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Unwort: Fremdbetreuung

Genau, ein Unwort. Ein schlechtes Wort.

Denn es suggeriert, dass ich meine Kinder „Fremden“ überlasse. Und es lässt außerdem die Grenzen offen, wer denn für mich „fremd“ ist. Ist die Oma eigentlich eine „Familienbetreuung“? Oder doch eher Fremdbetreuung? Spielt es eine Rolle, ob mein Kind die zusätzliche Bezugsperson ab Geburt kennt – weil es beispielsweise immer schon das große Geschwisterkind zur Krippe begleitet hat?

Fremdbetreuung, das klingt für mich nach: „Kinder anziehen, ins Auto packen und der nächsten freundlich aussehenden Person vor die Füße kippen. Und dann schnell Gas geben und ab zur Arbeit.“

Verabschiedet euch von der Fremdbetreuung

Jedenfalls von dem Wort. Denn natürlich werden Kinder von berufstätigen Eltern nicht „fremd“ betreut. Sondern liebevoll eingewöhnt. Oft über Monate, um ein intensives, vertrauensvolles Verhältnis zwischen Bezugserzieherin und Kind aufzubauen. Stichwort „Berliner Modell“, dass mittlerweile ja sogar für Kindergartenkinder angewendet wird. Und wenn eine Krippe oder Kindergarten davon noch nie gehört hat, ist das ein eindeutiges (negatives) Zeichen.

Manche Eltern mit entsprechender Auswahl vor Ort setzen Monate der Suche ein, um die passende Betreuung für ihr Kind zu finden. KiTas und Tagesmütter werden verglichen, Leistungen beurteilt, Verträge ausgehandelt. Weil die Eltern sich sehr genau damit auseinandersetzen, was die Betreuung leisten muss. Und das ist mehr, als eine reine Verwahrung. Sondern  liebevolle Betreuung, solange die Eltern ihrer Arbeit nachgehen. Gut, manchmal ist auch etwas Förderwahn dabei, vor dem sind aber auch nicht berufstätige Eltern nicht gefeit. Oder die Auswahl ist vor Ort so minimal, dass es eine Wahl zwischen Pest und Cholera zu sein scheint.

Nomen est omen

Alt, lateinisch und trotzdem wahr: So, wie wir etwas benennen, so wird es wahrgenommen. Also lasst uns zukünftig von einer externen Betreuung sprechen oder schlicht von Tagesmutter/Tagesvater, Kindertagesstätte, Krippe und Kindergarten. Lasst das „fremd“ aus der Betreuung entfallen. 

Für eine bindungsorientierte Elternschaft ist eine (frühe) Betreuung außerhalb der Kernfamilie mit dem Job und dem Familienleben vereinbar – solange die Betreuung stimmig ist, liebevoll, auf Dauer angelegt. Solange der berühmte Schlüssel stimmt, die Erzieher und Betreuer ordentlich entlohnt werden. Solange die Eltern den Einfluss und die Verantwortung der Betreuung akzeptieren, Ideen und Hinweise annehmen und es als das wahrnehmen, was es ist: eine Erweiterung der Familie. Das Dorf, dass für die Erziehung eines Kindes notwendig ist.

Was eine gute externe Betreuung leisten sollte/könnte/müsste, das klären wir noch in einem der nächsten Beiträge im Detail.

1 Kommentare

  1. Pharme569 sagt

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