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Rezension: Karriere im Kinderzimmer

Eigentlich rezensieren wir ja selten Romane auf diesem Blog, aber als Franca Steffen uns anschrieb, ob wir Interesse an ihrem Buch „Karriere im Kinderzimmer“ hätten, sagte ich spontan ja. Es sei ein Roman über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So lag ein paar Tage später das Rezensionsexemplar hier auf dem Tisch – danke dafür – und ich begann mit der Lektüre.

Zum Inhalt

Eine Frau, die sich bisher vom Leben treiben lässt, wird ungeplant schwanger und lässt sich auch weiterhin treiben. Sie lebt in den Tag hinein und erfährt dann ein böses Erwachen, als sie eine traumatische Geburt gefolgt von einer postpartalen Depression erlebt. Nachdem diese überwunden ist, richtet sie sich in ihrem Leben als Hausfrau und Mutter ein.

Zwar macht sie einen halbherzigen Versuch, wieder zu arbeiten, aber dieser scheint eher dazu zu dienen, sich rechtfertigen zu können, es habe ja nicht funktioniert, weil Vereinbarkeit eben nicht geht. Das ist dann auch schon die Quintessenz aus dem Roman.

Mein Eindruck

Für mich ist dieses Buch eher kein Roman über Vereinbarkeit, sondern eher die Rechtfertigung des Nicht-Berufstätigseins. Statt zu ihrer – völlig legitimen – Entscheidung zu stehen, nicht zu arbeiten, werden hier fadenscheinige Gründe erzählt, warum es nicht funktioniert.

Die auf dem Klappentext versprochende Selbstironie habe ich nicht gefunden, dafür aber zum Teil viel zu viel Pathos:

So ist es uns am Beginn des dritten Jahrtausends beschieden, an den großen Geschäften unserer Kinder, nicht aber denen dieser Welt teilzuhaben, ohne dafür das unvergleichliche Gefühl der Mutterliebe zu opfern. Auch wenn wir uns oft genug einbilden, weitergekommen zu sein, selbstbestimmt und frei zu sein, wir sind es nicht. Zumindest dann nicht, wenn wir uns in die emotionale Gefangenschaft der Mutterrolle begeben. (S. 204)

Mir persönlich wird schlecht, wenn ich so etwas lese. Daher kann ich die Lektüre auch nicht empfehlen.

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