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Organisationstools: Pomodori für erwerbstätige Eltern

Als Freelancer beschäftige ich mich aus zweierlei Gründen eigentlich ständig mit Produktivitäts-Tools und Techniken zur idealen Arbeitsverteilung: Um mir selber in den Hintern zu treten & für meine Aufträge, die eben auch oft aus dem Bereich Zeitmanagement stammen. So weit so prima. Viele Techniken lassen sich aber nur mit Abstrichen in die Familienarbeit übernehmen – irgendwie passt das nicht so richtig. Über Kanban-Boards und deren Einsatzmöglichkeiten hatte ich schon geschrieben. Heute nehme ich mal die Pomodori-Technik unter die Lupe. Die lässt sich nämlich vergleichsweise einfach umsetzen.

Was ist die Pomodori-Technik?

Im Grunde ist eine Methode (1980er, Francesco Cirillo), kurze Arbeitszeiten zu organisieren und begrenzte Aufgaben schnell hintereinanderweg zu bearbeiten.

Für den Job ist die Anwendung einfach. Nimm

  • eine Küchenuhr/einen Timer
  • Blatt Papier/Stift bzw. eine To-Do-Liste

zur Hand. Liste die zu erledigenden Aufgabe auf und widme dich jeder Aufgabe mit 25 Minuten. Zwischen jeder Aufgabe gibt es 5 Minuten Pause, alle vier Aufgaben gibt es eine längere Pause. Erledigte Aufgaben werden abgestrichen.

Der Sinn dahinter? Kürzere Aufgabenzeiten würden die Motivation heben („sind ja nur 25 Minuten“) und Panikattacken vor schwierigen Aufgaben mindern. Beruflich gesehen: Es funkioniert!

Wer mehr wissen will: Details gibt es im lifehacker-blog und bei erfolgreich-freelancer.

Pomodori-Technik im Familienalltag

Während ich beruflich also gerade über diese Technik nachdachte beziehungsweise testete, fiel mir im Familienalltag auf: Das machen wir bereits oft!

Und zwar so:

  • Nimm eine beliebige Handlung/Tätigkeit und
  • eine äußere Timer-Möglichkeit (Uhr, Timer, Filmende)

In der Praxis läuft das bei uns so, beispielsweise beim Abendessen-vorbereiten:

Wenn der Backofen in 20 Minuten piepst, können wir essen. Solange räume ich die Küche auf und decke den Tisch.

Oder, später am Tag:

Nach der Folge XY (Dauer: so 20 Minuten) schalten wir den Fernseher aus und räumen hier noch auf, bevor wir ins Bett gehen.

Oder, zwischendurch:

Ich trinke jetzt meine Kaffeetasse aus (Dauer: so circa 20min), dann können wir loslegen.

Das Puzzle machen wir noch, dann …. (usw. usf.)

Nur: Es sind natürlich nicht immer 25 Minuten und nicht immer erklingt ein Klingelton.

Für Kleinkinder/Schulkinder machen diese kurzen Arbeits-Einheiten das Warten einfacher. Beziehungsweise überhaupt das Einteilen des Tages in Zeit-Einheiten verständlicher. Akkustische Signale (Backofen-Uhr, Klingel, Timer usw.) sind hilfreich, abstrakte Tätigkeiten („ich schreib das hier noch eben zu Ende“) total unklar.

Ich finde es insbesondere bei Hausarbeit und Co. sinnig. Also Bad putzen (25 Minuten) oder Wäscheberge vernichten (30 Minuten) oder besagtes Kochen (25 Minuten – 40 Minuten) oder Rasenmähen. Parallel zur angekündigten Zeit und der Bearbeitung sehen (!) die Kinderlein bzw. der Partner sofort, dass hier die Arbeit noch gemacht wird.

Schwierigkeiten bei der Anwendung

Zwei Dinge sind bei der Umsetzung problematisch für mich:

  1. Wenn ich im flow bin, bin ich im flow. Aufhören will ich dann bestimmt nicht, erst recht nicht nach läppischen 25 Minuten. Manche Aufgaben erfordern schon eine Einarbeitung von 20 Minuten – dann bliebe keine Zeit für die eigentliche Arbeit übrig.
  2. Privat neige ich dazu, die „Ich mache noch XY, dann …“ Ankündigung zwar zu sagen, aber nicht umzusetzen. Sprich: Wenn die Kinder dann was anderes machen, mache ich auch was anderes – statt wie angekündigt nach dem Aufräumen mit ihnen zu spielen, vorzulesen etc.

Fazit zur Pomodori-Technik

Sie eignet sich für einfache, klar umrissene Aufgaben. Oder für komplexe Aufgaben, die sich in einfache Teilschritte einteilen lassen.

Die Arbeit-Pausen-Einheiten scheinen sinnvoll zu sein – im Flow neigt man aber dazu, das zu ignorieren – dann ist die Technik für die Katz.

Wer die Ansage mit Zeiteinheiten bei Kindern/in der Familie macht, muss sich auch dran halten. Hier hilft das schriftliche Fixieren schon sehr – dann kann das nicht mehr untergehen.

 

 

 

 

Kategorie: Allgemein, Organisation

von

Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann, zwei Kindern & Bürohund in enger Gemeinschaft. Feministisch angehaucht, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

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