Rezension: Nicole Althaus, Michèle Binswanger: Macho Mamas

In ihrem Buch „Macho Mamas. Warum Mütter im Job mehr wollen sollen“ schreiben die beiden schweizerischen Autorinnen und Gründerinnen von Mamablog dagegen an, dass Mütter heute die Verlierer sind. Wir brauchen einen neuen Mütterfeminismus, könnte die Quintessenz aus diesem Buch lauten. Denn solange Frau keine Kinder hat, hat sie auch die gleichen Chancen wie Männer, so die Autorinnen. Erst mit Kindern wird sie abgehängt.

Karrierekiller Kind? Warum ist das so?

Nach Auffassung der Autorinnen liegt das zum einen daran, dass Väter  in der Familie immer noch nicht die gleichen Pflichten übernehmen wie Mütter. Zum Anderen werden die Mütter mit Bekanntgabe der Schwangerschaft aber vom Chef gedanklich aufs Karriereabstellgleis geschoben.

Der dritte Aspekt liegt daran, dass der Feminismus die Mütter vergessen habe.

„Mütter sind nicht einfach Mütter – sie sind Glucken oder Karrieremütter, Teilzeitmamas oder Rabenmütter. Sie werden permanent vergliechen, bewertet und gegeneinander ausgespielt. Und sie selbst machen das leider besonders eifrig.“ (S. 30)

 

So sei das schlechte Gewissen zum Erkennungsmerkmal einer ganzen Frauengeneration geworden, denn einerseits sollen wir ja gleichberechtigt und erfolgreich sein, andererseits möchten wir aber eben nicht nur beruflichen Erfolg sondern eben auch Familie haben.

Daher erfinden die Autorinnen den Begriff der Macho Mama, die im Leben beides will: Das Leben, das sie sich erträumt und die Befriedigung des Bedürfnisses, Kinder zu haben.

Dabei schreiben sie gleich, dass sie diesen Mama-Typus nur erfunden haben, damit er sich selber überflüssig machen kann. Es soll keine neue Kategorie für Mütter erfunden werden, vielmehr sollten alle Kategorien überflüssig gemacht werden.

Dazu sind verschiedene Dinge notwendig:

  • Die Überwindung des Perfektionismus, unbedingt eine perfekte Mutter zu sein.
  • Eine Familienverträglichkeit beruflicher Karrieren für beide Geschlechter und
  • eine Umverteilung der hohen und einseitig verteilten Kosten des Nachwuchses.

Das Buch kommt kämpferisch daher, spricht aber viele Probleme, die ich auch aus meinem Alltag her kenne an. Mir gefällt vor allem, dass hier die Rolle der Väter als sehr wichtig herausgehoben wird und eine echte Aufteilung der Aufgaben gefordert wird. Das ist ein Punkt, der mir in anderen Büchern oft zu kurz kommt. Denn es geht eben um die ganze Familie, nicht nur um die Frau. Daher finde ich persönlich den Titel auch eher unglücklich gewählt.

Nicole Althaus, Michèle Binswanger: Macho Mamas. Warum Mütter im Job mehr wollen sollen München 2012

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