Müttersolidarität

Immer wieder erlebe ich es in diversen Internetforen und Facebook-Gruppen, dass Mütter sich gegenseitig verurteilen. Die „Hausfrau und Mutter“ wirft der „berufstätigen Mutter“ (gibt es eigentlich auch den Begriff „berufstätiger Vater“?) vor, sie sei eine Rabenmutter, woraufhin sie umgekehrt als „Glucke“ und „Heimchen am Herd“ bezeichnet wird.

Solange Mütter sich gegenseitig bekämpfen, können sich sowohl die Väter als auch die Politiker entspannt zurücklehnen. Denn die vielberufene „Toleranz“ hört genau an der Stelle auf, wenn unbewusst das Feld der „guten Mutter“ betreten wird. Die eine wirft Vereinsamung der Kinder „daheim allein mit der Mutter“ in den Topf, die andere zitiert Studien zu erhöhten Stresswerten bei Kleinkindern in sogenannter „Fremdbetreuung“. In einschlägigen Foren geht darauf hin ein Hennenkampf los, der für außenstehende die Tragik zeigt. Statt zusammen, arbeiten Mütter gegeneinander. Statt konstruktiven Vorschlägen zu Qualitätszeit und Kinderglück hagelt es Vorwürfe und Misstrauen.

Was könnten wir Frauen für einen (politischen) Einfluss haben, wenn wir nur an einem Strang ziehen würden?

Und wir haben doch ein gemeinsames Ziel: echte Wahlfreiheit.

Die gibt es aber nur

  1. mit flächendeckender und qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung oder und
  2. mit einer finanziellen Absicherung derer, die sich dafür entscheiden, für ihr Kind ihren Beruf auf Eis zu legen und
  3. wenn Kinder endlich den Status der „Frauensache“ verlieren und die Männer sich auch voll verantwortlich mit einbringen können/müssen/dürfen und
  4. wenn sich bei den Arbeitgebern endlich herumspricht, dass die Anwesenheitszeit im Büro nichts über die Qualität der Arbeit aussagt

Darum ist es umso wichtiger, dass Mütter sich nicht gegenseitig bekämpfen, sondern unterstützen.

Also: Mütter Deutschlands vereinigt euch!

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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