Welt kommen? Und das betrifft nicht nur meine Tochter, sondern auch den Sohn — was wird mit seinen Kindern? Theoretisch hat die Gesellschaft noch mindestens 15 Jahre, um alles zu richten. Bis dahin muss es eine Lösung geben — für alle. Nicht nur für die, die im Krankenhaus den geeigneten Geburtsort sehen und für die, die die …

Rezension: Ayelet Waldman: Böse Mütter

Im Buch „Böse Mütter“ von Ayelet Waldman mit dem Untertitel „Meine mütterlichen Sünden, großen und kleinen Katastrophen und Momente des Glücks“, berichtet die Autorin mit viel Humor von ihrem Familienleben. Sie erzählt davon, wie sie sich mit jedem ihrer vier Kinder weiter entwickelt hat, von ihren Ansprüchen und der Realität. Herausgekommen ist dabei ein sehr persönlicher Bericht, der den Leser auch an durchlebten Krisen teilhaben lässt. Und es wird deutlich, dass auch die Autorin, wie wahrscheinlich jede Mutter, von dem dauerhaft schlechten Gewissen geplagt wird, nicht gut genug zu sein. Ayelet Waldman zeigt aber auch deutlich auf, dass unsere Ansprüche an die „gute Mutter“ so überhöht sind, dass niemand sie erfüllen kann. Sie spricht sich dafür aus, unsere Ansprüche an der Realität zu messen und ihr Buch leistet genau dies. Sie hat ein sehr persönliches und fesselndes Buch geschrieben, das ich nicht aus der Hand legen konnte, bis ich es ausgelesen hatte. Ich habe öfters herzlich gelacht bei der Lektüre. Daher kann ich das Buch nur sehr empfehlen. Anmerkung von Sabrina: Uta hatte mir das …