A.-K. Mull: Ist Öko immer gut?

Und welche Fragen stellst du dir so, gelegentlich? Ich verwickle mich oft selber in Gedankengängen, ob das jetzt nachhaltig ist – oder nicht. Ob ich lieber dieses oder jenes umsetze, um umweltbewusster zu leben. Ob ich schon genug mache – oder eigentlich viel zu wenig.

Deshalb fand ich den Sammelband „Ist öko immer gut?“von Ann-Kristin Mull auch so spannend. Zig Themen, sachlich und prägnant ausgearbeitet.

Er kam – übrigens ohne extra Folieneinband und haptisch ganz klar „öko“ – schon vor einiger Zeit hier an. Ich schlug ihn auf und suchte mir wahllos ein Kapitel heraus. Witzigerweise das zu vegetaisch/vegan. Und landete in diesem Abschnitt:

Dann wars leider erstmal aus mit mir und diesem Buch. Von restriktiver, einseitiger Ernährung kann bei Veganismus nun echt keine Rede (mehr) sein (und der Graslutscher hat das viel schöner und umfangreicher begründet, als ich das als Nicht-Veganerin beschreiben könnte).

Das Buch „Ist Öko immer gut?“: Aufbau & Inhalt

So kann das ja nun nicht bleiben – also griff ich dann irgendwann doch wieder danach. Und siehe da, die anderen genannten Expert:innen bringen viele gute Punkte zur Sprache. Unter anderem die hier:

  • Leben und Kaufen
  • Energie
  • Urlaub und Verkehr
  • Geld und Mensch
  • Entwicklungshilfe
  • Denken

Jeder Themenkomplex startet mit einer Doppelseite: Typische Fragen auf der einen, der namensgebende Komplex auf der anderen Seite.

Prägnant hervorgehoben sind die jeweiligen Experten, mit kurzer Bio und Portrait. Und dann startet eine Art „Interview“, in dem typische Fragen durch jeweilige Expert:innen beantwortet werden. So manches ist griffig als Zitat herausgehoben, anderes in langen Sätzen aufgearbeitet.

3 Expertinnen und 13 Experten kommen insgesamt zu über 50 Fragen zu Wort. Ja, das Ungleichgewicht überrascht nicht wirklich. Gehofft hatte ich trotzdem, es würde mal anders ausfallen.

Am Ende kommen gebündelt noch einige Linktipps, ein wirklich hilfreicher Saisonkalender für heimische Feldfrüchte, geprüfte Umweltsiegel und Hilfsorganisationen zusammen. Und Buchtipps. Und eine Eiweißquellen-Übersicht, die mir doch etwas geschönt in Richtung Fleischverzehr wirkt. Wenn ich mal Zeit habe (haha!), dann recheriere ich das bestimmt mal nach.

Fazit: Ja, lesenswert, aber ..

Intention des Buchs ist lt. der Herausgeberin Ann-Kristin Mull, „Startenden“ etwas an die Hand zu geben. Und es gleichzeitig wissenschaftlich fundiert und leicht lesbar zu gestalten. Das ist absolut gelungen.

Aber, nun ja, da ist das Aber: Gendersensibel ist da mal wieder nix. Und wie viel sich in dem Bereich der Nachhaltigkeit tut, merkt man ganz fix. Denn das Buch ist von 2016, aber das eine oder andere wirkt für mich schon fast wieder überholt. Und zumindest im Bereich der Veganthematik auch tendeziös. Schade eigentlich.

Du kannst das Buch direkt über den Tectum Verlag beziehen oder es (tja) auch bei Amazon (Affiliatelink) kaufen.

Sabrina
Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann & zwei Kindern in enger Gemeinschaft. Feministisch, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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