Medienkonsum im AP-Haushalt

Ist das Internet Segen oder Fluch für unsere Kinder? Dieser Frage geht die Blogparade von Beauty-Mami Mihaela nach. Was macht der Medienkonsum, speziell die Nutzung vom Internet mit unseren Kindern? Welche Vor-, welche Nachteile sehen wir darin?

Anders gefragt, was macht das Thema im Vereinbarkeitsblog? Ganz einfach: Ohne Internet kein Vereinbarkeitsblog. Also: Unsere Kinder wachsen mit Internetkonsum in unterschiedlichsten Formen auf. Klar, dass sie hier nachmachen, mitmachen und erleben wollen. Oder?

Medienkonsum – Internet “Segen oder Fluch”?

Als Bloggerin und eifrige Nutzerin sozialer Netzwerke, kann und will ich meinen Kindern das Internet nicht vorenthalten. Meinen kleinen Sohn (5) interessiert das bisher noch nicht so sehr, er schaut ab und zu mal Filmchen auf YouTube, aber dann ist immer jemand von uns dabei. Aber für den Großen (14) ist es natürlich ein wichtiges Thema.

Zunächst einmal vorweg: Wir haben uns entschlossen, ihm freien Zugang zum Netz zu gewähren. Natürlich sind wir uns dabei der möglichen Gefahren bewusst:

  • Er könnte auf Inhalte stoßen, die pornografisch, rassistisch oder sonstwie nicht für ihn geeignet sind.
  • Er könnte in sozialen Netzwerken Mobbing und Beleidigungen ausgesetzt sein.
  • Er könnte auf die Idee kommen, Inhalte ins Netz zu stellen, die ihn den Rest seines Lebens verfolgen.

Das sind alles Dinge, über die wir mit unserem Sohn gesprochen haben und auch weiterhin sprechen. Denn das ist überhaupt für mich das Wichtigste im Umgang mit Themen, bei denen ich Angst um meine Kinder bekomme: Ich rede mit ihnen darüber. Meist stelle ich dann fest, dass meinen Kindern die Gefahren der Situation schon selber bewusst sind. So war es zum Beispiel beim Thema Internet. Unser Sohn weiß, dass er im Internet nichts kaufen darf, ohne es mit uns abzusprechen. Er weiß auch, dass er mit seinen Daten vorsichtig sein muss und nicht einfach irgendetwas ins Netz stellen sollte. Das sind alles Dinge, die ich gut begründen kann und die er daher auch versteht und befolgt.

Nun zu den Vorteilen des Internets

  • In der Schule meines Sohnes wird es als selbstverständlich angesehen, dass die Kinder für Hausaufgaben oder Referate Zugang zum Internet haben.
  • Es ist auch ein Vorteil des Netzes, dass man dort viele Informationen findet.
  • Unsere Familie ist im ganzen Land verteilt und das Internet macht es leichter, den Kontakt zur Verwandschaft zu halten.

Das Wichtigste ist für mich aber: Das Internet gehört heute einfach zum Leben dazu. Daher stellt sich für mich nicht die Frage OB ich meinen Kindern Zugang zum Internet gewähre. Sondern eher, WIE ich sie unterstütze, damit sie kompetent damit umgehen.

Das Problem, dass meine Kinder viel zu viel Zeit im Netz verbringen, stellt sich hier nicht. Meistens unternehmen wir interessantere Dinge, die zumindest bisher noch attraktiver sind als das World Wide Web. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine Kinder nicht zwanghaft stundenlang vor dem Rechner sitzen, eben WEIL sie freien Zugang dazu haben. Da müssen sie nicht eine ausgehandelte Zeit ausnutzen.

Sabrina ergänzt:

Was mir wirklich gut gefällt, sind die unzähligen Möglichkeiten, an Wissen zu kommen. Wenn ich gerade keinen Heißluftballon da habe – die Kinder aber einen sehen wollen? Klicken wir uns durch YouTube-Berichte.

Welche Geräusche ein Zebra macht? Wie ein Ameisenbau unter der Erde aussieht?

Wir sind nicht an Zeiten von Museen, Naturkundeeinrichtungen oder Dokumentationen im Fernsehen gebunden. Wir könnten sogar unterwegs kurz googeln, wenn uns eine Frage interessiert. Ich empfinde das als großen Vorteil, die Neugierde meiner Kinder zu befriedigen.

Gemeinsame Ergänzung: Und die Eltern?!

Was schön gewesen wäre: Fragt doch mal, wie sich das Internet in seiner Gänze auf die ELTERN auswirkt. Denn hier sieht man ja schon schöne – und grausige Auswüchse. Also Eltern, die nur noch digital das Leben der Kinder verarbeiten – aber stetig mit Smartphone, Tablet oder Laptop twittern, bloggen und facebooken – ohne die anwesenden Kindern noch wahrzunehmen. Da werden schöne Bilder geschossen, bearbeitet und kommentiert – aber dass das Kind beim Rutschen, Schaukeln oder Toben schlicht gesehen werden will – das bleibt unerkannt.

Und die andere Seite, die Eltern, die das Internet auf abends im Bett verbannen. Ihre Kinder erleben eine analoge Welt, in der viele Fragen offen bleiben – obwohl wir doch heute auf ein umfassendes Wissen zurückgreifen können. Alle.

Die Kompetenz, wichtiges und unwichtiges zu filtern, sich später auf seriöse Quellen zu verlassen, in dem Übermaß an Informationen zurecht zu kommen und sich innerhalb der vielen Möglichkeiten im Internet zurecht zu finden – das lernen diese Kinder oft spät(er). Mühsam – und oft genug auch allein beziehungsweise unter erschwerten Bedingungen.

Kinder brauchen nicht erzogen werden, sie machen uns eh alles nach.

Karl Valentin

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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