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Blogparade: Lernen in den Ferien – #Ferienlernen

Frau Mutter fragt auf ihrem Blog, was wir vom Lernen in den Ferien halten. Wieder so ein tolles Lehrerinnenthema für mich. Wobei… halt! Ich bin ja nicht nur Lehrerin. Daher möchte ich das Thema aus beiden Perspektiven angehen. Die Lehrerin: Lernen in den Ferien kann sinnvoll sein. Wobei man unterscheiden sollte, von welchen Ferien wir reden. Handelt es sich um Ferien innerhalb eines Schuljahres und steht nach den Ferien eine Prüfung oder Klassenarbeit an, dann sollte auf jeden Fall in den Ferien gelernt werden. Dadurch ist einfach die Vorbereitung auf die Prüfung besser und dadurch, dass mehr Zeit zur Verfügung steht, kann der Stoff auch besser und nachhaltiger verankert werden. Auch Vokabellernen in den Ferien ist sinnvoll, weil das etwas ist, was man sowieso kontinuierlich tun sollte. Dazu reicht es, sich die Vokabeln vorzunehmen, die man sich schwer merken kann und diese zu wiederholen. In den Sommerferien halte ich persönlich Lernen für nicht erforderlich. Wir Lehrer_innen stellen uns eh darauf ein, dass die Kenntnisse des letzten Schuljahres über den Sommer in ein schwarzes Loch fallen …

Gras

Weisheiten: Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

„Ist sie schon trocken?“ – „Nicht? Dann setz‘ sie doch mal aufs Töpfchen.“ „Läuft er schon?“ – „Ich habe das ja mit meinem Kind immer geübt.“ „Kann er schon seinen Namen schreiben? Sonst musst ihm das wirklich mal beibringen.“ Warum? Wer sagt das? Wer bestimmt, was mein Kind wann lernen soll? Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Mein Kind lernt, wenn es soweit ist. Die meisten der oben genannten Fähigkeiten sind Reifeprozesse, die man gar nicht beschleunigen kann. Jedes gesunde Kind läuft irgendwann, selbst wenn es vorher ausschließlich getragen wurde. Und was Kulturtechniken angeht: Kinder wollen so sein wie wir. Wenn wir mit Messer und Gabel essen, werden sie das auch tun. Wenn wir „bitte“ und „danke“ sagen, dann werden auch unsere Kinder das irgendwann sagen. Und nur weil das gleichaltrige Kind meiner Freundin schon viele Buchstaben kann, übe ich nicht schreiben mit meinem Sohn. Denn in unserer Kultur, wo wir täglich Schrift begegnen, wird er es irgendwann von sich aus lernen wollen. Wenn er soweit ist.

Phrasen: “Bleib so, wie du bist.”

„Bleib so, wie du bist“, wünschte mir jemand vor kurzem. Am liebsten hätte ich aufgeschrien: „Nein! Wünsche mir das nicht! Ich will das nicht!“ Bleiben wie ich bin, bedeutet Stillstand, Tod. Ich will leben, wachsen, lernen, mich weiter entwickeln. Natürlich erkenne ich die gute Absicht hinter der Phrase, die Anerkennung. Dennoch gefällt sie mir nicht. Viel lieber würde ich hören: „Du bist toll. Ich bin gespannt, wie du dich weiter entwickelst.“

Wieviel Förderung braucht mein Kind?

Muss ich mein Kind fördern? Ist es wirklich nötig, zusätzlich zu Kindergarten oder Schule noch Kurse zu besuchen? Mittlerweile meine ich das nicht mehr. Denn im Kindergarten kann mein Kind den ganzen Tag spielen und lernen, gefördert wird er dort. Nötig ist es also nicht. Zumal ja auch meine Beschäftigung mit meinem Kind durchaus eine Förderung sein kann, wenn sie auch nicht gezielt so gedacht ist. Wenn ich aber mit meinem Kind gemeinsam bastle, singe, Bücher vorlese, dann fördert das ja auch. Bei meinem großen Sohn sah ich das noch anders. Ich habe mich mit ihm hingesetzt, um ihm etwas beizubringen. Damit der XY lernt. Weil ich dachte, dass ich aus jedem seiner Interessen ein Projekt machen müsste um ihn zu fördern. Meist hat das dazu geführt, dass seine Interessen sehr schnell wieder versiegt sind, weil ich sie erst einmal zu meinen eigenen gemacht habe. Warum das so ist, habe ich eindrucksvoll bei einem Elternabend der Pikler-Spielgruppe erlebt, die ich mit meinem kleinen Sohn besucht habe: Wir wurden aufgefordert, mit den Materialien im Raum einfach …

5 Dinge, die wir von unseren Kindern lernen können

Meistens lernen unsere Kinder von uns. Wir machen vor, sie machen nach. Ab und an – können wir auch von unseren Kindern lernen. Das hier zum Beispiel: Das Beste aus der Situation machen. Mein Sohn sagte irgendwann während der letzten Krankheit: „Eigentlich ist es doch ganz gut, krank zu sein. Dann bekomme ich immer so leckere Medizin.“ Die Absurdität der Welt sehen. „Mir ist kalt“, sprach der Sohn und zog sich den Pullover aus. Achtsamkeit: So versunken, wie Kinder in ihr Spiel sein können, so bei sich und in der Gegenwart. Da können wir uns eine Scheibe von abschneiden. Neugier: Für Kinder ist alles auf der Welt spannend und neu. Sie wollen alles wissen. Unbefangenheit: Mein Kind geht ganz normal auf Menschen mit Behinderungen zu und geht auch ganz unbefangen mit ihnen um. Und, was habt Ihr in letzter Zeit von euren Kindern gelernt?