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Das Sandkorn im Getriebe

Wir haben da ein Sandkorn. Es ist klitzeklein, nicht sonderlich auffällig. Oder wichtig. Ok, eigentlich sind es 10 Minuten. Aber die tun was: Es bringt unseren Ablauf durcheinander.

Kind 2 ist dann jetzt auch in der Schule. Das ist toll, denn: Wir steuern jetzt morgens nur noch einen Zielort an! Heureka! Im Schuljahr davor war die mehr oder minder offizielle Startzeit auf 08:15 Uhr gelegt. Buskinder kamen relativ pünktlich gegen 08:00 Uhr, wir haben das mit der Kita-Öffnungszeit auch irgendwie halbwegs hinbekommen.

Dann der Neustart, beide Kinder in der gleichen Schule. Auf der Wegstrecke zig Sperrungen, Umleitungen und eine ausfallende Busverbindung – die Schule begann monatelang tendenziell 08:15 Uhr oder später. Der Gatte konnte an mindestens 3 Tagen pro Woche die Fahrten übernehmen – je nachdem, ob er gerade aus der Schicht kommt und/oder seinen freien Tag hat, waren die Kinder gegen oder kurz nach acht auf dem Schulgelände. Mein Auto konnte stehenbleiben, der Spritverbrauch beider Autos zusammen genommen blieb ganz passabel – klar, ein bereits warmgefahrenes Auto verbraucht einfach weniger.

Mittlerweile ist der Bauwahn auf den Straßen halbwegs beendet. Und die Schule bittet darum, die Kinder doch wirklich ontime zu bringen – besser 07:50 Uhr, um pünktlich um 08:00 Uhr zu starten. Legitime und völlig korrekte Bitte. Es gibt nun mal feststehende Bedingungen, an die wir uns alle halten – müssen und auch wollen. Die Kinder sind lieber zeitgerecht da, um sich nicht hetzen zu müssen.

Da ist es: Das Sandkorn im Vereinbarkeitsgetriebe

Denn jetzt hakt es. Der Gatte schafft das mit dem morgendlichen Fahren nur an absolut freien Tagen – morgens nach der Schicht hat er mit winterlichem Verkehr keine Chance mehr, hier pünktlich die Kinder einzusammeln. Verzögert sich sein Feierabend um nur 5 Minuten, landet er haargenau im morgendlichen Pendlerverkehr.

Also heize ich an den meisten Tagen das kalte Auto an, bringe die Kinder morgens pünktlich in die Schule und begebe mich dann erst an die Arbeit. Zeit, die mir morgens fehlt. Sprit, der zusätzlich verbraten wird, Laufleistung am Auto, die zusätzlich anfällt. Zeit, die dem Gatten mit den Kindern „fehlt“, auch wenn morgens nur ab und an konkret noch etwas besprochen werden muss.

Letztlich sind es nur 10-15 Minuten, die das Sandkorn in unserem Ablauf ausmachen. Die ein funktionierendes System beeinträchtigen. Die auch vergleichsweise einfach aufgefangen werden können. Und trotzdem: Das Vereinbarkeitsgetriebe stottert.

Hast du auch so ein „Sandkorn“?

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