Warum Achtsamkeit wichtig ist

Kleine Szene aus dem Alltag. Kennt ihr das?

Morgens hat alles seine Zeit. Kinder sollen sich anziehen, Eltern bereiten die Brotzeiten vor. Es gibt feste Handgriffe, jeden Morgen immer wieder. Und wenn es bllöd läuft, ist alles zeitlich eng getaktet. Sprich: Wehe, irgendwer wird zu langsam. Dann wankt der Zeitplan. Was folgt? Tränen und gereizte Eltern.

Gestern morgen war so ein Moment. Im Kopf war ich schon längst bei der Tagesplanung. Ich war definitiv nicht im „hier und jetzt“, sondern ganz weit vorne in der Zeit. Wäsche, Arbeitsaufträge, Abendessen – und das alles beim Brote schmieren und „Seid ihr schon angezogen?“ rufen. weiterlesen

Organisationstools: Pomodori für erwerbstätige Eltern

Als Freelancer beschäftige ich mich aus zweierlei Gründen eigentlich ständig mit Produktivitäts-Tools und Techniken zur idealen Arbeitsverteilung: Um mir selber in den Hintern zu treten & für meine Aufträge, die eben auch oft aus dem Bereich Zeitmanagement stammen. So weit so prima. Viele Techniken lassen sich aber nur mit Abstrichen in die Familienarbeit übernehmen – irgendwie passt das nicht so richtig. Über Kanban-Boards und deren Einsatzmöglichkeiten hatte ich schon geschrieben. Heute nehme ich mal die Pomodori-Technik unter die Lupe. Die lässt sich nämlich vergleichsweise einfach umsetzen.

Was ist die Pomodori-Technik?

Im Grunde ist eine Methode (1980er, Francesco Cirillo), kurze Arbeitszeiten zu organisieren und begrenzte Aufgaben schnell hintereinanderweg zu bearbeiten.

Für den Job ist die Anwendung einfach. Nimm

  • eine Küchenuhr/einen Timer
  • Blatt Papier/Stift bzw. eine To-Do-Liste

zur Hand. Liste die zu erledigenden Aufgabe auf und widme dich jeder Aufgabe mit 25 Minuten. Zwischen jeder Aufgabe gibt es 5 Minuten Pause, alle vier Aufgaben gibt es eine längere Pause. Erledigte Aufgaben werden abgestrichen.

Der Sinn dahinter? Kürzere Aufgabenzeiten würden die Motivation heben („sind ja nur 25 Minuten“) und Panikattacken vor schwierigen Aufgaben mindern. Beruflich gesehen: Es funkioniert!

Wer mehr wissen will: Details gibt es im lifehacker-blog und bei erfolgreich-freelancer.

Pomodori-Technik im Familienalltag

Während ich beruflich also gerade über diese Technik nachdachte beziehungsweise testete, fiel mir im Familienalltag auf: Das machen wir bereits oft!

Und zwar so:

  • Nimm eine beliebige Handlung/Tätigkeit und
  • eine äußere Timer-Möglichkeit (Uhr, Timer, Filmende)

In der Praxis läuft das bei uns so, beispielsweise beim Abendessen-vorbereiten:

Wenn der Backofen in 20 Minuten piepst, können wir essen. Solange räume ich die Küche auf und decke den Tisch.

Oder, später am Tag:

Nach der Folge XY (Dauer: so 20 Minuten) schalten wir den Fernseher aus und räumen hier noch auf, bevor wir ins Bett gehen.

Oder, zwischendurch:

Ich trinke jetzt meine Kaffeetasse aus (Dauer: so circa 20min), dann können wir loslegen.

Das Puzzle machen wir noch, dann …. (usw. usf.)

Nur: Es sind natürlich nicht immer 25 Minuten und nicht immer erklingt ein Klingelton.

Für Kleinkinder/Schulkinder machen diese kurzen Arbeits-Einheiten das Warten einfacher. Beziehungsweise überhaupt das Einteilen des Tages in Zeit-Einheiten verständlicher. Akkustische Signale (Backofen-Uhr, Klingel, Timer usw.) sind hilfreich, abstrakte Tätigkeiten („ich schreib das hier noch eben zu Ende“) total unklar.

Ich finde es insbesondere bei Hausarbeit und Co. sinnig. Also Bad putzen (25 Minuten) oder Wäscheberge vernichten (30 Minuten) oder besagtes Kochen (25 Minuten – 40 Minuten) oder Rasenmähen. Parallel zur angekündigten Zeit und der Bearbeitung sehen (!) die Kinderlein bzw. der Partner sofort, dass hier die Arbeit noch gemacht wird.

Schwierigkeiten bei der Anwendung

Zwei Dinge sind bei der Umsetzung problematisch für mich:

  1. Wenn ich im flow bin, bin ich im flow. Aufhören will ich dann bestimmt nicht, erst recht nicht nach läppischen 25 Minuten. Manche Aufgaben erfordern schon eine Einarbeitung von 20 Minuten – dann bliebe keine Zeit für die eigentliche Arbeit übrig.
  2. Privat neige ich dazu, die „Ich mache noch XY, dann …“ Ankündigung zwar zu sagen, aber nicht umzusetzen. Sprich: Wenn die Kinder dann was anderes machen, mache ich auch was anderes – statt wie angekündigt nach dem Aufräumen mit ihnen zu spielen, vorzulesen etc.

Fazit zur Pomodori-Technik

Sie eignet sich für einfache, klar umrissene Aufgaben. Oder für komplexe Aufgaben, die sich in einfache Teilschritte einteilen lassen.

Die Arbeit-Pausen-Einheiten scheinen sinnvoll zu sein – im Flow neigt man aber dazu, das zu ignorieren – dann ist die Technik für die Katz.

Wer die Ansage mit Zeiteinheiten bei Kindern/in der Familie macht, muss sich auch dran halten. Hier hilft das schriftliche Fixieren schon sehr – dann kann das nicht mehr untergehen.

 

 

 

 

Kaffeeklatsch adé, Erfolgsteams willkommen

Wenn wir von Netzwerken und Clans sprechen, um als Erwerbstätige die Gratwanderung zwischen Familie, Beruf und Social Life zu bewältigen – habt ihr dann auch manchmal die kleine Stimme im Kopf, die flüstert: „Also, für Kaffeeklatsch hab ich aber wirklich keine Zeit“? Das betrifft jetzt vor allem die weiblichen Leser – Männer scheinen per se etwas leichter Netzwerken und Austausch trennen zu können. Warum das so ist? Keine Ahnung, ich hätte da gern mal eine logische Erklärung für!

Über den (Un-)Sinn vom Kaffeeklatsch

Der Erfahrungsaustausch oder ein gemeinsames Anliegen stehen oft im Vordergrund der Netzwerkgespräche, nicht die eigene Karriere.

Maren Martschenko, Mitbegründerin des Münchner Digital Media Woman Quartiers, hat es in einem Gastbeitrag auf den Punkt gebracht. Also letztlich: Kaffeeklatsch statt konstruktivem Austausch zu Karrieremöglichkeiten. Oder, wenn es weniger um Karriere gehen soll: Austausch und Gespräch zur Erreichung persönlicher Ziele.

Eine nette Plauschrunde kann ich derzeit mit vielen Frauen in meiner Umgebung haben – die Themen sind meist offen und freundlich, aber bleiben an der Oberfläche. Kindergarten, Schule, ein bisschen Arbeitszeiten, Haushalt, passende Kontakte für Arzttermine, Flohmarkt und so weiter. Das ist in Ordnung. Bringt mich aber beruflich nicht weiter.

Aus dem Coaching: Erfolgsteams

Durch Zufall bin ich auf den Beitrag von Claudia Kauscheder gestoßen, die um Meinungsaustausch zum Thema Erfolgsteams bat.

Sie definiert (ganz grob und kurz) Erfolgsteams so:

Unter Erfolgsteam verstehe ich eine Gruppe von 4-6 Personen, die sich regelmäßig (persönlich oder virtuell) über einen längeren Zeitraum hinweg treffen, um sich gegenseitig zu unterstützen und ihre Ziele zu erreichen.

Unter ihrem Aufruf haben sich diverse Kommentare eingefunden, die die Erfahrungen mit konzentrierter Erfolgsarbeit beschreiben. Wir vom Vereinbarkeitsblog sind dem noch nicht gefolgt – wir bilden nämlich (noch?) kein Erfolgsteam. Jedenfalls nicht formal.

Was sollen die Erfolgsteams bringen? Vor allem eines: gleichgesinnte Menschen zusammenbringen. Marit Alke, ein weiterer Coach, fasst die Zielsetzung hinter Erfolgsteams zusammen:

Was liegt da näher, als diesen “Einzelkämpfern” das zu geben, wonach Sie sich sehnen: Nämlich gleichgesinnte Menschen, die diesen Veränderungswunsch erst einmal ohne eigene Erwartungen annehmen und gut finden, die ähnliche Probleme haben und nach ähnlichen Lösungen suchen und Menschen, die Ihren neu eingeschlagenen Weg wohlwollend begleiten.

Um es mal hier auf unseren Blog umzumünzen:

4-6 Frauen (denn die überwiegende Vereinbarkeitsdebatte wird ja von Frauen verfolgt) treffen sich regelmäßig live/digital, um beispielsweise

  • über Bewerbungen, Jobsuche, Bewerbungsgespräche zu sprechen
  • Vorgehensweisen für Tätigkeiten im Job (Projektarbeit, Koordination von Aufgaben, Mann-Frau-dialoge..) durchzugehen
  • Gehaltsverhandlungen & Selbstpräsentation zu üben
  • Organisatorisches & Rollenverhalten besprechen
  • …. (was fällt euch noch ein?)

Tipps zur Umsetzung von Erfolgsteams

Ich denke, damit es eben nicht zum berühmten Kaffeeklatsch kommt, sind folgende Dinge wichtig:

  1. Straffer Zeitplan und klare Topic – jeder kommt mit seinem Thema dran
  2. Sitzungsergebnisse festhalten (via Video-Aufzeichnung, Protokoll, Gesprächsnotizen……)
  3. Vor- und Nachbereitung: Eigenes Thema vorbereiten; Ergebnisse der letzten Sitzung nachbereiten
  4. Ziele prüfen: Deine eigenen und die der anderen im Team – alle noch auf Kurs? Keiner irgendwo falsch abgebogen?

Noch eine Essenz aus dem oben zitierten Gastbeitrag von Maren Martschenko: Vernetzte Erfolgsteams bringen noch mehr. Innerhalb des eigenen Erfolgsteam den Austausch zu fördern: prima. Darüber hinaus noch mit weiteren Erfolgsteam zu kooperieren: noch besser. Da greift dann auch der Clan-Gedanke wieder, den wir als bindungsorientierte Eltern so schätzen. A propos Clan: Für alleinerziehende Eltern hat Alexandra Widmer direkt einen Beitrag verfasst, der sich mit den Anforderungen von Alleinerziehenden befasst.

Familienorganisation: gemeinsame Kalender

Wie organisiert Ihr euch so, im Alltag? Den Überblick behalten über Arzttermine & Förderung, Sportevents, die nächste Dienstreise, Spielverabredungen, Klassenfahrten … schon mit drei Familienmitgliedern kommt da einiges zusammen. Je mehr Mitglieder in der Familie, je mehr Aktivitäten – desto mehr Aufwand für den, der sich vorrangig um die Termine kümmert. Wenn dann noch Teenies und Schulkinder kommen und gehen, dann kann auch der Überblick verloren gehen.

Eine Lösung: Familienkalender

Alter Hut, oder? Gemeinsame Kalender für die Familienorganisation hat doch jeder?

Ja. Nein. Also, nicht so ganz. Wir hatten relativ lange jeder seinen eigenen Kalender (digital) plus eine „irgendwie so“ Zettelwirtschaft für gemeinsame beziehungsweise Kindertermine. Um die Familienzeit zu organisieren, macht eine zentrale Lösung allerdings mehr Sinn. Dann geht nichts verloren. Kein Termin verschwindet.

Traditionell: Papier-Kalender im Familienformat

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Familienkalender, fünfköpfige Familie, 2 erwerbstätige Eltern

Es gibt sie in bunt, mit mindestens 3-4 Spalten: Familienkalender. Im Idealfall hat jedes Familienmitglied eine Spalte für sich allein – damit alle Termine Platz haben. Plus: Eine Spalte extra für gemeinsame Veranstaltungen und/oder Notizen sollten dabei sein. Möglichst große Spalten lassen Platz für Notizen, Hinweise & was sonst noch für den Termin notiert werden sollte.

Selber basteln ist eine Alternative, wenn vorhandene Kalenderlösungen nicht so richtig passen.

Wichtig

  1. Jeder muss seine Termine eintragen (lassen)
  2. Verschiedene Farben erleichtern die Orientierung (rot = wichtig, gelb = Geburtstage usw. usf.)
  3. Zuständigkeiten am besten auch notieren (mit notieren, oder mehrere Spalten markieren)*

*gemeint ist: Fahrdienste oder Abholservice, der mit organisiert werden soll/muss

Alternativ: digitale geteilte Kalender

Wer sich überwiegend digital organisiert, greift wahrscheinlich zu geteilten elektronischen Kalendern. Über Handy/Tablet sind alle Termine griffbereit. Bedeutet aber auch: Termine der Kinder landen automatisch bei den Elternteilen. Meistens bei einem. Meistens beim immergleichen.

Wichtig

  • Mehr Details können hinterlegt werden (Wegbeschreibungen, Adressen, Listen …)
  • Beteiligte Personen können per Mail eingeladen werden – dann haben alle die Termine im digitalen Kalender hinterlegt
  • Hilft gar nichts, wenn beteiligte Personen keine digitalen Kalender benutzen

 Für beide Arten der Organisation gilt: Absprachen helfen

Meint: klare Zuordnung der Zuständigkeiten.Bei größeren Kindern kann bei Neueinführung durchaus eine Familienkonferenz helfen, künftig das Familienleben über klare Terminkalender zu organisieren.

  1. Wer ist für das Eintragen der Termine zuständig (jeder selbst/nur einer?)
  2. Welche Details pro Termin sind absolutes Minimum (Uhrzeit, Ort, beteiligte Personen, Rückkehr….)?
  3. Welche Farben/Symbole werden von allen (!) verwendet?

Aber vorsicht: In der Terminübersicht haben Aufgaben nichts verloren. Sonst ist der ganze Plan überfrachtet und der Überblick geht – flöten. Dafür gibt es andere Möglichkeiten, um Aufgaben übersichtlich für alle zu halten.


 

Welche Erfahrungen habt ihr mit Kalendern gemacht? Nutzt ihr welche – und wenn ja, digital oder in Papierfassung?