Mein Wochenende in Bildern: 17./18./19. Oktober

Frau Mierau hatte angefangen, ihr Wochenende in Bildern am Sonntag abend zu veröffentlichen. Wahrscheinlich schaffen wir das nicht immer – und ich zeige ja auch möglichst wenig Kinderbilder online. Die Idee dahinter, insbesondere diese Begründung hier gefällt mir aber ungemein gut:

Wichtige Aspekte der Elternschaft wurden und werden in anderen Kulturen durch Vorbildfunktionen und durch allgegenwärtige Repräsentationen vermittelt. In der westlichen Gesellschaft hingegen sind bestimmte Anblicke und Erfahrungen fremd geworden. Dazu zählen besonders Geburt, Stillen und der allgemeine Umgang mit Kindern. Doch auch heute sind Eltern nicht nur auf sich gestellt: Was früher der persönliche Austausch und das Miterleben nebenher waren, wird nun durch Medien vermittelt. Fernsehen, Zeitschriften und Elternratgeber bieten Wissensvermittlung und beeinflussen Elternschaft nicht unwesentlich. Seit einigen Jahren treten besonders Elternblogs in den Vordergrund und bieten Eltern eine Vielfalt an Einblicken in das Leben mit Kindern: Blogs, in denen es ausschließlich um „artgerechte“ Elternschaft geht sind ebenso vertreten wie Blogs nicht-stillender, vollerwerbstätiger Mütter.

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Daher möchte ich an dieser Stelle einen Aufruf starten an alle Elternblogger, die Zeit und Lust darauf haben: zeigt her, Eure Wochenenden! Teilt Eure Wochenenden mit Euren Leser/innen, gebt Anregungen und zeigt, wie normal/verrückt/langweilig/aufregend/bunt/schön/traurig/komisch/… das Leben mit Kindern ist – gerade an den Wochenenden, wenn unsere Kinder nicht im Kindergarten oder in der Schule sind. Macht mit bei der Initiative “Wochenende in Bildern”

Mein Wochenende begann am Freitag, dem 17. Oktober

Mit Kindern im Kindergarten und Regen. Und dem normalerweise nicht so oft frequentierten Bahnhof 2 Ortschaften weiter. Ich hatte nämlich Messedienst und machte mich auf den Weg nach München. Mit dem Zug. Verrückt, oder?

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Wenn ich schon mal Zug fahre, dann lese ich in der Zeit auch. Also, wenigstens auf der Strecke Saal – Ingolstadt. Rezension kommt bald. Buch liest sich super!

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Platzangebot ist etwas knapp in der DB und Ersatzanbietern. Aber gut, war ja nicht für lang. Zur Abwechslung habs dann noch eine Präsentation, die dringend für den nächsten Vortrag vorbereitet sein wollte. Wenigstens der Text steht dank Streckenabschnitt Ingolstadt – München Hauptbahnhof.

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Von der U-Bahn gibt es keine Bilder. Zu voll, zu viel. Außerdem fotografiere ich nicht gerne fremde Menschen 😉 Auf der BabyWelt München hieß es dann: Standbetreuung vom Stand der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen – Regionalverband Bayern.

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Nach ein paar Stunden ging es wieder zurück. Auf der Messe gab es übrigens ziemlich viele spannende Geschichten und Gespräche mit Frauen – sowohl aus dem Verein als auch mit stillenden Müttern, die Fragen hatten, Infomaterial brauchten – oder einfach nur sagen wollten, dass gerade alles gut läuft. Ja, gibt es auch!

Auf der Rückfahrt war ich reichlich geschlaucht. Mit Glück den frühen Zug um 18:00 Uhr erwischt, um dann wiederum von München Hauptbahnhof über Ingolstadt nach Saal zu zuckeln. Mit mir unterwegs: ganz viele Pendler. Um hier mal die Brücke zum Vereinbarkeitsthema zu schlagen: Meine Güte bin ich FROH, nicht jeden Tag diese Wegstrecke auf mich nehmen zu müssen. Ab und an ist das völlig in Ordnung. Aber morgens um 7 aus dem Haus und abends um 8 heim zu kommen, wäre für mich nicht das richtige. Jedenfalls – nicht permanent. Die Kinder waren übrigens bei der Oma – direkt vom Kindergarten zu Oma ins Auto und zur Übernachtung davongefahren. Luxus!

Letzter Lesestoff für den Abend: die neue UNERZOGEN. Thema: Bewegungsspielraum für Kinder. Sehr zu empfehlen, der Artikel!

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Und dann, nach einem ganzen Tag, endlich was handfestes zu essen. Der Gatte hat aufgewärmt, was ein Bekannter für uns gekocht und dagelassen hat. Der Gatte hat nämlich Teile unserer letzten Aufräum- und Entsorgungsaktionen – genau,entsorgt. Den ganzen Tag lang. Selber kochen wollte er da ausnahmsweise auch mal – nicht.

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Es war so überaus köstlich, wie es aussieht! Es ist Freitag, es ist Abend und wir haben keine Kinder da: Also blieben wir trotz überwältigender Müdigkeit wach und haben einen neuen Film geguckt. Also, neu für uns. „The Machine“ ist es geworden. Etwas krude Story, stimmt nachdenklich.

Schon ist Samstag, der 18. Oktober

Ausschlafen, wenn die Kinder nicht da sind.

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Schnelles Frühstück und die ersten Telefonate, die gestern wegen meiner Abwesenheit ausgefallen sind. Schnell noch eine Veranstaltung ankündigen. Dann geht es auch schon los, ein paar Erledigungen machen, bevor wir die Kinder abholen.

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Ikea erspare ich euch. Ich sage nur: Samstag. Vormittag. Ikea. Aber ich brauchte doch noch diese 5 Konsolen für den Schlafzimmerschrank! Und die Kinder spielen bei der Oma. Wann, wenn nicht jetzt und heute?! Der Baumarkt ist direkt nebenan. Also auch noch „eben schnell was holen“.

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Dann ist auch schon Mittag. Und ich habe Hunger. Wir verfallen in Vor-Kinder-Gebaren und gehen Essen. Running-Sushi ist mit Schnell-Esser eine lustige Angelegenheit.

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Ich war immer zu langsam mit dem Tablett, um die großen Tellerstapel zu erwischen – die Bedienung war fast so schnell beim Abräumen wie der Gatte beim Essen.

Großes Wiedersehen mit den Kindern, ohne Fotos. Tränen beim Abschied von der Oma. Wie immer. Dabei sehen wir uns alle oft und gern.

Abends beim Gruppenkuscheln bekomme ich noch eine Blume gebastelt. Material: Etwas Plastik aus dem Gelben Sack und Holz-Spieß aus der Backschublade.

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Wir kippen alle früh ins Bett. Blöderweise ist mein Buch ziemlich spannend und so lese ich noch… etwas…. ja gut, irgendwie ist es schon nach Mitternacht.

Uuuuuund: Sonntag, 19. Oktober

Viel zu früh wach geworden. Kinder sind fit. Wir Erwachsenen .. nicht so. Zum Kaffee gibt es heute eher tradionelleres Frühstück. Meine Facebook-Freunde werden ab und an von mir mit Bildern von Zimttoast, Bananenpfannkuchen oder Apfel-Beignets verschreckt. Heute gibt es, was Brotkasten und Kühlschrank hergeben.

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Es ist Herbst. Zu Frühstück und Kaffee gibt es außerdem: Feuer!

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Und kaum haben wir gegessen, mache ich mich an die Arbeit.  E-Mails beantworten, Blog schreiben. Zwischendurch Streit schlichten, Tisch abräumen. 2014-10-19 10.06.53

Die Berge von Wäsche habe ich nicht fotografiert. Auch nicht den Müllhaufen, der sich auf unserem Fußboden nach einem Wochenende so ansammelt.. Das hier bekommt ihr noch:

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Und während der Sonntagskuchen noch im Backofen war, habe ich die Terrassenmöbel verräumt. Und eine Ladung wildwachsender Tomaten entdeckt, die sogar grüne Früchte tragen. Woher die kommen? Wer weiß! Aber he, vielleicht bekommen wir noch eine Ladung späte Tomaten raus… klasse wäre das!

Und dann noch mehr Wäsche, noch mehr aufräumen, noch mehr Streit schlichten. Abendessen, Badewanne, schlafen gehen. Sonntag sind hier nie sehr lang, aber irgendwie immer voller Arbeit, die noch vor dem Wochenstart erledigt sein muss.


Wie gefällt euch diese Art von Wochenend-Rückblick? Gut, schlecht, mittel, uninteressant?

 

 

Überlebensstrategien: Familientisch

Manche Erstmütter hören das nicht gern. Und so manche Schmachtliteratur besteht ja immer noch darauf, dass Mutterschaft (und Elternschaft) überhaupt eine Rosa-Wolken-Wattebausch-Geschichte wäre. Mit Sternchen und Glitzer.

Nein, ist es nicht. Oft genug ist es harte Arbeit. Ruhig und geduldig bleiben, spielen, toben, aufräumen, waschen, putzen, kochen, Hintern abwischen, Chaos beseitigen, wenn das verhindern nicht klappt. Irgendwo mittendrin diese Momente des Glücks aufschnappen – und am besten festhalten, möglichst Patschehand-sicher. Das IST Arbeit und oft genug anstrengend.

In der Familienberatung kommt es deswegen gar nicht so selten vor, dass die erschöpfte Mutter (ja, meistens ist es die Mutter) auf die Frage nach IHRER Ernährung antwortet: Weiß ich gar nicht. Ich komm irgenwie nicht zum essen.“

Da wird dann das Baby gefüttert, meist klassisch mit Brei und Löffel, sobald es im Beikostalter angekommen ist. Nebenher verlangt das Kleinkind ebenfalls nach Unterstützung beim Essen. Der Partner kommt im schlimmsten Falle später – und hat schon gegessen. Nach dem Füttern Baby säubern, umziehen – und meistens auch direkt ins Bett bringen. Wo bleibt die Zeit für die Mutter (ja, meistens ist es die Mutter), selber zu essen?

Oder: Kleinkinder, die kaum stillsitzen, sondern nach den ersten Happen aufspringen und weiterspielen. Die Mutter permanent auf dem Sprung, jederzeit die Kinder im Blick. Das Essen wird kalt oder bleibt halb gegessen stehen.

Überlebensstrategie: Familientisch

Es gibt sie, die Überlebensstrategien. Beispielsweise die, einfach mal aus Prinzip den Säugling anzulegen, wenn das Essen auf dem Tisch steht. Denn meistens wollen sie ja doch dann stillen, wenn andere gerade essen. Klug war, das essen immer direkt in mundgerechten Happen vorzubereiten. Dann konnte ich auch mit nur einer Hand essen, während die andere Hand das stillende Kind stützte.

Für uns war baby led weaning (kurz: BLW, „babygeführtes abstillen“) die richtige Alternative für den Beikoststart. Oder eher: Überlebensstrategie.

Kindgeeignete Nahrungsmittel auf dem Tisch, Baby am Familientisch (meistens auf meinem Schoß) und dann: essen. Kein Füttern. Parallel konnte ich selber essen, ohne dass mein Essen zu kalt wurde. Saß das jeweilige Beikoststarterkind im Hochstuhl, waren sogar meine Hände frei.

Kleinkinder dürfen hier aufstehen und spielen gehen, wenn sie fertig sind. Es gibt allerdings keine Bespaßung durch die Erwachsenen, solange das Essen nicht beendet ist. Eine der wenigen fixen Regeln hier im Haus. Warum? Weil nur eine gut abgefütterte Mutter (oder: Vater) genug Energie für den Alltag mit Kindern hat. Also sitzen bleiben und das Essen ganz in Ruhe beenden.

Snacks für zwischendurch halten den Blutzuckerspiegel (und damit auch die gute Laune) oben. Bei Eltern und Kindern. Obst, Nüsse (bei größeren Kindern), Schokoladen … Was eben gerade in der Familie passt. „Habe immer etwas zum Knabbern in Greifweite“ ist in Stillberatungen meistens ein passender Satz, wenn Mütter ausgelaugt und müde sind. Wenn das Essen schon mal da steht, kann es schlecht vergessen werden!

Alle gemeinsam oder jeder für sich?

Ich kenne Familien, in denen die Kinder die abendliche Hauptmahlzeit vor den Eltern essen. Die speisen dann gemeinsam, sobald die Kinder schlafen. Die Kinder essen zu einer Uhrzeit, zu der sie Hunger haben und gehen dann zur passenden Zeit schlafen, ohne übermüdet auf die Eltern warten zu müssen. Meistens kommt ein Elternteil bei diesen Konstellationen später nach Hause. Für diese Familien funktioniert diese Konstellation gut.

Andere Konstellation: Es gibt verfügbares Essen beispielsweise in der Küche/auf dem Tisch und jeder bedient sich nach belieben. Auch hier gibt es Familien, für die es so am Besten funktioniert. Vor allem, wenn es um größere Kinder geht und sehr unterschiedliche Terminpläne untergebracht werden wollen.

Eher klassisch: gemeinsame Mahlzeiten.

Ob die nun morgens, mittags oder abends sind, ob alle Familienmitglieder teilnehmen können oder nicht: es muss möglich sein, dass jeder (!) in Ruhe essen kann.

Wir hatten dazu schon einige Artikel, warum es so wichtig ist, auf sich selbst zu achten. Beispielsweise „Selbstliebe ist Familienliebe“. Und wenn es darum geht, alle an einen Tisch zu bekommen samt aller Bedürfnisse: Vereinbarkeit beim Essen passt da doch auch gut.

 

 

 

Phrasen: „In der 3. Welt müssen die Kinder hungern!“

Diesen Satz kenne ich noch von früher. Wenn ich meinen Teller nicht leer gegessen hatte, bekam ich ihn manchmal zu hören. Und schon damals fragte ich mich, was das mit meinem nicht aufgegessenen Mittagessen zu tun hat.

Sicher, dass es in unserer Welt immer noch Hunger gibt, ist schlimm. Aber was ändere ich an der Situation, wenn ich alles aufesse? Davon bekommen die besagten Kinder auch nicht mehr zu essen. Mir ist klar, dass es dabei um das Thema „Verschwendung von Essen“ geht. Das war für meine Eltern – beide Kriegskinder – ein No-Go. Aber dieses Thema verstehen Kinder nicht und mit so einer Phrase wird ihnen auch nicht klar, worum es geht. Ich persönlich versuche lieber, meinem Kind zu erklären warum ich nicht gerne Essen wegwerfe.

Strategien gegen die Verschwendung von Essen

  • kleine Portionen: Ich geben meinen Kindern lieber kleine Portionen und lasse sie dann mehrmals nehmen. Das ist mir lieber als eine große Portion, von der dann die Hälfte nicht gegessen wird. Das funktioniert hier auch, wenn sich die Kinder selber bedienen und ich sie daran erinnere, dass sie auch mehrmals nehmen dürfen.
  • Reste an andere Familienmitgliedern abgeben: Hier ist es meist der große Bruder, der unter chronischem Teenagerhunger leidet. Manchmal bin ich es auch, die die Reste isst. In anderen Familien gibt es vielleicht einen Hund, der sich darüber freut.
  • Wiederverwerten: Manchmal bleiben so viele Reste übrig, dass man sie bei der nächsten Mahlzeit neu verwenden kann, z. B. Bratkartoffeln aus Salzkartoffelresten.
  • Lagern: Ein halb aufgegessenes Müsli kommt bei uns in den Kühlschrank und wird dann später am Tag gegessen.
  • Bokashi: Wenn die Essensreste gar zu eklig sind und sie niemand mehr möchte, dann kommen sie in unseren Bokashi. Dort werden sie fermentiert, so dass ich sie noch als Kompost benutzen kann.

Vereinbarkeit beim Essen

Jeder Mensch hat verschiedene Vorlieben. In unserer Familie leben außerdem drei Fleischesser mit einer Vegetarierin zusammen. Daher stellt sich die Frage, wie wir das mit den gemeinsamen Mahlzeiten schaffen.

Zunächst haben wir folgende Fragen für uns beantwortet:

  • Müssen alle das gleiche Essen? – Nein, das ist nicht zwingend notwendig, wenn auch wünschenswert.
  • Muss jeder alles probieren? – Nein, denn ich als Vegetarierin würde niemals Fleisch probieren wollen. Daher können die Kinder probieren, müssen es aber nicht.
  • Wie vereinbare ich die unterschiedlichen Geschmäcker und Vorlieben?

Die letzte Frage ist die wichtigste. Wir wollen ja nicht bei jeder Mahlzeit vier verschiedene Gerichte auf den Tisch bringen. Schließlich sind wir eine Familie und kein Restaurant. Wir versuchen uns dazu an ein paar Grundregeln zu halten, die für uns gut funktionieren:

  • Wir überlegen in der Regel gemeinsam, was wir essen möchten.
  • Es sollte immer mindestens einen Teil des Essens geben, den alle mögen. Das bedeutet z. B. Nudeln mit Bolognese für die Fleischesser und mit Pesto oder Tomatensauce für mich.
  • Es kann Zutaten geben, die in unterschiedlichen Verarbeitungsstadien für einzelne Familienmitglieder beiseite gelegt werden. So bekommt der kleine Sohn immer Gurke oder Kartoffeln extra, wenn wir Gurken- bzw. Kartoffelsalat essen, weil er keine Dressings mag.
  • Es wird darauf geachtet, dass jeder in der Familie regelmäßig sein Lieblingsessen bekommt, auch wenn dafür andere vielleicht mal etwas zu essen bekommen, was sie nicht so sehr mögen.

Konkret sah letzteres vor kurzem so aus, dass wir Erwachsenen unbedingt mal wieder Gemüsepfanne mit Reis essen wollten. Die haben wir dann auch gekocht. Beim Essen saß dann der kleine Sohn mit Reis und Ketchup da, der große Sohn aß nur die Gemüsepfanne ohne Reis. Geschmeckt hat es allen.