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10 Jahre Elterngeld – Finanzspritze für Eltern (?)

Seit 10 Jahren ein Dauerbrenner: Das Elterngeld. Gedacht als finanzielle Absicherung junger Familien und mit dem Anreiz „Vätermonate“ versehen, um mehr Väter zu beruflichen Auszeiten zu motivieren. Zugunsten der Familienarbeit.

Finanziell gesehen ist das Elterngeld für die einen eine echte Entlastung, für manche ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wie das mit dem Elterngeld und der Berechnung eigentlich aussieht, das hat für uns Cora-Christine Döhn vom finanzen.de Portal aufgeschrieben.


Elterngeld: Wer hat Anspruch auf wie viel Geld?

Das Elterngeld unterstützt Familien nun seit knapp zehn Jahren finanziell. Für bis zu zwölf Monate zahlt der Staat eine Entgeltersatzleistung, deren Höhe vom letzten Nettoeinkommen abhängt. Teilen sich Vater und Mutter die Elternzeit auf, zahlt der Staat sogar 14 Monate Elterngeld. Mehr Flexibilität bietet das Elterngeld Plus, das 2015 eingeführt wurde.

Die Einführung des Elterngelds 2007 sollte Mütter und Väter finanziell bei der Familienplanung unterstützen. Die Entgeltersatzleistung vom Staat hat außerdem Anreize geschaffen, dass beide Eltern sich mehr um die Erziehungsarbeit kümmern. Wenn Vater und Mutter sich die Versorgungsarbeit aufteilen und jeweils für mindestens zwei Monate beruflich kürzertreten, erhalten sie zwei weitere Elterngeldmonate geschenkt. Diese Regelung hat dazu geführt, dass sich die zwei zusätzlichen Monate als sogenannte Vätermonate etabliert haben. Rund 80 Prozent aller Väter in Elternzeit bleiben, laut Statistischem Bundesamt, nicht länger als diese acht Wochen zu Hause.

Um das Elterngeld flexibler zu gestalten, wurde 2015 das Elterngeld Plus eingeführt. Hier werden die finanziellen Leistungen halbiert, aber der Auszahlungszeitraum verdoppelt. Es ist speziell für Paare eingeführt worden, die nach der Geburt schnell wieder in den Beruf einsteigen wollen.

Elterngeld oder Elterngeld Plus?

Das Elterngeld ist für Väter und Mütter gedacht, die nach der Geburt für eine Zeit lang hauptberuflich für ihre Familie da sein möchten. Den Erwerbsausfall soll das Elterngeld abfedern. Sobald Elterngeldempfänger wieder in Teilzeit arbeiten gehen, wird ihr Einkommen mit dem Elterngeld verrechnet. Für viele Mütter und Väter hat sich der schnelle Wiedereinstieg in den Job deshalb finanziell nicht gelohnt.

Damit die Rückkehr in den Beruf nicht zum finanziellen Nachteil für Mütter und Väter wird, wurde 2015 das Elterngeld Plus eingeführt. Es ist für alle Eltern praktisch, die schon früh zurück ins Berufsleben möchten. Das Elterngeld Plus ist in Summe zwar identisch zum „normalen“ oder Basiselterngeld, aufgrund des langen Auszahlungszeitraums aber besser für berufstätige Eltern.

Die Krux am Elterngeld Plus liegt bei der Anrechnung des Hinzuverdiensts. Die Einnahmen aus der Teilzeitstelle werden – genau wie es mit dem Basiselterngeld der Fall wäre – mit dem Elterngeld Plus verrechnet. Da das Elterngeld Plus monatlich nur halb so hoch ist, verringert sich allerdings der Abzug durch den Hinzuverdienst. Viele Familien haben dadurch monatlich mehr Geld zur Verfügung.

Arbeiten beide Elternteile für mindestens vier Monate parallel in Teilzeit, erhalten sie noch vier weitere Elterngeld Plus Monate geschenkt – der sogenannte Partnerschafts-Bonus. Insgesamt kann man das Elterngeld Plus demnach maximal 28 Monate beziehen. Eltern haben also viel Zeit, um nach der Geburt wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen.

Wann lohnt sich das Elterngeld Plus?

Die Einführung des Elterngeld Plus gibt Paaren zwar mehr Flexibilität. Allerdings müssen sie jetzt auch den Taschenrechner zücken, um ganz genau nachzurechnen, welche Variante lukrativer ist. Werdende Eltern sollten deshalb schon vor der Geburt ihres Kindes herausfinden, wie viel Elterngeld ihnen zusteht. Das geht ganz einfach mit einem Elterngeldrechner. Wenn sie den errechneten monatlichen Anspruch halbieren, finden Mütter und Väter heraus, wie hoch das Elterngeld Plus ist. Eltern können übrigens auch einen Mix aus Elterngeld und Elterngeld Plus beantragen, wenn das am besten zur Karriereplanung passt.

Ob sich der frühe Arbeitsbeginn finanziell lohnt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Wer beispielsweise die Kosten für die Kinderbetreuung zahlen muss, weil keine Großeltern diesen Job übernehmen, verdient möglicherweise nur so viel, dass er die Rechnung für den Krippenplatz bezahlen kann. Hier kann es aus finanzieller Perspektive sinnvoll sein, komplett zu Hause zu bleiben.

Die Gründe, weshalb Mütter oder Väter zeitig nach der Geburt wieder arbeiten wollen, sind jedoch unterschiedlich und hängen nicht allein mit den Finanzen zusammen. Das Elterngeld Plus ermöglicht es Vätern und Müttern jedenfalls ihren Familienalltag individueller zu planen und auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen.


Soweit der Gastbeitrag und die finanzielle Basis. Wir werden noch einige Artikel dazu folgen lassen, wie sich das Elterngeld politisch – und gesellschaftlich – in den zehn Jahren seit seiner Einführung gemacht hat.

Hast Du Erfahrungen mit dem Elterngeld gemacht? Schick uns Deine Geschichte dazu gerne per Kommentar, als Mail oder mit einem eigenen Blogbeitrag, den wir hier verlinken.

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