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Warum Respekt (k)ein Selbstläufer ist

In meiner heilen GFK+AP-Welt ist respektvoller Umgang miteinander ziemlich selbstverständlich. Außerhalb dieser Blase ist „Respekt haben“ und „respektvoll verhalten“ öfter Thema. Und führt zu Streit. Zwischen Eltern, zwischen Eltern und Kindern, zwischen Erwachsenen allgemein. Wie ist das so, mit dem Respekt: Selbstläufer? Oder verlorenes Kulturgut?

Theoretisch ist es einfach. Wer respektvoll behandelt wird, gibt das nach Außen hin weiter, agiert respektvoll gegenüber anderen. Wer dagegen Machtmissbrauch erlebt oder gewaltvoll behandelt wird, der gibt dem nachfolgenden Schwächeren meistens (aber nicht immer!) respektloses Verhalten weiter.

Wer kennt den Ausspruch nicht „… da ist mir eben mal die Hand ausgerutscht…“ Den meisten Eltern geht es hinterher aber nicht besser, eher macht sich ein Gefühl von Ohnmacht und Erschrockenheit breit.

Das Kind macht so die Erfahrung, dass der Stärkere sich mit körperlicher Gewalt durchsetzen kann, fühlt sich aber gedemütigt und in seiner Würde verletzt.. Aus dem körperlichen Schmerz, wird dann ganz schnell ein seelisches Leiden. Die Abwertung von den Personen, denen es am meisten vertraut, sitzt sehr tief. Gewalt wird so leicht zum Mittel von Auseinandersetzungen auch im sozialen Umfeld des Kindes, z.B.: in Kindereinrichtungen.

Damit ist dann eine Ablehnung von sonst so wichtigen Spielgefährten vorprogrammiert. Im schlimmsten Fall, entsteht ein Kreislauf mit immer wieder kehrenden Verhaltensmustern, mit  Auswirkungen bis hin zur nächste Generation. Durchbrechen sie diesen Kreislauf! (Fachzentrum für Pflegekindwesen Sachsen-Anhalt)

Juul sagte mal, den Grundstock für das spätere Verhalten von Teenangern legt man im Kleinkindalter. Für den Teenanger wäre jeglicher Erziehungsversuch zu spät, man könne nur hoffen, es anfangs richtig gemacht zu haben. (sinngemäß, korrigiert mich gerne, wenns nicht korrekt wiedergegeben ist!). Tja. Das ist jetzt für Teenie-Eltern ziemlich doof, ne?

Respektloses Verhalten & Spiegelkinder

Da gibt es Artikel und Beiträge, die den mangelnden Respekt bei der aufwachsenden Generation bemängeln. In den Kommentarspalten wird dann von „Bratzen“, „Bälgern“ oder „Rotznasen“ (wie nostalgisch!) gesprochen. Und geschimpft, wie unfähig moderne Eltern seien, wie wenig sozialverträglich die Jugend. Das geht sogar soweit, das eine Schule dafür gefeiert wird, die den Eltern in einem Maßnahmenkatalog verständlich machen will, dass „bitte“ und „danke“ ja wohl daheim gelernt werden müssten.

Das berühmte Zitat von Sokrates brauchen wir an der Stelle nicht mehr wiederholen, oder? Dazu könnte man an der Stelle drüber nachdenken, wie Kinder wohl respektvoll sein sollen, wenn Erwachsene so über sie denken – und das auch noch schriftlich festhalten. Von Kommentatoren, die sich teilweise hinter Fantasienamen verstecken…

Kinder orientieren sich an ihrer Umwelt – an der gesamten Umwelt. Natürlich beginnt Erziehung daheim – aber

  • wie angenommen sich Kinder fühlen,
  • wie Konflikte bewältigt und
  • Diskussionen gewaltfrei geführt werden,

das alles ergibt sich aus dem gesamten Umfeld eines Kindes. Daraus, wie Erwachsene miteinander interagieren. Wie sie sich gegenüber Schwächeren verhalten. Wie Konflikte gelöst werden.

Spiegelkinder sind dabei besonders spannend. Denn jeden Sch***** bekommt man als Elternteil sofort serviert. Körpertemperatur-warm. Ein Beispiel:

Kind 2 stolperte und fiel auf die Knie. Kind 1 stand daneben und meinte, recht unemphatisch

Ja siehste, hätteste halt mal geschaut, wo du hinläufst!

Da möchte man sich seine eigene sarkastische Ader am liebsten ziehen lassen. Ohne Betäubung.

Respekt beginnt im Kopf – mit dem eigenen Verhalten gegenüber anderen. Es ist nichts, das man automatisch erhält, weil man älter, weiser, höher gestellt oder sonstwas ist. Respekt ergibt sich aus dem, wie man mit seiner Umwelt agiert.

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