Alles richtig gemacht – trotzdem verkackt.

Frauen sollen gut auf sich achten, lächeln, regelmäßig Sport machen, sich selbst was gönnen, ihre Potenziale entfalten, Vorbilder sein, das Leben genießen. Blabla. Kann frau alles machen, kann halt trotzdem schief gehen. Denn hübsche Badewannensessions und regelmäßige Mädls-Abende (sic!) schützen auch nicht vor Erschöpfung. Oder dem Druck, der so schön unvermindert auf uns allen lastet.

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#BloGeHa – wider die Mütterkriege

Beim Stöbern im Netz bin ich auf die Blogparade von Sarah Maria gestoßen. Blogs gegen den Hass. Das finde ich eine gute Idee. Denn auch ich bin jeden Tag mit Ablehnung konfrontiert. Im Netz, auf der Straße, im Kindergarten… denn Hass unter Müttern oder zumindest Abneigung ist ein weit verbreitetes Phänomen.

Mütter können grausam sein

Wie man es macht, ist es verkehrt.

So kommt es mir zumindest oft vor. Denn Mütter finden immer etwas, was falsch läuft. Ein paar Beispiele gefällig?

  • Wie du stillst nicht? Das geht ja gar nicht. Muttermilch ist ja das Beste fürs Kind.
  • Wie, du stillst immer noch? Das geht ja gar nicht. Du machst dein Kind von dir abhängig.
  • Wie, dein Kind schläft noch nicht durch? Das geht ja gar nicht. Der tanzt dir auf der Nase herum.
  • Wie, dein Kind schläft in deinem Bett? Das geht ja gar nicht. Der macht dir die Ehe kaputt.
  • Wie, du trägst dein Kind in DIESER Tragehilfe? Das geht ja gar nicht. Die ist total schlecht.
  • Wie, du trägst dein Kind nicht? Das geht ja gar nicht. Du missachtest die Bedürfnisse deines Kindes.
  • Wie, du arbeitest nach einem Jahr wieder? Das geht ja gar nicht. Ein Kind gehört zur Mutter.
  • Wie, du gehst noch nicht wieder arbeiten? Das geht ja gar nicht. Du bist eine unemanzipierte Glucke.
  • etc.

Diese Liste lässt sich bis ins unendliche verlängern. Denn egal, was man selber für richtig hält, es gibt immer jemanden, der es anders macht und dir sagt, du machst es schlechter.

Denn anders machen heißt bei Müttern immer, es schlechter machen.

Dabei stimmt das nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass es nicht DEN EINEN Weg gibt, ein Kind groß zu ziehen. Es gibt genauso viele Wege, wie es Kinder gibt. Und es kann durchaus passieren, dass man mit dem zweiten Kind ganz anders umgeht als mit dem ersten. Eben weil es ein anderes Kind ist.

Wie man mit seinem Kind umgehen möchte, muss jeder Mensch selber entscheiden. Ich bin davon überzeugt, dass es jede Mutter und auch jeder Vater so gut macht, wie es ihm/ihr möglich ist. Und das respektiere ich. Auch wenn ich persönlich es anders machen würde.

Mütter brauchen Unterstützung

Mütterkriege sind genau das Gegenteil von dem, was Mütter brauchen. Wir brauchen Unterstützung und Menschen, die es gut mit uns meinen. Die uns nicht grundsätzlich unterstellen, wir wollten unserem Kind schaden, nur weil wir etwas anders machen als sie. Denn gemeinsam könnten wir Mütter viel erreichen. Wir könnten gemeinsam für eine kinderfreundlichere Gesellschaft eintreten, uns dafür einsetzen, dass Mütter und Väter sich die Sorgearbeit frei aufteilen können, ohne in alte Rollenmuster zu verfallen. Wir könnten für eine echte Wahlfreiheit für Eltern kämpfen, wenn wir es nur schaffen würden, unsere Energien zu bündeln statt übereinander herzufallen.

Mütter brauchen Selbstbewusstsein

Schon in der Schwangerschaft wird Frauen heute suggeriert, dass sie es nicht alleine schaffen können. Dass sie nicht kompetent genug sind, für den Umgang mit einem Baby. Und das setzt sich nach der Geburt nahtlos fort. Alle um uns herum wissen genau, wie wir es machen sollten. Und ich glaube, dass es genau diese Entmündigung und Verunsicherung ist, die dazu führt, dass wir uns so radikal gegen Menschen, die es anders machen als wir abgrenzen. Denn wir haben nicht das Selbstbewusstsein, zu unseren Entscheidungen zu stehen und es andere dennoch anders machen zu lassen.

Wir fühlen uns zu schnell verunsichert. „Vielleicht wäre es ja doch besser, wenn das Kind im eigenen Zimmer im eigenen Bett schläft?“, flüstert uns die kleine Stimme ins Ohr, wenn die Freundin davon erzählt, dass ihr Kind genau dies tut und sie daher ruhige Nächte hat.

Wider die Mütterkriege – für Müttersolidarität

Ich möchte zu mehr Toleranz anderen Müttern gegenüber aufrufen. Respektiert euch gegenseitig. Helft euch, sprecht miteinander und lasst die Urteile beiseite. Denn wir Mütter können gemeinsam viel bewegen. Packen wir es an!