Alle Artikel mit dem Schlagwort: Attachment Parenting

Alltag frisst Leben auf

Was ich im Kopf hatte, war eine erneute „AP ist eine Haltung, die Bedürfnisse aller sind wichtig“ Sache. Aber zwischen Wäschebergen, dem dritten leeren Glas in der Wohnung, dem Zahnpastarest im Waschbecken und der Frage, wohin schon wieder all die gewaschenen langen Hosen von Kind 2 gegangen sein könnten – da kam der Alltag. Und der Gedanke, das Bedürfnisse und Alltag vielleicht einfach nicht gut zueinander passen.

Vereinbarkeit ist Vielfalt

Aus der aktuellen Diskussion an anderer Stelle um frauenfeindliche, homophobe oder gar familienfeindliche Netzwerke sowie die Unterwanderung von Attachment Parenting durch ebendieselben Gruppierungen stellt sich uns die Frage: Wie sieht das nun mit der Vereinbarkeit aus? Wo ist die verortet – oder, geht das überhaupt? Vereinbarkeit ist kinderfreundlich Und schon sehe ich gerunzelte Augenbrauen. Vereinbarkeit im Sinne von außerhäusiger Betreuung und kinderfreundlich? Ja, unter spezifischen Bedingungen. Hatten wir beispielhaft für Tagesmutter und Krippe aufgeschrieben. Es geht imho darum, für die gesamte Familie geeignete Lebensformen zu finden. Erwerbsarbeit gehört hierbei für uns zum Lebensalltag dazu. Das schließt eine wie auch immer geartete Erwerbstätigkeit der Eltern sowie eine geeignete Betreuung der Kinder mit ein. Wie die Betreuung geregelt ist, ist individuell: Betreuung durch den jeweils gerade nicht arbeitenden Elternteil, durch erweiterte Familie, durch eine Tagesmutter/einen Tagesvater, durch eine Krippe mit kleinem Betreuungsschlüssel und zur Familie passenden Verhaltensmustern. Das lässt sich im Vorfeld klären und auch zwischendurch verändern – wann immer es notwendig wird. Und bitte nicht vergessen: jede Mutter arbeitet, jeder Vater arbeitet – egal ob er …

Darf mir als AP-Mutter die Arbeit Spaß machen?

Immer wieder lese oder höre ich von anderen Müttern, dass Arbeiten mit Kleinkind nur akzeptabel ist, wenn es dem Geldverdienen dient. Und dazu gehört natürlich auch das chronisch schlechte Gewissen dem Kind gegenüber. Und wenn ich das nicht habe? Mir macht meine Arbeit Spaß. Ich genieße den Austausch mit meinen Kolleg_innen und arbeite gerne mit meinen Schüler_innen. Bin ich deswegen eine schlechte Mutter? Ich denke nicht, denn meine Arbeit macht mich zufrieden. Und eine zufriedene Mutter ist für ein Kind besser, als eine unzufriedene Mutter, die nur dem Kind zuliebe zu Hause bleibt, sich aber dabei total unwohl fühlt. Denn wenn ich mich unwohl fühle, dann kann es sein, dass ich dem Kind gegenüber Aggressionen entwickle, eben weil ich unzufrieden bin. Und es ist doch auch wünschenswert, dass ich als Mutter Spaß an meiner Arbeit habe. Soll ich mich denn damit selber kasteien? Auch das macht Mütter nicht zufriedener. Und wem ist damit geholfen, dass sich eine berufstätige Mutter schlecht fühlt? Aber wenn ich arbeite, habe ich weniger Zeit für mein Kind. Wenn ich arbeite, …