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Rezension: Mütter unerwünscht

Es war im Jahr 2008. Ich war mit unserem kleinen Sohn schwanger und wollte gerne vor der Geburt und der Elternzeit noch eine pädagogische Fortbildung machen – wohl wissend, dass ich danach erst einmal keine Zeit  mehr dafür haben würde. Allein, ich durfte nicht. Mein Chef war der Meinung, als Schwangere bräuchte ich die Fortbildung nicht mehr zu machen.

Überhaupt war er von der Schwangerschaft nicht begeistert und bemühte sich auch nicht darum, die damit verbundenen Auflagen zum Mutterschutz einzuhalten. So ließ er sich mit der Gefährdungsbeurteilung Zeit. Und ich ließ es mit mir machen, ging weiter zur Arbeit, obwohl ich eigentlich mit unklarem Immunstatus gar nicht arbeiten durfte. Aber das war 2008, das ist doch lange vorbei, oder?

Letztens erzählte mir eine Bekannte, dass ihr Arbeitgeber sie nach der Elternzeit nicht weiter beschäftigen wolle. Er habe ihr eine Abfindung angeboten, oder sie könne Hilfsarbeiten im Büro ausführen. Es ist also noch nicht vorbei.

Mütter unerwünscht

Und genau um solche Fälle geht es im Buch von Christina Mundlos. „Mütter unerwünscht“ handelt von Diskriminierung von (werdenden) Müttern am Arbeitsplatz. Denn diese ist auch heute noch weit verbreitet, auch wenn das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) und der Fachkräftemangel beschworen werden und sich viele Unternehmen als familienfreundlich zertifizieren lassen.

Dennoch zeigt Christina Mundlos in ihrem Buch deutlich, dass diese Regelungen zwar gelten, aber in der Realität immer noch viele (werdende) Mütter diskriminiert werden.

Daher ist „Mütter unerwünscht“ ein wichtiges Buch, weil es nicht nur die herrschende Diskriminierung aufzeigt, sonder auch umfassen über die Rechte (werdender) Mütter aufklärt und im Anhang sehr hilfreiche Musterschreiben und Hinweise gibt.

So kann ich die Lektüre nur sehr empfehlen.

 

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