Rezension: Gemma Hartley: Es reicht.

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Eines Tages war bei Gemma Hartley eine Grenze erreicht. Sie konnte nicht mehr. All die Dinge, die sie im Blick behielt und ihr Mann eben nicht wurden ihr zu viel. Sie war Fed up (so der Originaltitel des Buches). Und weil sie Journalistin und Autorin ist, schrieb sie darüber.

Im Buch von Gemma Hartley geht es um Mental load und Gefühlsarbeit, also um die unsichtbare Arbeit, die Menschen (meistens Frauen) leisten. Darum, die Arzttermine im Blick zu behalten, rechtzeitig neue Schuhe in der passenden Größe zu kaufen, aber auch an die Weihnachtskarten zu denken, den Geschwisterstreit zu moderieren oder im Idealfall schon im Vorhinein zu verhindern.

Aufbau

Das Buch ist in drei Teile geteilt. Im ersten Teil schreibt die Autorin über die Gefühlsarbeit, die zu Hause anfällt und die vor allem Mütter sehr belastet, übernehmen sie doch in der Regel das Mikromanagement der Familie, ihrer Bedürfnisse und Emotionen. Und viele von ihnen leiden darunter, dass ihre Partner dies weder sehen noch anerkennen. Geschweige denn selbst einen Teil davon übernehmen.

Der zweite Teil widmet sich dem Phänomen, dass auch in allen anderen Bereichen des Lebens von Frauen Gefühlsarbeit verlangt wird, von Männern aber nicht. So sollen Frauen am Arbeitsplatz für ein gutes Betriebsklima sorgen, werden auf der Straße aufgefordert, doch mal zu lächeln und werden überhaupt immer wieder an anderen Standards gemessen als Männer.

Der dritte Teil des Buches soll nun Wege aufzeigen, wie mensch das ändern kann und die Gefühlsarbeit anders verteilt werden könnte. Hier geht es nicht nur darum, was Männer anders machen sollen (nämlich Verantwortung für die Gefühlsarbeit übernehmen und nicht nur “helfen”). Es wird auch deutlich gesagt, dass Frauen die Gefühlsarbeit auch abgeben müssen. Denn es kann nicht sein, dass Männer sich engagieren und von Frauen durch maternal gatekeeping daran gehindert werden.

Der Klassiker: Der Mann räumt die Spülmaschine ein und die Frau räumt anschließend alles wieder um, weil “er es nicht richtig gemacht hat”.

Hier gilt es, die Standards zu überprüfen und ein Gleichgewicht zu finden.

Fazit

Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe überprüft und hinterfragt, wie es bei uns läuft. Das hat mir gut gefallen.

Was mich ein wenig stört ist, dass das Buch an vielen Stellen redundant ist, aber das kommt in amerikanischen Sachbüchern ja häufiger vor.

Wen das nicht abschreckt, mag das “Es reicht.” gerne lesen, denn es behandelt ein wichtiges Thema.

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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