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Du stellst dich nicht an – Burnout rechtzeitig vermeiden

Im Januar habe ich diesen Textentwurf geschrieben:

Diese Müdigkeit

Kennt ihr diese Müdigkeit, die einfach nicht weggehen will? Das Gefühl, gar nicht so viel schlafen zu können, wie man es bräuchte? Diese Tage, wo man sich nach dem Frühstück direkt wieder ins Bett legen möchte?

Ich kenne sie. Und sie werden immer mehr. Tage, an denen ich nicht mehr kann. An denen ich – wenn es sich um ein Wochenende handelt – auf dem Sofa versacke, unfähig, irgendetwas zu tun, außer auf den Fernseher oder das Handy zu starren.

Tage, an denen ich mich dazu zwingen muss, zur Schule zu gehen, etwas zu arbeiten, einfach damit anzufangen. Denn wenn ich angefangen habe, geht es dann meistens.

Meine Konsequenz?

Schlafen, Auftanken, Atempausen in den Alltag einbauen. Auch Achtsamkeit und Yoga.

Aber das hilft – zumindest im Moment – nur kurzfristig. Und nein, es liegt nicht an meiner veganen Ernährung, meine Vitaminversorgung ist gut und ich esse auch ausreichend. Aber das Leben macht mich müde, die viele Arbeit, die Rückenschmerzen, der Geschwisterstreit…

Wenn ich nach Symptomen von Burnout google (was ich vermeide), dann finde ich mich dort wieder. Auch beim Belastungsfragebogen in einer der letzten Lehrerkonferenzen konnte ich getrost überall die volle Punktzahl angeben.

Habe ich einen Burnout? Werde ich einen bekommen? Ich hoffe nicht. Aber so richtig nachhaltig dagegensteuern, kann ich im Moment auch nicht. Was soll ich also tun?

 

Warum nur ein Entwurf?

Ich habe ihn nicht veröffentlicht, weil ich nicht jammern wollte. Schließlich gibt es viele Menschen, denen es noch so viel schlechter geht als mir. Und Burnout ist doch eh eine Modediagnose von Menschen, die einfach nicht belastbar sind und sich anstellen. Ich wollte mich nicht anstellen, habe mich zusammengerissen und weitergemacht. Und weiter, und weiter….

Zusammenbruch

Am 2. Mai bin ich bei einem dummen Streit mit Mr. T total zusammengebrochen. Ich weiß noch nicht einmal mehr, worüber wir gestritten haben, aber ich war völlig am Ende und habe die ganze darauffolgende Nacht geweint. Und die nächsten Tage apathisch bzw. heulend, lesend oder schlafend im Bett verbracht.

Und nun?

Seitdem bin ich krank geschrieben. Eine Erschöpfungsdepression aka Burnout. Die Therapie beginnt gerade und ich merke ganz langsame Minifortschritte. Ich weine nicht mehr so viel. Ich liege nicht mehr den ganzen Tag im Bett, manchmal schaffe ich es sogar, herumzuräumen.

Ich habe mich nicht „angestellt“, sondern zusammengerissen. Bis ich zerrissen bin. Ich hätte viel früher merken müssen, dass es nicht mehr geht. Aber das habe ich nicht getan.

Liebe*r Leser*in,

wenn es dir nicht gut geht, dann reiß dich bitte nicht zusammen. Hol dir rechtzeitig Hilfe und nimm dir eine Auszeit. Denn du stellst dich nicht an, wenn du deine Grenzen erkennst. Du tust etwas für dich. Kümmere dich um dich selbst, denn sonst tut es niemand.

Das hätte ich auch tun sollen. Dann ginge es mir vielleicht jetzt besser.

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3 Kommentare

  1. Ich finde es so wichtig, dass du dich öffnest und über deine Erfahrungen schreibst. Die Erkrankung ist ernst zu nehmen, es ist wichtig, dass die Anzeichen frühzeitig erkannt werden. Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

  2. Sabine sagt

    Liebe Uta,
    schön, dass du hier darüber schreiben kannst. MUTIG ! Ich weiß aus leidvoller Erfahrung wie furchbar leer ein „Akku“ laufen kann. Habe das Anfang des Jahres auch erlebt.
    Ich wünsche dir alles Gute für diese schwere Zeit. Und wenn du sie überstanden hast wirst du sicher gestärkt daraus hervorgehen.
    Sorge gut für dich, du bist (jetzt) wichtig!
    Viele Grüße Sabine

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