Die Gnade der kleinen Schritte

Es gibt stapelweise Literatur dazu, Aufgaben/Probleme/Ideen mit der Philosophie der „kleinen Schritte“ zu bewältigen. Wir machen das als Eltern quasi per se. Weil: Mit Hauruck und ganz viel Action geht schon mal gar nichts. Was wir brauchen, ist Geduld. Oder, wie ich neulich zu lesen bekam:

Je hektischer die Eltern, desto langsamer die Kinder. So will es das Gesetz.

(Falls jemand die Quelle kennt, bitte bei mir melden, danke!) weiterlesen

Eins nach dem Anderen statt alles zugleich

Ich habe ja bereits hier über dieses Thema geschrieben, aber es lässt mich einfach nicht los. Und nachdem mir letztens im Urlaub ein niederländischer Print-Artikel über die Ineffizienz von Multitasking begegnete, beschäftige ich mich auch wieder konkreter damit.

Multitasking bringt uns nicht weiter

Denn Multitasking ist nur scheinbar effizient. In Wirklichkeit sinkt unsere Produktivität dadurch, denn aus neurologischer Sicht kann man gar nicht zwei Dinge gleichzeitig tun. Wenn wir es versuchen, switcht unsere Aufmerksamkeit permanent von A nach B und wir müssen uns nach jeder Ablenkung wieder neu konzentrieren. Dadurch arbeiten wir langsamer, auch wenn uns das Tempo schneller vorkommt. Auch die Ergebnisse werden dadurch schlechter.

Eins nach dem Anderen

Wie können wir denn dann alle unsere To-dos schaffen? – Ganz einfach, wir machen eine Sache nach der Anderen.

Prioritätenliste

Die ist ganz wichtig, damit wir uns nicht mit unwichtigen Aufgaben aufhalten und darüber die wichtigen vergessen. Ich mache immer zuerst eine To-Do-Liste und priorisiere dann die drei wichtigsten Aufgaben. Die gehe ich zuerst an.

Kleine Schritte

Aufgaben in kleine Schritte aufteilen hilft dabei, sie besser abzuarbeiten und wirkt auch noch motivierend, weil wir nach jedem Schritt etwas in unserer To-Do-Liste abhaken können. Gerade wenn wir größere Projekte bearbeiten, können wir so eine Struktur finden und planvoller vorgehen.

Zeitrahmen festlegen

Wenn ich jetzt eine Stunde Zeit habe, etwas zu bearbeiten, dann setze ich mich hin und mache konzentriert nur diese eine Sache. Dazu ist es hilfreich, alle Ablenkungen auszuschalten, das Handy wegzupacken und nur ein Programm auf dem Bildschirm zu haben. Ich selber arbeite gerne mit einer Abwandlung der Pomodoro-Technik. Dazu arbeite ich immer 25 Minuten konzentriert an einer Aufgabe und mache dann 5 Minuten Pause, mache mir einen Tee oder gehe kurz rum. Nach vier Aufgabenblöcken gibt es eine größere Pause. Dieses Vorgehen hat sich hier bei der Korrektur von Klassenarbeiten sehr bewährt.

Produktivität

Schaffe ich denn jetzt mehr?

Das kann ich noch gar nicht so sagen. Dafür arbeite ich noch zu kurz mit dem neuen System. Aber ich merke ganz deutlich, dass ich mich weniger gehetzt fühle und die Dinge, die ich bearbeite, konzentrierter angehe. Das fühlt sich für mich gut an.

Ein Nebeneffekt ist, dass ich deutlich weniger im sozialen Netzwerk unterwegs bin, was ich bisher oft nebenbei gemacht habe (und dann dort hängen geblieben bin). Hier hilft mir die Konzentration auf eine Aufgabe, einen Zeitfresser besser in den Griff zu bekommen.


 

Für mich ist es also ein Gewinn. Probiert es doch auch einmal aus und berichtet von Euren Erfahrungen.

 

 

Familienorganisation: gemeinsame Kalender

Wie organisiert Ihr euch so, im Alltag? Den Überblick behalten über Arzttermine & Förderung, Sportevents, die nächste Dienstreise, Spielverabredungen, Klassenfahrten … schon mit drei Familienmitgliedern kommt da einiges zusammen. Je mehr Mitglieder in der Familie, je mehr Aktivitäten – desto mehr Aufwand für den, der sich vorrangig um die Termine kümmert. Wenn dann noch Teenies und Schulkinder kommen und gehen, dann kann auch der Überblick verloren gehen.

Eine Lösung: Familienkalender

Alter Hut, oder? Gemeinsame Kalender für die Familienorganisation hat doch jeder?

Ja. Nein. Also, nicht so ganz. Wir hatten relativ lange jeder seinen eigenen Kalender (digital) plus eine „irgendwie so“ Zettelwirtschaft für gemeinsame beziehungsweise Kindertermine. Um die Familienzeit zu organisieren, macht eine zentrale Lösung allerdings mehr Sinn. Dann geht nichts verloren. Kein Termin verschwindet.

Traditionell: Papier-Kalender im Familienformat

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Familienkalender, fünfköpfige Familie, 2 erwerbstätige Eltern

Es gibt sie in bunt, mit mindestens 3-4 Spalten: Familienkalender. Im Idealfall hat jedes Familienmitglied eine Spalte für sich allein – damit alle Termine Platz haben. Plus: Eine Spalte extra für gemeinsame Veranstaltungen und/oder Notizen sollten dabei sein. Möglichst große Spalten lassen Platz für Notizen, Hinweise & was sonst noch für den Termin notiert werden sollte.

Selber basteln ist eine Alternative, wenn vorhandene Kalenderlösungen nicht so richtig passen.

Wichtig

  1. Jeder muss seine Termine eintragen (lassen)
  2. Verschiedene Farben erleichtern die Orientierung (rot = wichtig, gelb = Geburtstage usw. usf.)
  3. Zuständigkeiten am besten auch notieren (mit notieren, oder mehrere Spalten markieren)*

*gemeint ist: Fahrdienste oder Abholservice, der mit organisiert werden soll/muss

Alternativ: digitale geteilte Kalender

Wer sich überwiegend digital organisiert, greift wahrscheinlich zu geteilten elektronischen Kalendern. Über Handy/Tablet sind alle Termine griffbereit. Bedeutet aber auch: Termine der Kinder landen automatisch bei den Elternteilen. Meistens bei einem. Meistens beim immergleichen.

Wichtig

  • Mehr Details können hinterlegt werden (Wegbeschreibungen, Adressen, Listen …)
  • Beteiligte Personen können per Mail eingeladen werden – dann haben alle die Termine im digitalen Kalender hinterlegt
  • Hilft gar nichts, wenn beteiligte Personen keine digitalen Kalender benutzen

 Für beide Arten der Organisation gilt: Absprachen helfen

Meint: klare Zuordnung der Zuständigkeiten.Bei größeren Kindern kann bei Neueinführung durchaus eine Familienkonferenz helfen, künftig das Familienleben über klare Terminkalender zu organisieren.

  1. Wer ist für das Eintragen der Termine zuständig (jeder selbst/nur einer?)
  2. Welche Details pro Termin sind absolutes Minimum (Uhrzeit, Ort, beteiligte Personen, Rückkehr….)?
  3. Welche Farben/Symbole werden von allen (!) verwendet?

Aber vorsicht: In der Terminübersicht haben Aufgaben nichts verloren. Sonst ist der ganze Plan überfrachtet und der Überblick geht – flöten. Dafür gibt es andere Möglichkeiten, um Aufgaben übersichtlich für alle zu halten.


 

Welche Erfahrungen habt ihr mit Kalendern gemacht? Nutzt ihr welche – und wenn ja, digital oder in Papierfassung?