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Alltag ohne Kinder – wenn die Kinder auswärts Ferien machen

Seit mittlerweile SIEBEN Jahren wird das die allererste Woche, in der wir KEIN Kind bei uns haben werden. Das ist so dermaßen #erstemale, dass ich das hier mit aufzeichnen wollte. Quasi als liveticker über die komplette Woche. Wie das so ist, der Alltag ohne Kinder. Erinnern können wir uns da ja quasi eh nicht mehr dran.

Es sind Faschingsferien hier in Bayern. Eine Woche schulfrei, drei Tage Kindergartenfrei. Mit den Großeltern haben meine Kinder schon zu Weihnachten ausgehandelt, dass sie dann zur Oma dürften. 600km einfache Wegstrecke. Die Großeltern holen ab und nehmen sie mit, wir fahren am Ende der Ferien hoch nach Brandenburg und holen sie wieder heim.

Das große Zittern vorneweg

Vor einer Woche:

Natürlich, irgendwer wird immer krank. Der Mann ist in der Woche krank geschrieben. Kind 2 liegt mit echter Grippe flach – samt Fieber, totaler Unlust und keinem Hunger usw. Nur wir „Damen“ halten uns soweit wie möglich aufrecht. Am Mittwoch kommt die Oma samt Opa aus Brandenburg zu uns nach Bayern – ich hab schließlich Geburtstag. Da schläft Kind 2 noch viel und Kind 1 ist irgendwie auch nur so halbfit. Ob das also klappt, mit dem wegfahren?!

Alltag ohne Kinder Tag #1, Samstag

Gestern waren beide Kinder einigermaßen fit. Kind 2 ist auf dem Weg der Besserung soweit, dass er lacht und isst und sich SO SEHR auf die Omabesucherei freut. Kind 1 ist etwas ruhiger als sonst, aber ebenfalls voller Freude. So vorfreudig, dass sie schon um 06:00 Uhr aufsteht. An einem SAMSTAG. Und frühstücken mögen beide nix. Beide warten auf die Oma, denn die schläft auswärts und frühstückt erst in Ruhe. Ich stell ihnen trotzdem Rühreier und Toast vor die Nase und packe derweil ihre Klamotten für eine Woche zusammen. Dazu noch Spielzeug, TipToi Bücher, Vorlesebücher, Kuscheltiere. Die Oma ist da (und der Opa, der das Auto fährt, auch!) und zack, sitzen sie auch schon im Auto. Eine Runde knutschen und knuddeln und sie rollen vom Hof.

Der Mann und ich, wir gucken uns etwas ratlos an. Und machen erst mal den Fernseher aus, auf dem noch Kinderfernsehen lief. Besprechen einen Tagesplan, schreiben den Einkaufszettel und drehen eine laaaaaaange Runde mit dem Hund im Sonnenschein. Dann einkaufen und den Kram für die Woche besorgen, inklusive ein paar neuer DVDs, die mit Kindern dank FSK 18 nie gingen. Daheim noch ein Kaffee und den Laptop auf die Knie, um eine Runde wegzuarbeiten. Der Hund guckt komisch zwischendurch, wir auch. Ist so ruhig hier. Und die Zeit vergeht irgendwie nicht. Zwischendurch ruft die Oma an: Sie sind schon angekommen. Alles gut soweit, die Fahrt war ruhig und die Kinder haben sich direkt im Haushalt verteilt. Die eine guckt DVD, der andere sucht die Katzen.

Noch einmal total in Ruhe und OHNE Störung baden, während der Mann das Essen macht. Und dann einen Marvel- Film, den wir schon ewig sehen wollten. Und einen fiesen Horrorschinken hinterher, der mit Monstern und Höllentoren winkt. Totales Erwachsenending also. Wir sind sogar richtig lange wach. Fühlt sich auch alles nicht so aufregend an, wie vorher ausgemalt.

Alltag ohne Kinder Tag #2, Sonntag

Ausschlafen klappt nur so bedingt, der Hund bellt am frühen Morgen und scheucht den Mann hoch. Bis ich verschlafen aus dem Bett krieche, ist der Hund schon wieder müde und verzieht sich. Frühstück machen, Kaffee in Stille trinken. Der Mann zockt etwas, ich arbeite auf der Couch an einem neuen Projekt. Und weil draußen die Sonne scheint, noch eine Runde mit dem Hund. Also gleich, wenn ich das hier beendet habe. Es ist grad erst mittags. Wann die Kinder anrufen werden? Habe der Oma versprochen, dass sie das selbst mit den Kindern ausmacht, wann Bedarf nach unseren Stimmen besteht. Also muss ich wohl warten…

Heut abend lockt das Abendessen mit Freunden. Seit November versuchen wir, einen Termin zu finden, der für alle passt. Dazwischen wird mehr Arbeit stehen. Oder dieses neue Buch, dass ich zu Ende lesen müsste.

Das Essen war lecker, eine kurze Runde durch die Altstadt von Regensburg haben wir auch gedreht. Und beschlossen, dass wir beim nächsten Mal diese Billiardhalle ausprobieren, die es auch schon ewig gibt – und keiner von uns war da bisher drinnen. Pünktlich um 21:00 Uhr sind wir zu Hause. Kontrolle: Hat die Oma angerufen? Nein, immer noch nicht. Wird schon alles passen, gell…

Und dann passiert auch nicht mehr viel, der Gatte muss am Montag schließlich früh raus zur Arbeit.

Alltag ohne Kinder Tag #3, Montag

Puh, also nachts keine Kinder neben einem liegen zu haben ist … seltsam. Und morgens liegen auf dem Weg zu Kaffeemaschine und Zahnbürste keine über Nacht (also eher: den frühen Morgen) entstandenen Spielzeughäufchen herum. Das macht meinen morgendlichen Ausweich-Slalom heute etwas … schräg. Egal. Ofen einheizen, Waschmaschine anschmeißen, Geschirrspüler bestücken – und mit dem Kaffee an die Arbeit setzen.

Ein paar Stunden später habe ich heute mit genau EINER anderen Person gesprochen. Und mit zig Leuten digital kommuniziert, aber egal. Und endlich diese Kartonecke mit Kinderkleidung im Büro wegsortiert, ein leckeres Abendessen gekocht und mir viele Gedanken um ein wichtiges Projekt gemacht, das morgen endlich richtig anrollt. Und kurz durchgesaugt und gewischt – meine Güte, geht das SCHNELL, wenn man mal vorher keine Stunde lang kleinteilige Playmobilserien, Lego-Tempel und Papierschnipsel vom Teppich klauben muss.

Und jetzt? Jetzt hätte ich gern bitte danke schön eins von den vielen tausend „MAMAAAAAs“ gehört, die sonst jeden Tag permanent um mich herum flattern. Ich muss aber noch etwas warten und vertreibe mir die Zeit .. genau, mit mehr Arbeit. Ein bisschen kann ich noch. Mich weckt ja morgen keiner zu unmenschlichen Zeiten. So.

Alltag ohne Kinder Tag #4, Dienstag

Und zack, schon wieder ein Tag rum. Der hier heute war ausgefüllt mit Arbeit. Erst daheim im Homeoffice und dann noch ein 5stündiges Interview mit einem Kunden. Nach 21:00 Uhr war ich dann daheim und bin, ehrlich gesagt, total platt. Und doch froh, keine lauten Kinderlein hier herumspringen zu haben. Über die Ruhe hier bin ich grad echt erleichtert.

Alltag ohne Kinder Tag #5, Mittwoch

Früh aufstehen, Material für den zweiten Tag mit dem Kunden sichten, noch eine Runde mit dem Hund drehen und dann huschhusch, ab in die Stadt. Ziemlich viele Stunden später sitzen wir dann zum Abschluss noch auf eine Pizza und Wasser (japp, so gloriös ist das Leben als Ghostwriter/Online Redakteur!) beisammen. Und dann zurück zum Auto, im Schneeregen wieder heim.

Heute schmeiße ich meinen Laptop nur noch in die Ecke und gucke einen (mittelprächtigen) Antiker-Held-stellt-sich-seiner-Verantwortung Film. Zwischendurch trudelt die Meldung von der Oma ein: Alles gut, Kinder friedlich und freudig und überhaupt, sie schlafen sogar alleine. Ab 20:00 Uhr! (WTF?!)

Alltag ohne Kinder Tag #6, Donnerstag

Der letzte Tag ist angebrochen. Ich hab mir selber das Ausschlafen erlaubt 😉 Und bin erst später aufgestanden. Den Hund gefüttert, einen Hefeteig für Zimtschnecken angesetzt und jetzt sitze ich hier wieder am Laptop. Mails beantworten, die von gestern liegen geblieben sind. Mails lesen, die gestern eingetrudelt sind und mich weiter beschäftigen werden. In Ruhe Musik hören und überlegen, was ich für das kommende WE einpacken muss.

Denn: Morgen abend sehe ich meine beiden wieder. Hach. Erstaunlich, wie dehnbar Zeit ist.

Und dann spielt die Oma für die Kinder „Sekretärin“ und tippt Facebooknachrichten ganz nach Kinderwunsch. Jetzt weiß ich immerhin auch, dass es bei Oma Pudding mit Erdbeeren gab. Eingefrorene von Omas Garten, nehme ich mal an. Und das ich vermisst werde. Also doch, auch wenn die Oma noch so toll ist 😉

Alltag ohne Kinder Tag #7, Freitag

Morgens in der früh aufstechen, den Rest Zeugs in die Tasche werfen und am Rechner noch eben die letzten Handgriffe fürs Geschäft erledigen. Dann steht auch der Mann schon nach der Nachtschicht vor der Türe und der Hundesitter rollt an. Der Hund springt freudig seiner ehemaligen Pflegerin in die Arme und zieht von dannen. Wir trinken einen letzten Kaffee – und dann geht die SMS an die Oma raus: „Wir sind unterwegs!“

600km, mehrere ernsthafte Gesprächsthemen und so gar keinen Blitzer später stehen wir – erstmal bei meiner Schwester. Und quatschen da noch eine Runde, bestaunen das schon länger fertige neue Haus und den dortigen Familienzuwachs (männlich, im Pflegelalter und mit vier Pfoten). Weiter geht es erst, als es schon dunkel ist. Die Straßen fahre ich immer noch quasi blind – ich bin sie mit 18 bis 21 quasi dauernd gefahren. Da kann die Navi-Tante einpacken.

Und dann steht man so da am Bett mit den schlafenden Kindern und weiß nicht so recht: aufwecken und knuddeln? Schlafen lassen? Wir haben uns zwar für letzteres entschieden. Am nächsten morgen um halb 7 (!) standen sie dann aber beide vor uns, im anderen Zimmer. Inklusive „He, das ist doch unser Spielzimmer, was macht ihr denn hier?!“ und ziemlich langem rumgebalge auf der unbequemen Couch.

Die Kinder wollen das im Sommer gern wiederholen. Die Oma auch.

Ich freu mich schon drauf. Ein bisschen.

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