Kann man Achtsamkeit lernen – ein Selbstversuch (Teil 2)

Im ersten Teil des Erfahrungsberichts hatte ich ja darüber erzählt, dass ich täglich übe. Diese Disziplin hat leider nicht angehalten. Gerade in der Zeit der vielen Feiertage fiel es mir sehr schwer, täglich meine Übungen zu machen. Daher gab es mehrere Tage, an denen ich nicht geübt habe, weil ich einfach abends zu müde war.

Schlechtes Gewissen? – Nicht notwendig.

So bin ich dann mit entsprechend schlechtem Gewissen zum Kurstreffen gegangen. Dort habe ich festgestellt, dass ich erstens nicht die Einzige war, die nicht geübt hatte und es zweitens okay war. Die Kursleiterin hat uns zwar deutlich gemacht, dass regelmäßiges Üben hilft, uns aber auch ermutigt, achtsam in uns Hineinzuhören und uns dann ggf. auch gegen das Üben zu entscheiden. So habe ich gelernt, dass Achtsamkeit auch bedeutet, sanft zu sich selbst zu sein.

Themen des Kurses

Neben dem Thema Stress und seine Entstehung haben wir uns auch viel mit Kommunikation und mit dem achtsamen Umgang mit schwierigen Gefühlen beschäftigt. Wir hatten jeweils ein Wochenthema, zu dem wir auch immer etwas Literatur und die entsprechenden Hausaufgaben bekommen haben.

Die Themen waren:

  1. Achtsamkeit
  2. Wie wir die Welt wahrnehmen
  3. Im Körper beheimatet sein
  4. Stress – und wie ich ihm mit Achtsamkeit begegne
  5. Achtsamkeit gegenüber stress-verschärfenden Gedanken
  6. Gefühle willkommen heißen
  7. Achtsame Kommunikation

Ich fand alle diese Themen interessant, wobei sie zum Teil eben nur kurz angeschnitten werden konnten. Zum Glück wird es in Zukunft zu einzelnen Themen noch Vertiefungsabende geben.

Hausaufgaben

Meine Hausaufgaben habe ich meistens gemacht, jedoch nicht immer. Da wir nicht in der Schule waren, war dies aber auch nicht schlimm. Dennoch habe ich die Hausaufgaben, die ich gemacht habe, als Bereicherung empfunden. Auch das (mehr oder weniger) regelmäßige Üben hat mir gut getan.

Und wie geht es weiter?

Der Kurs ist vorbei und nun gilt es, die Achtsamkeit in meinen Alltag zu integrieren. Bisher gelingt mir das ganz gut. Ich meditiere fast täglich und es ist mir auch allgemein aufgefallen, dass ich öfter achtsam reagiere. Inzwischen ist mir die Achtsamkeitsübung zum Bedürfnis geworden und genau darauf zielen der Kurs und die Hausaufgaben ab. Es geht darum, Achtsamkeit als festen Bestandteil des Alltags zu etablieren. Für mich ist das sehr gut, weil ich merke, dass es mir besser geht, wenn ich achtsam bin. Es hilft, im Alltag innezuhalten und nicht einfach so durch das Leben zu rennen. Daher werde ich bestimmt auch weiterhin üben.

Die Gruppe vermisse ich schon jetzt. Wir waren wirklich sehr harmonisch und die Atmosphäre war toll, ruhig und voller Wertschätzung. Daher freue ich mich auch schon auf die Vertiefungsabende, die es nach den Sommerferien geben wird und in denen wir uns wieder treffen.

Inzwischen liegt auch schon ein beachtlicher Stapel an Büchern zum Thema Achtsamkeit auf meinem Nachttisch, von denen ich hier bestimmt auch einige vorstellen werde.

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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