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#btw17 Wahlgedanken

Am Sonntag ist Bundestagswahl und mir graut vor diesem Tag.

Denn sehr wahrscheinlich steht an seinem Ende fest, dass eine rechtsextreme, frauenfeindliche und menschenverachtende Partei in den deutschen Bundestag einzieht. Vermutlich sogar als drittstärkste Kraft.

Das macht mir Angst, nicht zuletzt, weil ich als Geschichtslehrerin durch aus historische Parallelen zu erkennnen meine.

Mein Unbehagen angesichts der Bundestagswahl 2017 ist auch deswegen groß, weil ich immer noch nicht weiß, wen ich wählen soll. Noch nie ist mir die Wahlentscheidung so schwer gefallen wie in diesem Jahr. Das war schon bei der Landtagswahl in NRW so, ist nun aber noch schwieriger.

Meine Wunschliste an die Politik

Mir ist Familienpolitik wichtig. Ich möchte gerne in einem Land leben, in dem Kinder willlkommen sind.

  • Das beginnte bei der Geburt und schon hier frage ich mich, welche Partei sich denn für den Erhalt der Hebammen, für eine eins zu eins-Betreuung bei der Geburt und die freie Wahl des Geburtsortes einsetzt.
  • Weiter geht es mit der Besteuerung von Windeln und Hygieneartikeln sowie Schulbedarf als Luxusartikel mit 19% Mehrwertsteuer.
  • Dann das Thema Kinderbetreuung: Ich wünsche mir eine qualitativ hochwertige, flächendeckende Kinderbetreuung mindestens bis zum 12. Lebensjahr für alle, die das wollen.
  • Bildung ist auch so ein Thema: Welcher Partei geht es hier tatsächlich darum, was für die Kinder gut ist? Was wird getan, damit Inklusion wirklich funktioniert und allen Kindern gerecht wird?
  • Dann das Finanzielle: Welche Partei setzt sich für die Abschaffung des Ehegattensplittings ein und für eine echte Unterstützung von Familien mit Kindern? Was ist mit einem bedingungslosen Grundeinkommen?
  • Das Familienbild in der Gesellschaft: Famillie ist dort, wo Kinder sind, ob mit einem, zwei, drei oder mehr Elternteilen, unterschiedlichen oder gleichen Geschlechts, hier sollten allle gleiche Chancen und gleiche Unterstützung bekommen. Vor allem die Situation Alleinerziehender muss verbessert werden. Welche Partei setzt sich dafür ein?
  • Für die Vereinbarkeit brauchen wir flexiblere Arbeitsmodelle auch für Vätter. Gleichzeitig sollten Frauen auch nicht gegen gläserne Decken stoßen und Mütter nicht diskriminiert werden.
  • Schließlich möchte ich noch eine Partei wählen können, die sich für die Umwelt einsetzt, denn auch meine Kinder und Enkel sollen noch einen Planeten haben, auf dem sie leben können. Ich möchte eine Förderung erneuerbarer Energien, einen Stopp der Verschwendung von Lebensmitteln und Ressourcen, eine Abschaffung der Massentierhaltung und ein Umdenken im Verkehr.

Grundsätzlich sollen die Menschen immer wichtiger sein als die Wirtschaft und unsere Gesellschaft soll offen und bunt sein.

Und wen wähle ich jetzt?

Ihr merkt schon, es ist schwierig, so eine Partei zu finden. Klar, einige fallen sofort durchs Raster. Nur wer bleibt übrig? Und ist diese Partei für mich glaubwürdig?

Im Moment finde ich eher kleine Parteien attraktiv, die wenig bis gar keine Chance haben, die 5%-Hürde zu schaffen. Soll ich sie trotzdem wählen?

Wählen gehen!

Man könnte jetzt sagen: „Dann lass es halt, geh‘ einfach nicht wählen.“ Aber das ist für mich keine Option. Es ist mein Recht zu wählen und das wurde in der Geschichte hart erkämpft. Ich bin nicht bereit, darauf zu verzichten.

Außerdem zählt jede Stimme gegen rechts. Darum werde ich auf jeden Fall wählen gehen. Und wenn ihr wie ich zweifelt, dann wählt trotzdem (nur nicht die Rechten). Macht zur Not den Stimmzettel ungültig. Hauptsache, die Wahlbeteiligung steigt.

Und wenn ihr einen Rat für mich habt, wem ich am Sonntag meine Stimme geben soll, dann lasst mir einen Kommmentar da.

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  1. Pingback: Die Bundestagswahl 2017 steht an - welche Parteien sollte die Stimmen der Familien wirklich bekommen

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