Lass liefern!

Immer dienstags steht bei uns die Milchfrau vor der Tür. Alle zwei Wochen kommt der Getränkemann dazu und holt Leergut ab bzw. stellt neue Kisten vor die Tür. Die Post hat einen „Garagenvertrag“ mit uns: Päckchen warten an einem sicheren Ort auf mich, auch wenn ich gerade unterwegs bin.

Was hat das mit Vereinbarkeit zu tun?

Es geht mir um die Zeitersparnis. Wir leben auf dem Land, für alles muss ich mit dem Auto los. Der nächste Bioladen ist 30km entfernt, der regionale Milchlieferant genauso weit – natürlich in entgegen gesetzter Richtung. Bauernhof, Eier, frisches Gemüse, Drogerieartikel – alles in der Umgebung verstreut. Wenn ich alles einzeln anfahre, bin ich ewig unterwegs. Klar, wir könnten konventionell im Supermarkt kaufen. Wollen wir aber nicht immer. Also mussten Strategien her, um trotzdem bei knappem Zeitbudget das Gewünschte zu bekommen.

Lebensmittel und Getränke

Lieferanten für Biokisten gibt es mittlerweile in fast jeder Region. Je nach Anbieter sogar regional und saisonal frisches Obst und Gemüse. Einige Bauernhöfe bieten ähnliches an, teilweise aber ohne Lieferservice. Die Suche lohnt sich. Wenigstens ein Teil der wöchentlichen Einkäufe landet dann bequem zu definierten Zeiten vor der Haustür. Der Rest wird, zumindest bei uns, wöchentlich nach Plan gekauft.

Getränke könnten eigentlich gleich ganz gespart werden. Leitungswasser und fertig. Vielleicht noch einen Mineralwasserspender dazu – da muss die CO2-Kartusche nur alle paar Monate getauscht werden. Milch und weitere Getränke, Saft und Co.? Entweder vom Lieferanten (manche Biokistenanbieter übernehmen das mit!) oder monatlich im Großeinkauf.

Guten Tee gibt es eigentlich nur im Teeladen. Da komme ich aber nie hin! Dafür gibt es gute Shops mit flottem Lieferdienst – und Fairtradehandel.

Wichtig: ich muss für keine der Lieferungen anwesend sein. Beachtet das, wenn es um die Auswahl des Dienstleisters geht!

Drogerie und Co.

Würden wir konventionelle Drogerie- und Reinigungsprodukte nutzen, wahrscheinlich würden wir die Abofunktion von Amazon nutzen. Ja, ernsthaft. Einmal aussuchen und im definierten Rhythmus im Paket geliefert bekommen. Traumhaft. Keine übervollen Drogerien am Samstag mehr, weil mal wieder gänzlich überraschend Zahnpasta UND Windeln alle sind!

Da wir aber eher alternativ leben, muss ich einfach die Basics für Waschmittel und Reinigungsmittel regelmäßig nachkaufen. Das reicht alle paar Monate beim Großeinkauf. Alles andere kommt auch auf den Posten für den Großeinkauf. Den Öko-Versandhandel gibt es natürlich auch noch …

Handgefertigte Seife in guter Qualität gibt es normalerweise nur im Reformhaus, jedenfalls hier in der Gegend. Auch hier: der gute Online-Shop rettet mich. Mein Kalender erinnert mich automatisch, wenn eine neue Bestellung raus muss.

Kleidung

Kleidung shoppen zu müssen nervt – mich jedenfalls. Online ist das erträglich. Auch Second-Hand geht online einfacher, als die Termine irgendwelcher Basare in meinen Tagesablauf zu quetschen. Also suche ich bei Bedarf online nach Kleidung. Umtausch ist auch leichter, falls mal was mit einem Kleidungsstück ist.

Geschenke

Jetzt wird es schwierig. Liebevoll ausgesuchte Geschenke und Online -das verträgt sich nicht so recht. Manchmal lässt sich die Suche nach schönen Geschenken mit Ausflügen verbinden. Auf Messen, Märkten und Basaren gaben wir schon ein paar schöne Sachen gefunden.

Oder man muss eben doch extra losziehen. Ausnahmsweise 😉

Wirtschaftliche Betrachtung

Ja, natürlich gibt es gut begründete Bedenken dagegen, alles online zu bestellen. Womöglich noch bei Großkonzernen. Nein, ich will gar nicht alle Welt dazu überreden, es auch so zu machen. Ja, sicher werden dadurch kleine Läden verdrängt, wenn nur bei Konzernen gekauft wird. weshalb ich ja auch regionale Lieferanten bevorzuge und Spezialisten (Seife, Tee).

Ich werde aber durchaus gefragt, wie ich dauernd aufwendig kochen und backen kann – trotz Kindern und Arbeit und einem Standard-24h Tag. Weil ich eben nicht zum Einkaufen durch die Gegend ziehe beziehungsweise ganz bestimmte Abläufe habe, um diese Routinen unter zu bringen. Unseren Wocheneinkauf erledigen wir übrigens nicht mehr am Samstag, wenn alle unterwegs sind. Sondern am Donnerstag, wenn die Tochter 45min lang beim Sport ist. Einkauf mit nur einem Kind: Spart dann auch gleich noch Nerven. Damit bleibt die Zeit übrig, um nachmittags entspannt .. Genau: zu kochen oder zu backen.

nach

Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann, zwei Kindern & Bürohund in enger Gemeinschaft. Feministisch angehaucht, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

3 Gedanken zu „Lass liefern!

  1. Sehr schön Sabrina, ich musste ein wenig lächeln über eure ähnlich manchmal komplizierte und vereinzelte Logistik – aber bei uns sieht das ganz ähnlich kompliziert aus 🙂 dennoch im Alltag sehr effektiv, wenn die Logistik (von Mama Seite) mal gemacht ist.

    Lg Kerstin

    _____

  2. Magdalena

    Was noch fehlt: Wäscherei mit Bügelservice und ggf. Putzfrau 🙂 Das spart Zeit! Und: falls man regelmässig Medikamente, Überweisungen oder sonstwas braucht, wofür man beim Arzt aufschlagen muss: einfach frankierte, an sich selbst adressierte Umschläge in der Akte hinterlegen und bei Bedarf anrufen, Rezepte etc. zusenden lassen. Spart auch ne Menge Zeit und Wege.

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