Schlafenszeiten vereinbaren

Feste Schlafenszeiten? Haben wir nicht. Warum auch? ich persönlich gehe auch nicht jeden Abend zur gleichen Zeit ins Bett. Warum sollte ich das denn von meinem Kind verlangen?

Wer bin ich überhaupt, darüber zu entscheiden, wann mein Kind müde ist? Das kann es doch selber. Und zwar von Anfang an. Auch wenn viele das anders sehen.

Feste Schlafenszeiten sind aber doch praktisch

Ich kenne auch Menschen, denen es wichtig ist, dass das Kind zu einer bestimmten Uhrzeit im Bett ist, einfach damit sie ihre Ruhe haben. Das mag Vorteile haben, aber bestimmt auch Nachteile. So habe ich es erlebt, dass Eltern, deren Kinder eben immer um 19.00 Uhr ins Bett müssen, dann auch Feiern verlassen mussten, um diesen starren Rahmen einzuhalten. So etwas finde ich schade.

Außerdem stellt sich mir die Frage, was mit den Kindern gemacht wird, damit sie auch zu der vorgesehenen Uhrzeit schlafen. Da denke ich spontan ans Ferbern, was ich persönlich strikt ablehne. Dabei wird gegen das natürliche Bedürfnis des Kindes angekämpft und ihm ein künstlicher Rahmen gesetzt und das auch noch durch Ausspielen der elterlichen Macht aufgezwungen.

Hier spielen für mich egoistische Motive der Eltern eine Rolle. Dabei möchte ich gar nicht in Abrede stellen, dass Eltern auch ein Recht auf Privatsphäre und Zeit für sich haben, aber ich persönlich möchte nicht meine Bedürfnisse gegen die meiner Kinder kämpfen lassen, ich versuche lieber eine Lösung zu finden, mit der wir alle leben können.

Aber dann bekommst du das Kind ja nie ins Bett!

Das stimmt so nicht. Ich bekomme das Kind nicht unbedingt zu der Zeit ins Bett, die mir vorschwebt. Aber schlafen wird es schon. Denn Schlaf ist ein Grundbedürfnis.

Meine Kinder können dann schlafen, wenn sie müde sind. Und das hat nicht dazu geführt, dass sie die ganze Nacht wach sind. Es hat aber dazu geführt, dass mein Kleiner Sohn zu mir kommt und sagt: „Mama, ich bin müde, bitte bring mich ins Bett.“ Und zwar auch dann, wenn es gerade total spannend und interessant um ihn herum ist. Wenn er müde ist, will er schlafen.

Vielleicht liegt das daran, dass er sicher sein kann, er dürfte länger aufbleiben. Er weiß, er verpasst nichts, was er nicht an einem anderen Tag nachholen kann.

Und wie sieht das praktisch aus?

Praktisch ist das so, dass wir abends Familienzeit haben. Wir machen kein extra Kinderprogramm sonder machen etwas gemeinsam oder jeder für sich. Und wenn der Kleine müde ist, dann sagt er das und dann begleite ich ihn in den Schlaf. Ich finde es sogar positiv, dass mein Kind nicht so früh ins Bett geht, weil wir dadurch einfach mehr Zeit als Familie haben.

Manchmal schlage ich ihm auch vor, hoch zu gehen und dort zu ruhen, wenn ich den Eindruck habe, er ist sehr müde, wenn er das aber nicht annimmt, dann bleibt er halt auf.

Es kommt durchaus vor, dass ich dann gleich auch ins Bett gehe, wenn der Kleine schläft. Oft stehe ich dann aber noch einmal auf. Der Große geht meist später ins Bett als ich oder gleichzeitig mit mir. Und Mr T ist in der Regel derjenige, der am längsten aufbleibt.

Im Übrigen haben wir festgestellt, dass der alltägliche Ablauf Einfluss auf unsere Schlafenszeiten hat. Wenn ich morgens früh raus muss, gehe ich eher schlafen und so ist das auch bei den Kindern. Kindergarten- und Schulzeiten sorgen dafür.

Und wenn wirklich mal jemand zu lange auf war?

Dann ist er oder sie am nächsten Tag eben müde. Das geht uns Erwachsenen genauso wie den Kindern. Aber bei uns stört sich niemand daran. Warum dürfen Kinder nicht auch erfahren, wie es ist, müde zu sein, weil man am Tag vorher später ins Bett gegangen ist?

Eine nette Seite zum Thema Kinderschlaf findet ihr übrigens bei Das Kind muss ins Bett.

 

 

3 Gedanken zu „Schlafenszeiten vereinbaren

  1. Hey,

    ich finde deine Darstellung sehr plausibel!

    Bei mir ist es aber zum Beispiel so, dass meine Tochter (2 Jahre alt) nicht schläft wenn sie müde ist. Sie muss schon richtig hingelegt werden, wenn die Anzeichen von Müdigkeit kommen.
    Ich habe es auch schon mal ausprobiert, dass ich es dem natürlichen Verlauf überlasse. Dann ist es aber so, dass sie am nächsten Tag richtig schlecht drauf ist und bei jeder Kleinigkeit weint.

    Zudem ist es auch beim Mittagsschaf so.. Wenn ich es ihr überlasse schläft sie erst um 14/ 15 / 16 Uhr ein…was wiederum dafür sorgt, dass sie Nachts ganz spät schläft…

    Deswegen habe ich zwar keine Punkt genau Uhrzeit zum Schlafen aber einen Zeitraum.
    Mittags zwischen 11-13 Uhr
    Abends 19-21 Uhr

    Wie war das bei deinen Kindern, als sie noch Babys/ Kleinkinder waren?

    • Uta

      Bei meinem Großen habe ich auch noch an feste Zeiten geglaubt. Er hat bis heute Probleme damit, seine Müdigkeit richtig zu spüren und lernt nun gerade, darauf zu hören.
      Der Kleine hat von Anfang an selbstbestimmt geschlafen. Wobei ich ihm auch anbiete, mich mit ihm hinzulegen, wenn ich den Eindruck habe, er ist müde. Wenn es klappt, gut, wenn nicht, stehen wir eben wieder auf. Bei ihm ist es auch so, dass er von sich aus zu mir kommt und sagt, dass er ins Bett möchte. Auch wenn es gerade spannend ist und viel um ihn herum passiert. Vielleicht, weil er keine Angst haben muss, etwas zu verpassen?

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