Familienalltag
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#wmdedgt am 05. Juli – Ein Tag mit Pauken und Trompeten

Also, sinnbildlich gesprochen. Musik lief eigentlich gar keine, den ganzen Tag lang nicht. Aber lest selbst…

Es beginnt wie immer… 05:55 piepst das iPad. Ich wische einmal und schließe für 5min die Augen. Der nächste Alarm plingt um 06:15 Uhr und das reißt mich wieder aus dem Schlaf. Huschhusch, schnell die Kinder wecken. Kind 1 guckt mich aus kleinen Augen an… Kind 2 guckt etwas besser. Mit Augenringen bis zum Boden. Aber trotzdem.

Ein Morgen fast wie jeder andere

Kind 1 macht sich für die Schule fertig. Der morgendliche Fragenmarathon aus „Hast du für die Schule alles eingepackt? Was möchtest du zum Frühstück mitnehmen? Hast du deine Haare schon gekämmt? Du willst SO rausgehen?“ nimmt seinen Lauf. Ohne mind. eine Tasse Kaffee geht hier meistens nichts. Kind 1 verlässt pünktlich das Haus, Kind 2 guckt einen Film. Ich klappe das iPad auf und starre auf den Kalender. Heute steht Schulgespräch an. Einen anderen Termin hatte ich wegen krankem Kind 2 schon verschoben. Der war gestern noch sehr matschig und unfit auf der (selbst gewollten!) abendlichen Hunderunde.

Der Gatte kommt nach einer 24h Schicht um 07:30 Uhr heim. Zwischen Kaffee und Kaffee disktuieren wir den Gesundheitszustand von Kind 2. Und entscheiden – heute bleibt er noch daheim. Der Gatte wird dann nachmittags einspringen, damit ich arbeiten kann.

Schulgespräch mit unerwarteter Wendung

Einbestellt wurden wir wegen häufig vergessener Hausaufgaben und fehlender Regel-Begeisterung von Kind 1. Das Gespräch begann dann aber mit der klaren Empfehlung der Klassenleitung, Kind 1 von der staatlichen Grundschule in eine Montessori Grundschule einzuschreiben – wenn es denn für uns vorstellbar wäre.

Ich sitze da und atme tief durch – das war, was ich eigentlich gern vor einem Jahr gehabt hätte. Wir hatten gedacht, Kind 1 würde in der kleinen Grundschule mit kleiner Klassenstärke schon aufgefangen werden. Nach einem Jahr jetzt die Ernüchterung: Unser hoch-kreatives, empathisches und willenstarkes Kind geht in der Grundschule ziemlich sicher unter. Definitiv wird die Lernbegeisterung abflachen. Weil sie das mit dem „dieser Stift für diese Aufgabe, dieses Blatt hier hinein kleben, jetzt alles ablegen“ weder einsieht noch den Sinn dahinter versteht. Weil sie viel Zeit für intensive Projektarbeit braucht, um sich in ein Thema zu vertiefen. Dinge, die die staatliche Regelschule nicht bieten kann. Und auch nicht wird. Die Klassenleitung nimmt das Wort Hochbegabung in den Mund. Das will ich definitiv nicht hören!

Kind 2 sitzt derweil neben uns, hört zu und spielt gemütlich mit dem Klassenspielzeug. Bevor er zu den anderen Kindern und der Schwester in die Pause stürmt, räumt er alles wieder auf. Zwei Kinder, unterschiedlich wie Tag und Nacht.

Zwischen Telefon und Arbeit

Daheim lassen wir das erstmal sacken. Und überlegen, welche Montessori-Schulen überhaupt in Frage kommen. Und stellen den Essensplan für die Woche auf. Und prüfen die Finanzen. Dann ist auch schon mittag, Kind 1 kommt mit dem Bus nach Hause. Sie braucht länger als üblich, läuft einen anderen Weg. Der Gatte sucht sie mit dem Auto und bringt sie heim. Derweil telefoniere ich mit der ersten Schule und hinterlasse unsere Kontaktdaten. Mir wird ein vierseitiger unverbindlicher Aufnahmebogen gemailt. Na, da weiß ich ja, was ich abends zusätzlich mache!

Reste-Essen zaubern. Parallel das Telefon-Date mit einer Vereinskollegin. Wir stimmen uns wöchentlich über Aufgaben ab, besprechen Social Media Strategien und so weiter. Gleichzeitig schalte ich neue Mitglieder für die Webseite frei. In der Zeit fährt der Gatte einkaufen, kommt wieder und bereitet das Abendessen vor. Die Kinder springen um mich herum. Die Kaffeekanne ist schon wieder leer.

BÜRO, ich komme

Endlich. Runter ins Büro, Kind 1 begleitet mich. Sie macht singend (!) ihre Hausaufgaben, ich bearbeite eine Pressemeldung, schreibe Mails. Kind 1 ist fertig und geht mit dem Bruder oben spielen. Der Mann testet Stauraum im Auto, er wird später noch einige Bienenvölker von einer Imkerei-Auflösung holen und muss wissen, wie viele er wohl ins Auto bekommt.

Um 16:00 Uhr bekomme ich die Anzählung, er müsste in spätestens einer Stunde los. Ich rufe noch eine Lektorin an und klopfe eine mögliche Zusammenarbeit ab. Während ich zusammenpacke, um Laptop und Unterlagen mit ins Wohnzimmer zu nehmen, trudelt eine Mail ein. Ein Auftraggeber ist begeistert, Stil und Sprache perfekt getroffen. 16:45 stehen Gatte und Kinder im Büro: „Ich muss jetzt los!“ und „Ich hab sooooooooooo Hunger“ wechseln sich ab. Also nach oben, Abendessen vorbereiten. Der Gatte fährt los, die Kinder wollen fernsehen. Ich sitze mit meinem Teller auf der Terrasse. Ein paar Minuten Sonne tanken. Kind 1 kocht Tee (Pfefferminze, frisch aus dem Garten mit eigenem Honig).

Abendprogramm, wie immer

Kind 1 muss duschen (will aber nicht), Kind 2 hat immer noch „sooo Hunger“, findet aber nix (anderes). Sie kloppen sich und verwüsten das Wohnzimmer. nach Küche aufräumen und Wäsche aufhängen geh ich duschen. Und dann ist es auch schon 20:30 und ich kann „he, wenn ihr noch ein Hörbuch hören wollt, solltet ihr langsam ins Bett gehen“ rufen. Sie stürmen und trampeln übereinander. Kind 1 ist sofort verschwunden. Kind 2 kommt nochmal wieder, beschwert sich über die Schwester. Ihren Streit habe ich bis ins andere Stockwerk gehört. Er nimmt sich Bücher mit runter, damit er auch was zum lesen hat. Okaaaayyyyyyyy … auch gut.

Nachtarbeiter, immer

21:00 Uhr. Todmüde bin ich. Aber der Vormittag fehlt mir und die Liste an Aufgaben ist lang. Möglichst viel muss ich vor dem Ferienbeginn noch schaffen. Also setze ich nochmal einen Tee auf (Schwarztee mit Pfefferminze und etwas Matcha), packe meinen Kram und gehe zurück ins Büro. Der Gatte müsste auch bald wieder da sein. Jetzt arbeite ich mich durch einen Berg von Korrekturanforderungen (anderer Auftraggeber, weniger begeistert). Kommt vor, dass ich nicht sofort den Ton treffe. Mit Kritik umgehen zu lernen, muss ich trotzdem nicht unbedingt so üben, wie in dieser speziellen Situation.

Kategorie: Familienalltag

von

Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann, zwei Kindern & Bürohund in enger Gemeinschaft. Feministisch angehaucht, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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