10 Jahre Offener Ganztag

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich gegen die Schließung der Horte protestiert habe. Mein großer Sohn war noch zwei Jahre im Hort, bevor er in den offenen Ganztag wechseln musste und der Unterschied war krass.

Beim Frühstück in der OGS vom Kleinen sagte der leitende Erzieher, dass sie zur Zeit mit vier hauptamtlichen Kräften 97 Kinder betreuen, dass aber theoreisch bis zu 112 Kinder möglich wären. In vier ehemaligen Klassenzimmern, ohne Ruheraum. Ok, es gibt den Schulhof, aber das geht ja auch nicht bei jedem Wetter.

Die Lärmbelastung ist enorm, nicht nur für die Erzieher (die jetzt noch alle jung sind, aber ja auch irgendwann mal älter werden).

Was ist uns die Betreuung unserer Kinder wert? Offensichtlich wenig, denn es geht bei der OGS ganz klar um Masse statt Klasse. Es werden immer neue Gruppen eröffnet, aber die Qualität leidet.

Sabrinas Sicht: OGS an der Montessori-Schule

Das eine Jahr an der staatlichen Schule war für Kind 1 kein sonderlich aufregendes. Die Gruppengröße der Nachmittagsbetreuung hier in der Dorfschule ist klein, maximal zwei Betreuerinnen kümmerten sich um 10-15 Kinder. Manchmal stand Backen auf dem Plan, fast immer “Freispiel” und basteln. Jeden Tag. Ein ganzes Schuljahr lang.

Dann kam der Wechsel zur Montessorischule mit richtigem OGS-Konzept, weg von der reinen Betreuung. Das Programm wechselt von Jahr zu Jahr. Es gibt Theaterworkshops, Nähwerkstätten, Holzbearbeitung, einen Eselszirkus (ja, mit lebendigem Esel und Zirkusartisten!), eine Schulimkerei, Förderkurse zur Vorbereitung auf den Schulabschluss, Sport- und Hauswirtschaftsangebote. Die Gruppen sind vergleichsweise klein – aber das liegt auch an der winzigen Schule, die insgesamt keine 100 Menschen umfasst, die Lehrer mit eingeschlossen.

Theoretisch werden die Plätze ausgelost, unter Umständen kann es also sein, dass wir mal keine Nachmittagsbetreuung haben werden – oder jedenfalls nicht an vier ganzen Tagen.

Die OGS ist allerdings im Schulgeld enthalten, Mittagessen vom Biocaterer kostet extra, aber nicht wirklich viel. Insgesamt zahlen wir dann für zwei Kinder mit einer 4-Tage-OGS um die 400,- inkl. Schulgeld und Essen. Wie lange die Schule diesen günstigen Preis halten kann? Ich hoffe, sehr lange. Aber die Wirtschaftskosten einer freien Schule sind hoch, sie erfordern viel Eltern-Engagement und das alle mit anpacken, wenn es nötig ist.

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Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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