Bücher über Schule – Ich schaffs!

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Über Schule ist viel geschrieben worden und das Schulsystem in Deutschland steht zu Recht seit Jahren in der Kritik. Und dabei geht es mir hier nicht um bessere PISA-Ergebnisse, sondern vielmehr um die starke soziale Selektion und die regelmäßige Schulunlust von sehr vielen Schüler*innen. Daher habe ich mich auf die Suche nach Büchern darüber gemacht, wie Schule gelingen kann, bzw. was man verändern könnte. Dazu ist natürlich auch bereits jede Menge geschrieben worden, daher möchte ich in ab und zu Bücher zum Thema vorstellen.

Dieses Mal geht es um einen Ansatz, wie man den Umgang in der Schule verändern könnte: Das „Ich schaffs!“-Programm.

Ich schaffs!

Ich schaffs! ist ein Programm, das aus Finnland kommt. Es handelt sich um einen lösungsorientierten Ansatz zum Umgang mit Verhaltensproblemen. Wobei hier schon das erste positive Phänomen auftritt. Bei Ich schaffs! geht es nämlich eigentlich gar nicht um Probleme sondern um die Fähigkeiten, die Kinder noch erlernen müssen, damit sich ihr Verhalten ändern kann.

Vom Problem zur Fähigkeit

Die Grundlage von Ich schaffs! ist, zunächst die Fähigkeit zu identifizieren, die ein Kind erlernen muss, damit das als problematisch erlebte Verhalten nicht mehr auftritt. Es geht also um einen positiven Blick, denn das Programm geht nicht davon aus, dass ein Kind absichtlich ein „schwieriges Verhalten“ zeigt, sondern dass es einfach noch nicht gelernt hat, sich anders zu verhalten.

Umdenken

So entsteht ein Umdenken, weg vom Defizit hin zu einer Fähigkeit, die neu erlernt werden kann. Das führt gleich zu einem anderen Blick auf das Kind. Es wird nicht mehr als problematisch betrachtet, sondern als lernendes Individuum. Das finde ich positiv.

In 15 Schritten zur neuen Fähigkeit

Ich schaffs! besteht aus 15 Schritten, die den Lernprozess gut beschreiben und helfen, ihn zu strukturieren. Diese Schritte sind:

  • Die zu erlernende(n) Fähigkeit(en) identifizieren
  • Sich mit dem Kind einigen, welche Fähigkeit es zuerst lernen möchte
  • Die Vorteile herausfinden, die das Kind durch die neue Fähigkeit hat
  • Der Fähigkeit einen Namen geben
  • Eine Kraftfigur bzw. Symbol für die Fähigkeit finden
  • Helfer für den Lernprozess finden
  • Das Kind bestärken und seine Zuversicht aufbauen, dass es die Fähigkeit erlernen kann
  • Planen, wie das erreichte Ziel gefeiert werden kann
  • Das Ziel visualisieren und handelnd vorwegnehmen
  • Das Lernen öffentlich machen
  • Üben, üben, üben
  • Erinnerungshilfen finden, falls es mal nicht klappt
  • Den Erfolg feiern
  • Das Kind ermutigen, seine neue Fähigkeit weiterzugeben
  • Zur nächsten Fähigkeit übergehen

Positive Herangehensweise

Mir gefällt vor allem die positive und strukturierte Herangehensweise von Ich schaffs! Denn der Blick aufs Kind ist immer auf das Ziel – die zu erreichende Fähigkeit – und nicht auf das Defizit ausgerichtet. So wird das Kind bestärkt und ermutigt statt beschämt und runtergemacht.

Kritik

Es handelt sich hier um einen verhaltenstherapeutischen Ansatz. Das kann ganz hilfreich sein und ich denke, dass es im schulischen Kontext auch sehr praktikabel ist. Allerdings würde ich als Eltern mit meinem Kind nicht so umgehen wollen. Denn hier werden an keiner Stelle die zugrunde liegenden Bedürfnisse der Kinder hinterfragt. Es geht nicht darum, ob hier etwas geändert werden muss.

Dennoch ist die Methode im schulischen bzw. institutionellen Kontext sicher hilfreich und kann das ggf. auch im privaten Umfeld sein, wenn sich das Kind frei dafür entscheiden kann. Im Buch erscheint es oft so, dass eben Eltern bzw. Lehrer*innen entscheiden, dass das Kind etwas lernen „muss“.

Fazit

Für die Schule stelle ich mir die Arbeit mit Ich schaffs! als wertvoll vor. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren, denn mir gefällt der positive Blick auf die Kinder, der hier vermittelt wird. Das Buch finde ich auf jeden Fall lesenswert.

Ein Gedanke zu „Bücher über Schule – Ich schaffs!

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