Phrasen: Das hat mir auch nicht geschadet.

„Ich bin auch nicht gestillt/getragen worden. Außerdem haben mich meine Eltern auch schreien lassen. Das hat mir auch nicht geschadet.“

Wie oft habe ich diese oder ähnliche Aussagen wohl gehört, seit ich Mutter bin? Ich weiß es nicht, aber es war oft der Fall. Meistens, wenn meiner Gesprächspartnerin irgendetwas, was ich mit meinem Kind mache oder nicht mache auffällt, weil sie es ganz anders kennen gelernt hat. Oft erscheint es mir eine Rechtfertigung vor sich selber zu sein, dass man es doch auch richtig gemacht hat, bzw. dass die eigenen Eltern es auch richtig gemacht haben.

Aber stimmt das auch? Woher wissen wir, dass uns etwas nicht geschadet hat? Wissen wir, wer wir wären, wenn es anders gelaufen wäre?

Meiner Meinung nach ist diese Phrase absolut überflüssig. Vor allem in den oben genannten Zusammenhängen. Denn ich gehe davon aus, dass die große Mehrheit der Eltern nichts tut, womit sie ihrem Kind wissentlich schaden. Dennoch tun wir bestimmt alle Dinge und sagen Sachen, die unseren Kindern schaden können. Wir sollten vielmehr eine größere Offenheit zeigen dafür, wie es andere machen. Viele Wege führen nach Rom und es gibt mit Sicherheit viele Möglichkeiten, mit seinem Kind umzugehen, ohne ihm nachhaltig zu schaden.

Daher sollte man nicht davon ausgehen, dass man die allein selig machende Art gefunden hat, wie man leben sollte. Das ist arrogant und dogmatisch. Ich würde mir viel lieber Neugier und Toleranz wünschen. Fragen, warum ich es so mache, wie ich es mache und einen offenen Austausch, keine Phrasen.

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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