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Unwort: Karriere

Ich kann es nicht mehr hören. KARRIERE. Umgangssprachlich gemeint: Der steile Aufstieg nach oben. Der Wunsch, möglichst schnell viel zu verdienen. Oft verbunden mit langen Arbeitszeiten, hohen Ansprüchen. Im Managementbereich auch gern zusammen mit häufigen Reisen und Abwesenheiten von daheim.  Und damit: Für Frauen oft noch unerreichbar. Weshalb sich im Rundumschlag der verschiedenen Lebenswege dann auch wiederholt die Ermahnung einschleicht, Karrierefrauen würden nur an sich denken. Unterschwellig landet ein „Wozu hat die denn dann Kinder bekommen?“ mit. Das ist verletzend – für alle Beteiligten. Die Tätigkeit als Führungskraft wird oft als „Karriere“ betitelt – und es wird nicht unterschieden ob mann/frau hier die umgangssprachlichen Anforderungen erfüllt – oder pünktlich um 17:00 Uhr die Kinder abholt und nur zur Weihnachtsfeier den Unternehmenssitz verlässt. Wenn wir rein von der wörtlichen Bedeutung herangehen, dann ist Karriere schlicht die berufliche Laufbahn eines Menschen. Nichts weiter. Ganz einfach. Etwas, was jeder von uns anstrebt. Arbeiten, meine ich. Seinen Lebensweg beschreiten, meine ich. Ohne den schalen Beigeschmack der negativen Belegung, Karriere wäre etwas, was weder mit Kindern noch mit Freizeit vereinbar wäre. …

Unwort: Müssen

„Ich muss mal eben …“ „Warte, ich muss erst noch … “ „Komm, wir müssen …“ „Nicht jetzt! Papa muss erst …“ „Ich komme gleich. Ich muss die Präsentation noch …“ Kennt ihr diese Satzkonstellationen aus dem Familien- und Berufsalltag? Gerade wenn der Alltag strikt getaktet ist und alle auf gute Zusammenarbeit angewiesen sind? Dann tauchen genau diese Sätze auf. Das „müssen“ ist ganz vorn dabei. Jedenfalls in unserer Familie. Wir müssen pünktlich sein, rechtzeitig zur Arbeit, zur Oma, zur Kita, zur Freundin kommen. Wir müssen mal eben zu Ende telefonieren, nur noch die Nachricht schreiben, den Kundenauftrag beenden, abwaschen, das Essen in den Ofen schieben. Wie kommt das müssen-Müssen bei Kindern an?  In einer von mir besuchten Fortbildung ging es ursprünglich um das Thema Achtsamkeit. Darum, Kindern ihre Wertigkeit und Bedeutung zu zeigen. Auch darum, sich selbst zu beobachten mit seinen Formulierungen. Das „müssen“ in Zusammenhang mit Arbeit, Haushalt und Kommunikation, was zeigt das also unseren Kindern? Fremdbestimmung. Zwang. Mühseligkeit. Wollen wir unseren Kindern das vermitteln? Ich nicht. Denn meine Arbeit macht mir Spaß. …