Familienbettglück für Rausgewachsene

Wahrscheinlich weißt du schon, dass wir das Familienbett echt gut finden. Wir haben das schon an anderer Stelle beschrieben. Um genau zu sein, war das über lange Zeit hinweg unser Lebensretter: Familienbett. Hier gehts aber mal um das, was danach kommt. Nur falls du dir Gedanken machst, ob die schöne Familienbettzeit wirklich für immer vorbei ist, wenn die Kinder (und ich sag bewusst NICHT Kleinkinder!) ausgezogen sind aus dem schönen großen Bettchen.

Für die Kinder

Eins meiner Kinder kuschelt sich gern in meine Betthälfte. Allein. Tagsüber. Weils da so schön ruhig ist, und gemütlich auch. Das andere kam und kommt nachts vorbei, wenn das Leben wie jetzt in der Pandemie herausfordernd ist. Dann sucht es die Nähe, die es von seinen ersten Lebensjahren her schon kennt. Und meistert dann tagsüber alle neuen Unsicherheiten.

Für die (großen) Kinder

Über Jahre hinweg trafen sich Mama, Schwestern und Töchter bei Familientreffen im Schlafzimmer. Wir kuscheln uns an heißen Sommertagen in den kühlen Raum und in das große Bett. Ein Ort für leise Gespräche über Männer, über Sex, über Krankheiten und was mal werden soll, wenn einer stirbt.

Eine kleine Insel im Alltag, auf der aus der Mama wieder die (große) Tochter wird, die sich Rat bei ihrer Mama holt. Auf der die Oma wieder zur Schwester wird. Oder “nur” zur Mama. Zumindest für eine kleine Weile.

Für Eltern

“Willst du heut nacht bei uns schlafen?” hätte mein Papa wohl nie gefragt, als ich noch klein war. Es ist ein stehender Witz in meiner Familie, dass ich EWIG im Ehebett lag. Bis nach einem Umzug endlich ein größeres Bett angeschafft wurde. Da war ich dann über Nacht rausgewachsen. Bis dahin war es pure Notwendigkeit, keine innere Überzeugung. AP (als Konzept) gabs in den 80ern in der DDR nun wirklich nicht!

Aber als mein Papa vor ein paar Jahren kurzfristig ziemlich krank war (inklusive massiver Panik bei uns anderen), da war eins der ersten Dinge die ihm einfielen: “Dann kannst du ja heut’ nacht bei Mama schlafen.” Um aufeinander aufzupassen, um uns die Angst zu nehmen und zu wissen – da ist noch wer. Letztlich schlief doch jede für sich. Aber zu wissen, dass dieser letzte Hort der Sicherheit immer offen steht? Unbezahlbar.

Familienbett forever 😉

Nur weil die Kinder eigene Zimmer und Betten haben – oder ausziehen! – muss das Familienbett nicht enden. Oder andersherum: Schließ nicht aus, dass eins deiner Kinder wieder darin liegt. Oder du selbst im Bett deiner Eltern (soziologisch|biologisch) landest.

Und das will ich auch so halten. Auch dann, wenn ich eigentlich so dringend allein schlafen will. Auch dann, wenn die Tage stressig und die Nächte voller Sorgen sind und ich mich lieber allein schlaflos herumwälzen würde. Aber ich hätte gern schon vor zehn Jahren oder so gewusst, wie ich heute darüber denke. Und wie normal es sich anfühlt, wie tröstlich das ist.

Sabrina
Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann & zwei Kindern in enger Gemeinschaft. Feministisch, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.