Ich bin ein Kind Europas

Du auch? Dann solltest du das hier kurz mal lesen.

Ich bin ein Kind Europas

Als ich 2002 meinen Führerschein in Brandenburg machte, brauchte ich zum tanken im Nachbarland noch meinen Ausweis. Es gab noch Grenzkontrollen und gelegentlich Stau an der Grenze. Das hielt nicht sonderlich lange. Dann waren die Grenzhäuschen quasi verlassen, die Straßen hin und zurück leergefegt. Freie Fahrt für günstigeren Sprit und sehr, sehr köstliche polnische Kekse.

Ich bin ein Kind Europas

In den letzten Jahren sind wir durch Dänemark, Österreich und Italien getingelt. Ab und an waren wir in Polen und Tschechien. Ungarn, Kroatien, Frankreich und die Niederlande stehen auf dem Programm. Visa und Einreiseprozedere blieben und bleiben uns dort erspart. Wir fahren einfach, wenn uns danach ist (fliegen fällt aus ökologischen Gründen flach).

Großbritannien wäre schön, aber der Brexit hat uns gebremst – wer weiß, wie und in welcher Form da demnächst Visa fällig werden. Klar, theoretisch könnten wir in fast alle Länder dieser Welt ohne nachzudenken einreisen – weil Deutschland entsprechende Abkommen geschlossen hat. Nahezu völlig ungehindert einen kompletten Kontinent bereisen zu können, ist trotzdem umwerfend.

Ich bin ein Kind Europas

Mit dem Euro zu zahlen – als Erst- oder Zweitwährung – ist mir völlig in Fleisch und Blut übergegangen. Wechselkurse und Umrechnungsgebühren? Kein Ding für uns. Im Sommer in der Schweiz zu stehen und erst dort zu bemerken, dass ein Geldwechsel doch sinnvoll gewesen wäre .. war ungewohnt. Sehr ungewohnt.

Europa geht uns alle an

Das Bild zu diesem Beitrag ist in der Schule meiner Kinder entstanden. Zarte Fäden spannen sich von Hauptstadt zu Hauptstadt in Europa. Manche überkreuzen sich häufiger, manche seltener. Es hat viel Zeit gekostet, diese Karte der Europäischen Union nachzubilden. Es ist ein Kunstwerk.

Ein Kunstwerk mit enorm wichtigen Hintergrund. Ich bin so dankbar, dass es Thema in der Schule war – und ist. Weil wir uns darüber klar sein müssen: Die EU ist wertvoll für uns alle. Die Bestrebungen, aus einer Gemeinschaft unterschiedlichster Nationen wieder einzelne Reiche zu schaffen, die strikt voneinander getrennt sind – die sind gefährlich. Und sie machen mir Angst. Angst vor der Zukunft und davor, wie es sich auf unser aller Leben auswirken wird.

Britische Freunde und Bekannte erleben diesen Zustand seit Jahren – ich will das nicht für meine Kinder und mich erleben. Und deshalb, genau deshalb sind antidemokratische Parteien, sind spalterische Bewegungen und blau-braune Hetzer die denkbar schlechteste Idee, um Sicherheit zu schaffen und die Gemeinschaft zu stärken.

Denn wer spaltet, trennt und künstlich Fronten schafft, wer Grenzen mehr Bedeutung zumisst als Menschlichkeit, der arbeitet gegen die Idee eines gemeinschaftlichen Europas.

Diese Beitrag hätte schon zur Thüringen-Wahl fertig sein sollen, wurde er aber nicht. Dafür ist er jetzt da. Lass mich wissen, was du davon hältst!

nach

Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann, zwei Kindern & Bürohund in enger Gemeinschaft. Feministisch angehaucht, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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