Szenen aus dem Kindergartenalltag – morgens

Ihr kennt das, oder? Wir können uns noch so viel Mühe geben, morgens ist es durchaus stressig – und immer wenn es schnell gehen soll, wird es so richtig problematisch. Nach mittlerweile fünf Jahren mit Krippe und Kindergarten haben sich bei uns morgendliche Stereotypen heraus gebildet – welche erkennt ihr wieder?

Der „Heut is eh alles wurscht“ Morgen

Der Tag fängt schon scheiße an. Lacht nicht, ist doch so! Egal was, das Kind meckert. Oder weint. Oder schreit. Oder alles zusammen. Aufstehen ist verkehrt; aus dem Schlafzimmer treten, bevor das Kind an der eigenen Seite steht ist verkehrt; anziehen ist doof, Zähne putzen erst recht (Wasser zu warm/kalt/nass…). Es zieht sich – das verkehrte Brot im Haus, die richtige Brotdose nicht abgewaschen (oder gar verschwunden!!); weil der Papa es wagte, mit seinem Auto zur Arbeit aufzubrechen, ist auch das falsche Auto da.

In der Kita geht es weiter: Der XY hat seine Jacke zwei Zentimeter auf den eigenen Platz geschoben; Licht zu hell/dunkel, Tagesaktivität (Waldtag, Kindergeburtstag, Kneippen, Garten, Basteln…whatever) nicht das Richtige.

Was hilft? Durchatmen. Das chinesische Alphabet rückwärts aufsagen. Langsam.

Der „Ich mach das selber!“ Morgen

Selber den Wecker ausstellen – he, ist doch egal, dass es nun zehn Minuten dauert und der Wecker dabei schrillt und scheppert!

Selber Zähne putzen, ausziehen, anziehen, das Brot schmieren (und die frischen Sachen gleich mit), selber mit der Rucksackschnur kämpfen. Selber die Türe aufschließen – auch wenn man dazu erstmal einen Hocker (selber!!!) holt. Aus dem Badezimmer. Drölfzigmeter weit weg. Den 100 Kilo Hocker. Der dann die Türe versperrt. Und dann: Selber laufen, selber Türen öffnen, selber umziehen.

Morgendliches Zeitbudget von knapp einer Stunde? Tja…

Was hilft? Durchatmen (ja, schon wieder!). Wenn möglich: morgendliche Termine verlegen. Oder im Kindergarten anrufen, dass es heut etwas länger dauert….. langfristig hilft wohl nur früheres Aufstehen.

Der „Ich bin so fröhlich, fröhlich, fröhlich“ Morgen

Ich persönlich gehöre ja zur „Nicht ansprechen vor dem ersten Kaffee“ Fraktion. Meine Kinder – meistens – nicht so. Die schlagen die Augen auf und trällern. Lachen, glucksen, kreischen. Unbeschreibliche, mir unverständliche Fröhlichkeit am frühen Morgen.

Was hilft? Durchatmen. Ganz, ganz schnell Kaffee kochen und solange die Ohren auf Fröhlichkeitstaub stellen. Und dann bitte: dafür öffnen und genießen.

Der „Grad war doch noch alles gut“ Morgen

Manchmal ergeben sich plötzliche Gefühlsumschwünge. Fröhlich ist das Kind aufgestanden, hat sich angezogen/sich anziehen lassen, hat vom Tag gesprochen … und dann, zack: Trauermiene. Schlechte Laune, keine Kooperation mehr. Stattdessen ein Machtkampf erster Güte, um jeden Zentimeter bis zum Kindergarten.

Was hilft? Mehrmals durchatmen. Eine Runde überlegen, was vorher passiert ist: Ungefragt die Brote geschmiert? Ungefragt schonmal Jacke und Schuhe geholt? Je nach Kindertyp hilft dann entweder durchfragen, in den Arm nehmen oder so tun, als wäre nix weiter.

Der „Ich bin sooooooooooooooooooooo langsam heut“ Morgen

Tritt meistens in Kombination mit elterlichem „Ich hab einen wichtigen Termin“ Morgen auf. Ist schon daran zu erkennen, dass das Kindchen nicht wach werden mag. Und dann nur noch im Schneckentempo vorwärts kommt. Alles braucht eeeeeeeeewig: anziehen, für den heutigen Pausensnack entscheiden, Kindergartentascheninhalt kontrollieren.

Was hilft? Ganz ganz ganz viel durchatmen. Entscheidungen abnehmen, sofern möglich. Und Druck rausnehmen. Weil: Druck bedeutet in der Regel nochmal deutliche Temporeduzierung. Und langsamer als Schnecken sind nur noch… genau, unbewegliche Steine. Also obacht.


Und, welche Morgen-Typen kennt ihr noch so?

nach

Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann, zwei Kindern & Bürohund in enger Gemeinschaft. Feministisch angehaucht, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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