Hab Mut! – Die Mutmachparade

Johannes Korten ruft in seinem Jazzblog zur Mutmachparade auf. Da machen wir doch gerne mit und beantworten seine Fragen:

2013-12-30 16.54.16

Wie sprecht ihr euch selbst Mut zu?

Sabrina:

Ich versuche, mich möglichst wenig mit einem möglichen Scheitern zu befassen. Und das war es dann auch schon: Möglichst wenig drüber nachdenken, einfach reinstürzen.

Uta:

Ich rede ja eigentlich ständig mit mir selber. Und ich spreche mir dann eben auch Mut zu. Meist sage ich Dinge wir: „Du schaffst das. Du weißt, dass du das kannst. Ganz ruhig bleiben. Tief durchatmen.“ Ich stelle mir auch gerne vor, dass jemand hinter mir steht und mir die Hand auf die Schulter legt oder mich festhält. Das gibt mir Ruhe und Kraft und macht mich sicherer. Außerdem versuche ich es mit Achtsamkeitsübungen, wenn ich merke, dass ich zu nervös werde.

Wie ermutigt ihr andere?

Sabrina:

Zuhören wirkt eigentlich immer. Bedenken ernst nehmen und anhören. Außerdem versuche (!) ich zu hinterfragen, was der andere gerade von mir braucht: Einen Sparringspartner für kritische Gedanken? Oder eher jemanden, der beruhigt? Jemanden, der alle positiven Aspekte nach vorne holt?

Uta:

Bei meinen Kindern mache ich das ähnlich wie ich es mir für mich wünsche. Ich nehme sie auch in den Arm. Außerdem sage ich ihnen, dass es ok ist, wenn sie sich nicht trauen. Ich bin für sie da, egal was ist. Ich finde es wichtig zu vermitteln, dass ich mutiges Verhalten nicht erwarte.

Wenn es um meine Schüler_innen geht, kann ich sie ja nicht so einfach in den Arm nehmen. Ich versuche aber schon, sie positiv einzustimmen, ihnen z. B. aufzuzeigen, dass sie gut vorbereitet sind (meist geht es ja um Prüfungen) bzw. mit ihnen zu überlegen, wie sie sich noch besser vorbereiten können. Dann sage ich ihnen, dass ich an sie glaube. Meiner Abiturientin habe ich am Abend vor der mündlichen Abiturprüfung eine Nachricht geschickt: „Jetzt nicht mehr lernen, einen ruhigen Abend und nicht zu spät schlafen gehen. Alles Gute für morgen.“ Das Feedback war positiv.

Was sind Erlebnisse, in denen ihr euch ein Herz gefasst habt und eigene Grenzen überwunden oder anderen bei der Überwindung ihrer Grenzen geholfen habt?

Sabrina:

Am meisten im Gedächtnis ist mir ein Erlebnis geblieben, bei dem ich eigentlich gar nichts weiter gemacht hatte. Nur ganz selbstverständlich von unserem Umgang mit dem ältesten Kind berichtet. Einige Aspekte haben eine werdene Mutter darin bestärkt, eigene Einstellungen zu überdenken. Später hat sie mir das dann auch verraten. Das hat mich sehr berührt und mir auch gezeigt, wie wichtig es ist, einfach ganz normal zu seinen Überzeugungen zu stehen. Es muss keine Heldentat sein, es kann auch einfach das Vorleben der eigenen Ideale sein, was anderen bei der Neubetrachtung der eigenen Grenzen hilft.

Uta:

Von einem „großen“ Erlebnis kann ich da gar nicht sprechen. Für mich sind die vielen kleinen Mutmachmomente in meinem Leben wichtig. Ich bin ein introvertierter Mensch, und telefoniere z. B. nicht gerne mit Menschen, die ich nicht kenne. Ich bin auch nicht gut im Small-Talk auf Parties. Dennoch mache ich diese Dinge (und spreche mir auch vorher Mut zu).

Wie weit seid ihr dabei gegangen und wie ist es euch damit ergangen?

Sabrina:

Bei diesem Beispiel musste ich ja gar nicht weit gehen. Genau genommen habe ich es in dem Moment nicht einmal bemerkt.

Aber hinterher, als diese Mutter dann ihre Gedanken mit mir teilte – ging es mir natürlich gut. Und es ist auch mehrere Jahre nach diesem einzelnen Moment immer noch eine Inspirationsquelle für mich. Dazu, mich nicht zu verbiegen oder Wahrheiten zu verschweigen.

Uta:

Wenn ich diese kleinen Situationen dann gemeistert hat, bin ich erleichtert und hoffe auch, dass es mir irgendwann leichter fallen wird, diese Dinge zu tun.

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

2 Gedanken zu „Hab Mut! – Die Mutmachparade“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.