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Zeitmanagement für Profis: No time means no priority!

Diesen Beitrag habe ich eine Weile vor mir hergschoben. So wie viele Dinge. „Keine Zeit“ sage ich mir. Und anderen. Aber Tatsache ist doch: Ich habe Zeit für anderes. Und dieser Beitrag hier, der hatte „keine Priorität“. So wie viele andere Dinge auch. (No) Zeitmanagement lässt grüßen.

Denn es gibt Sachen, die stehen auf der Prioritätenliste immer ganz oben. Morgens Zähne putzen, Klamotten anziehen, die Kinder pünktlich in Kindergarten und Schule abliefern. Aber….

Schminken? Hab ich meistens keine Zeit für.

Jeden Abend durchsaugen und wischen? Sorry, keine Zeit!

Diese Ecken an den Fensterbrettern ausputzen? Ach, ich hab echt SO VIEL zu tun…

Genauer: no priority for that. Hier gibt es immer Wichtigeres zu tun. Bloggen beispielsweise ist deutlich „wichtiger“ als durchsaugen. Und Erwerbsarbeit ist deutlich wichtiger als Kinderbilder sortieren. Und so bilden sich hier daheim Stapel und „Ecken“, die irgendwie immer auf „mehr Zeit“ warten, aber eigentlich nur auf der Prioritätenliste nach oben rutschen müssten.

Richtig großartig ist übrigens dieser TED-Talk, über den ich schon vor einiger Zeit gestolpert bin. Und dann noch einmal im Fernbus, mit nichts anderem zu tun als „Zeit verbringen“, weil Lesen/Arbeiten oder sonstwas im Bus für mich leider nicht funktioniert. Aber zuhören – zuhören ging.

Laura Vanderkam zuzuhören, war eine kleine Offenbarung. Darüber, wie ich eigentlich mit dem Thema „Zeit“ umgehe.

Im Prioritäten-Wust

Jetzt gibt es ja nicht nur privat, sondern vor allem auch im beruflichen Umfeld jede Menge Zeug, das zwar wichtig ist, aber wenig Priorität bekommt. Wer jetzt viel im Zeitmanagement-Sektor herumstöbert, der stößt automatisch auf die Eisenhower-Matrix zur Priorisierung. Das ist eine Entscheidungshilfe, die die wirklich wichtigen Dinge nach vorne schiebt.

Entscheidungshilfe #vereinbarkeitIm Grunde wäre es mit professionellem Zeitmanagement einfach:

  1. Alle wichtigen und dringenden Sachen nach vorne auf der Liste
  2. Alle Sachen, die wichtig sind (aber eben nicht dringend) kommen direkt danach
  3. Alles andere kommt irgendwann, wobei
  4. Nicht wichtiges UND nicht dringendes darf gerne im Papierkorb landen (oder in der „Neverever“-Liste im Trello-Board)

Ganz praktisch gibt es Momente im Alltag, da ist irgendwie ALLES dringend & wichtig. Und was macht man dann bitte? Nochmal sortieren. Oder das, was am wenigsten Konsequenzen nach sich ziehen könnte, ignorieren, bis es brennt. Und sich dann feuerwehrmäßig immer um die heißesten Flammen kümmern. Ist nicht sehr nervenschonend, aber …. es funktioniert durchaus auch.

Back to no time = no priority

Also: Etwas, das entweder wichtig oder dringend ist, steht auf der Prioritätenliste ganz vorne. Weil es ja entweder wichtig ist (Steuerkram, beispielsweise) oder dringend (wie der Arztbesuch vom schmerzgeplagten Kind). Solche Sachen bekommen wir immer unter. Auch dann, wenn der Terminkalender voller anderer Sachen steht.

Wenn wir die Dinge – auch vor uns selbst – korrekt benennen, dann wird die Sache mit der Zeit und der Priorität auch klarer. Gerade jetzt und heute den Vorsorgetermin für die Zahnarzttermine der Kinder im letzten Jahresquartal zu machen? Hat absolut keine Priorität. Die ZEIT hätte ich dafür bestimmt zwischendurch, sind ja nur 10min Kalenderwälzen und telefonieren.

Auch das Aufräumen der „Ecken“ im Wohnzimmer würde wohl nur 30-40min an Zeit erfordern. Aber mal ehrlich? Solange niemand zu Besuch kommt, den das kümmern könnte, bleibt alles beim Alten. Weil es eben „null Priorität“ hat. Wenn sich allerdings das gebunkerte Zeug auf den Esstisch ausbreitet und nirgendwo mehr Ablageplatz ist, ja DANN klettert dieser Punkt auf meiner imaginären Liste nach oben.

Klare Kommunikation hat den Vorteil, das sie auch klare Verhältnisse schafft. Und, mich zumindest, zum Nachdenken bringt:

  1. Warum bleiben manche Dinge so unendlich lange unerledigt?
  2. Warum habe ich für einige Sachen sofort und ohne Kompromisse Zeit?

Ich benenne es korrekt und erkenne: He, das Ding auf der Liste hat einfach null prio für mich. Warum also sollte ich mich mit dem Gedanken stressen, es erledigen zu müssen? Runter von der Liste damit, raus aus meinem Kopf!

Priority and time – und bei den Kindern?

Ok, jetzt wird es schwierig. Können wir den Kindern wirklich sagen, das ihre abendliche Geschichte keine Priorität hat, weil die Küche zuerst aufgeräumt werden „muss“? Können wir einem Kind gegenüber sagen, das der Job jetzt gerade wichtiger ist als seine Bastelidee?

Wie würdest du das umsetzen?

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