Schöne neue Arbeitswelt

Dieser Beitrag geistert mir schon länger durch den Kopf. Es geht um die „Arbeitswelt“. Ihr kennt das „JA, ABER…“ das fast immer auf eine gelungene Vereinbarkeitsgeschichte folgt? All die Berichte über störrische Vorgesetzte, unwillige Arbeitgeber, kinderunfreundliche Arbeitszeiten? Die gibt es. Alle.

Aber ich finde es wichtig, auch das Positive zu sehen. Und wir leben in einer Zeit, in der sich das Arbeitsleben radikal ändert. Und weiter ändern wird. Für diesen Artikel sind all die negativen Aspekte ausdrücklich ausgeblendet. Pessimismus und Relativismus sind kurzfristig eingetütet und beiseite gepackt. Was bleibt, ist ein ganz und gar optimistischer Blick auf die Zukunft.

#1 Familienfreundlichkeit als Merkmal

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Screenshot XING.de Jobsuche

Ja, das ist doch gar nichts besonderes? Doch, ist es. Statt übertariflicher Bezahlung und dickem Dienstwagen stehen Aspekte der Vereinbarkeit zur Auswahl.

Übrigens bei vielen Jobsuchmaschinen. Oder bei Bewertungsportalen, die Arbeitgebern Noten verpassen. Wer flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Betriebs-Kita bietet, kann punkten. Und viele Unternehmen machen das bereits.

Überlegt mal: Vor 10, 15 oder 20 Jahren – stand da Homeoffice als Benefit in einer Stellenausschreibung? Extrem selten bis gar nicht. Die Präsenzkultur als Fakt und monetäre Benefits sind nicht mehr das A plus O.

 

 

# 2 Arbeitszeiten ändern sich

Auch wenn der groß gefeierte schwedische 6h-Arbeitstag letztlich doch nur eine Ausnahme bei einigen wenigen Firmen war – es gibt sie eben doch. Die Unternehmen, die sich statt mehr und mehr Arbeitsstunden pro Tag auf eher wenige festlegen (wollen).

Und dann gibt es noch die Unternehmen, die die Urlaubsanträge entsorgt haben. Jeder Angestellte nimmt sich soviel (aber mindestens den gesetzlichen Anspruch) Urlaub, wie er oder sie braucht. Der Gedanke dahinter: Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter stärken. Und weg von der Präsenzkultur.

# 3 Arbeitsorte ändern sich

Konzerne, die die festen Schreibtische abschaffen. Die von Bürolandschaften sprechen und ausdrücklich sagen, dass Homeoffice erwünscht ist. (Lufthansa/Microsoft und andere …). Digitale Arbeiter, die selbstständig und ausdrücklich ohne festen Wohnsitz durch die Welt touren – und dort arbeiten, wo sie gerade sind.

Überhaupt: Homeoffice, Co-Working Spaces plus all die Menschen, die mobil in Bahnen, Cafès und andernorts arbeiten.

Die Arbeitswelt 4.0 erfordert andere Strukturen – die wir allein durch die Nutzung verschiedener sozialer Netzwerke fast im Schlaf beherrschen.

Zeitliche und räumliche Autonomie über die eigene Arbeitskraft, soweit es die Arbeit hergibt.

# 4 Das Verständnis von Erwerbsarbeit ändert sich

Und mit ihm auch das Verständnis von Führungskräften und der Arbeitsorganisation. „Mitarbeiter motivieren statt kontrollieren“ oder „Führen mit Hirn“ sind Schlagworte, wie sie immer häufiger auftauchen.

Roboter übernehmen Teile unserer Jobs. Und sie ergänzen damit die bisherige (industrielle) Arbeitswelt, erleichtern uns um schwere, unangenehme Arbeiten. Dafür kommen neue, bislang noch kaum bekannte Jobs an die Oberfläche.

Mehrere Länder versuchen sich an der Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens. In Skandinavien ist es genauso Thema wie in verschiedenen Abstimmungen in der Schweiz. Wer sich damit noch nicht beschäftigt hat: Arte hat ein kurzes Interview zum Thema.

Eine schöne Zusammenfassung zur Veränderung bieten diese 10 Thesen zur Entwicklung der neuen Arbeitswelt.


Seht diesen Beitrag bitte als das, für das er gemeint ist: Eine optimistische Version der kommenden Anforderungen. Denn hinter all diesen Veränderungen wird mehr Zeit für die Familie, für social life und Partnerschaft stecken. Es wird mehr Energie erfordern, diese neuen Strukturen tatsächlich umzusetzen. Oder es zu schaffen, sie auch für Einzelhandel, Mittelständler und kundennahe Dienstleistungen umzusetzen.

Ich denke, es lohnt sich.

 

Sabrina
Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann & zwei Kindern in enger Gemeinschaft. Feministisch, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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