Von Adventswichteln, Weihnachtsmännern und dem Christkind

In letzter Zeit sehe ich in meiner Facebook-Timeline viele Bilder von kleinen Türen. Sie gehören angeblich kleinen Wichteln, die auch den Adventskalender bringen und die Weihnachtsdeko und, und, und…

Mich befremdet das und zwar aus verschiedenen Gründen. Zum einen ist mir das ganz praktisch zu viel Arbeit, so etwas zu installieren. Und dann auch noch heimlich, denn die Kinder dürfen davon ja nichts merken.

Dann ist es ein Brauch, den ich gar nicht kenne. Er kommt wohl aus Skandinavien. Ich kenne aber viele andere Traditionen, die ich mag und auch an meine Kinder weiter geben möchte.

Was mich aber am meisten befremdet ist, wie unter dem Deckmantel des “magischen, märchenhaften” die Kinder hier schlichtweg belogen werden. Das möchte ich für meine Kinder nicht.

Ich erzähle ihnen keine Geschichten von Wichteln, die den Adventskalender bringen und wir stellen auch dem Nikolaus keine Milch hin, damit er sich stärken kann. Hier bringt auch nicht der Weihnachtsmann die Geschenke, wenn überhaupt reden wir vom Christkind, denn schließlich geht es an Weihnachten um die Geburt eines Kindes.

Das klingt euch zu rational? Ich glaube, dass auch für uns die Advents- und Weihnachtszeit viel Magisches hat. Denn wenn der Barbarazweig, der am 4. Dezember noch ganz tot wirkt, dann auf einmal austreibt und schließlich blüht, dann ist das auch magisch.

Am heiligen Abend stellen wir dann die Rose von Jericho an die Krippe, die sich dann im Laufe des Tages entfaltet und grün wird. Auch dies ist ein kleines Wunder. Und das ganz ohne Lügen.

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Wir erzählen unseren Kindern nicht, dass der Nikolaus kommt und Geschenke bringt. Wir hängen abends zwar den Socken raus und morgens wird geschaut, was drin steckt, aber die Kinder wissen, dass wir Eltern die Socken befüllen. Denn sie wissen, wer der Nikolaus war. Dass er vor langer Zeit als Bischof von Myra lebte und viel Gutes getan hat, vor allem für Kinder. Dass Myra heute in der Türkei liegt und dass wir den Nikolaus feiern, weil er so ein guter Mensch war. Sie mögen die Geschichten vom Nikolaus und wir lesen sie ihnen gerne vor.

Auch Weihnachten verliert nichts von seinem Zauber, weil die Kinder wissen, dass wir uns gegenseitig etwas schenken. Sie freuen sich genauso auf die Bescherung. Und sie genießen auch die Feier.

Und ich persönlich fühle mich so wohler, als wenn ich meinen Kindern irgendwann erklären müsste, dass sie jahrelang an Geschichten geglaubt haben, die eigentlich Lügen waren.

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

2 Gedanken zu „Von Adventswichteln, Weihnachtsmännern und dem Christkind“

  1. Sehr spannend.Ich habe einen 6 jährigen Sohn, der mir gerade sagte, ich solle aufhören mit dem Nikolaus Quatsch und schöne Geschenke kaufen gehen. Schon lustig. Irgendwie lügen wir die Kinder zuerst an, bevor sie spätestens im Teenie Alter uns anlügen :))

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