Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bindung

Darf mir als AP-Mutter die Arbeit Spaß machen?

Immer wieder lese oder höre ich von anderen Müttern, dass Arbeiten mit Kleinkind nur akzeptabel ist, wenn es dem Geldverdienen dient. Und dazu gehört natürlich auch das chronisch schlechte Gewissen dem Kind gegenüber. Und wenn ich das nicht habe? Mir macht meine Arbeit Spaß. Ich genieße den Austausch mit meinen Kolleg_innen und arbeite gerne mit meinen Schüler_innen. Bin ich deswegen eine schlechte Mutter? Ich denke nicht, denn meine Arbeit macht mich zufrieden. Und eine zufriedene Mutter ist für ein Kind besser, als eine unzufriedene Mutter, die nur dem Kind zuliebe zu Hause bleibt, sich aber dabei total unwohl fühlt. Denn wenn ich mich unwohl fühle, dann kann es sein, dass ich dem Kind gegenüber Aggressionen entwickle, eben weil ich unzufrieden bin. Und es ist doch auch wünschenswert, dass ich als Mutter Spaß an meiner Arbeit habe. Soll ich mich denn damit selber kasteien? Auch das macht Mütter nicht zufriedener. Und wem ist damit geholfen, dass sich eine berufstätige Mutter schlecht fühlt? Aber wenn ich arbeite, habe ich weniger Zeit für mein Kind. Wenn ich arbeite, …

Attachment Parenting in der Schule?

In einer Facebook-Gruppe kam neulich die Frage auf, ob man AP-Anhänger und gleichzeitig Lehrer_in im staatlichen System sein könne. Diese Frage beschäftigt mich sehr, weil ich ja ebenfalls versuche, mit meinen Kindern eine gute Bindung zu haben und gleichzeitig im staatlichen System Lehrerin bin. Dabei gehe ich von meiner eigenen Situation aus. Ich bin Lehrerin an einem Ganztagsgymnasium. Dazu kommt noch, dass ich keine Klassenleitung innehabe, also mein Kontakt mit den Schüler_innen weitgehend auf den Unterricht beschränkt ist. Dies ist auch wichtig zu sehen, denn bei Klassenleitung oder zum Beispiel in der Grundschule bestehen ganz andere Kontaktmöglichkeiten zu den Schüler_innen. Bindung zu den Schüler_innen? Mir persönlich ist es sehr wichtig, in meinen Schüler_innen nicht nur Objekte meiner Unterrichtsbemühungen zu sehen, sondern auch Menschen. Dennoch habe ich über 100 Schüler_innen und kann unmöglich zu jeder/jedem von ihnen eine intensive Bindung eingehen. Aber ich kann meinen Schüler_innen authentisch begegnen. Sie sollen mich auch als Mensch kennen lernen. Daher gehöre ich nicht zu den Lehrer_innen, die ihr Privatleben komplett von den Schüler_innen fern halten. Ich begegne meinen Schüler_innen …

Wurzeln und Flügel – Von Bindung und Loslassen

Mit dem Loslassen ist es nicht immer so leicht. Hier liest und hört man in letzter Zeit immer wieder von Helikopter-Eltern.  Diese Bilder finde ich erschreckend. So möchte ich nicht mit meinen Kindern umgehen. Ein Sprichwort sagt: Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel. Wie ein Baum, der sein Astwerk auch nur entfalten und verzweigen kann, wenn er starke Wurzeln hat, so braucht auch ein Kind starke Wurzeln, damit es sich entfalten kann. Diese Wurzeln sind die Bindung, zunächst zu den Eltern, dann aber auch zu anderen Bezugspersonen. Wie wichtig eine sichere Bindung ist, ist unbestritten. Die Elternzeitschriften sind voll davon und auch bei den meisten Eltern hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Bindung die Basis für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung darstellt. Loslassen ist gar nicht so leicht Aber wie ist es mit den Flügeln bzw. den Ästen? Wenn diese sich entfalten, lassen wir sie das tun? Oder versuchen wir, sie zu stutzen, kurz zu halten, in Form zu bringen? Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mein Baby das erste Mal allein …