Rezension: Das Schuljahr nach Corona

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Was sich nun ändern muss, das ist der Untertitel über das Buch, in dem es um die Folgen der Coronapandemie für die Schule geht. Dieses Thema finde ich als Lehrerin natürlich sehr spannend. Dementsprechend interessiert habe ich diese Sammlung von Aufsätzen, herausgegeben von Julia Egbers und Armin Himmelrath gelesen.

Corona hat sehr deutlich gemacht, was in den letzten Jahren in der Schule versäumt wurde und wo die Probleme liegen. Gleichzeitig ergibt sich durch diese Situation die Chance, neue Wege zu beschreiten, um in Zukunft besser vorbereitet zu sein, falls es erneut zu Schulschließungen kommen sollte.

Das Buch nähert sich dem auf unterschiedlichen Ebenen und ist demnach auch in drei Teile geteilt:

Gesellschaftlich-psychlogische Ebene

Hier benennen die Autor: innen in vier Aufsätzen die Faktoren, die nach Corona, bzw. nach dem Ende der Schulschließungen geändert werden müssen.

  • Bedarfsorientierte Steuerung des Schulsystems. Hier geht es um mehr Flexibilität im Umgang mit Schulen. Was für die eine Schule richtig ist, muss nicht für alle passen.
  • Digitalisierung, bzw. das Zusammenspiel von Präsenz- und Onlineangeboten. Corona hat gezeigt, dass gerade in diesem Bereich noch große Defizite vorhanden sind, die es zu beheben gilt.
  • Bildungsgerechtigkeit und Ausgleich sozialer Härten. Gerade finanziell schlechter gestellte Schüler:innen sind in der Zeit der Schulschließungen abgehängt worden. Und darüber hinaus leistet Schule auch einen Beitrag, um Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen zu unterstützen. Beides ist in dieser Zeit zu kurz gekommen.
  • Umgang mit traumatisierten SuS. Die Corona Pandemie selber, aber auch Erlebnisse von häuslicher Gewalt während der Schulschließung kann bei Kindern Traumata ausgelöst haben. Auch dieser Tatsache muss sich Schule nun stellen und einen guten Umgang damit finden.

Pädagogische Ebene

Dieser Abschnitt nimmt den größten Raum ein und enthält sehr praktische und konkrete Aufsätze zum Umgang mit der Pandemie.

Sehr schön fand ich, dass es dabei neben dem Hauptthema Digitalisierung und digitales Lernen eben gerade auch darum ging, wie man Beziehung in einer solchen Situation gut gestalten kann, damit Lernen gelingt. So versammeln sich hier Berichte aus der Praxis und Analysen der Zeit der Schulschließung.

Besonders gelungen und wichtig ist hier auch der Aufsatz von Armin Himmelrath zum Umgang mit Fake-News in der Schule. Hier sind sehr gute Anregungen enthalten.

Organisationsebene

Der dritte Teil des Buches beschäftigt sich mit der Frage, was sich an der Schulorganisation ändern kann und muss, damit Schule gestärkt aus der Zeit der Pandemie hervorgeht.

Dabei legen die Autoren der Aufsätze ihre Ideen für eine veränderte Schule, eine Öffnung der Lernorte und eine Abkehr vom Anwesenheitszwang im Schulgebäude dar und plädieren für mehr Eigenverantwortung sowohl für die Lernenden, als auch für die Lehrenden.

Fazit

Das Buch sollte Pflichtlektüre für Schulleitungen und Bildungsminister:innen sein, denn hier finden sich sehr gute Ideen und Visionen, wie Schule entwickelt werden kann, so dass aus der Krise etwas sehr positives entstehen könnte, wenn auch nur einige dieser Anregungen umgesetzt würden.

Ich kann es aber auch jedem empfehlen, der Anregungen für Veränderungen in Schule sucht und neue Wege gehen möchte.

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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