Kaffeeklatsch adé, Erfolgsteams willkommen

Wenn wir von Netzwerken und Clans sprechen, um als Erwerbstätige die Gratwanderung zwischen Familie, Beruf und Social Life zu bewältigen – habt ihr dann auch manchmal die kleine Stimme im Kopf, die flüstert: „Also, für Kaffeeklatsch hab ich aber wirklich keine Zeit“? Das betrifft jetzt vor allem die weiblichen Leser – Männer scheinen per se etwas leichter Netzwerken und Austausch trennen zu können. Warum das so ist? Keine Ahnung, ich hätte da gern mal eine logische Erklärung für!

Über den (Un-)Sinn vom Kaffeeklatsch

Der Erfahrungsaustausch oder ein gemeinsames Anliegen stehen oft im Vordergrund der Netzwerkgespräche, nicht die eigene Karriere.

Maren Martschenko, Mitbegründerin des Münchner Digital Media Woman Quartiers, hat es in einem Gastbeitrag auf den Punkt gebracht. Also letztlich: Kaffeeklatsch statt konstruktivem Austausch zu Karrieremöglichkeiten. Oder, wenn es weniger um Karriere gehen soll: Austausch und Gespräch zur Erreichung persönlicher Ziele.

Eine nette Plauschrunde kann ich derzeit mit vielen Frauen in meiner Umgebung haben – die Themen sind meist offen und freundlich, aber bleiben an der Oberfläche. Kindergarten, Schule, ein bisschen Arbeitszeiten, Haushalt, passende Kontakte für Arzttermine, Flohmarkt und so weiter. Das ist in Ordnung. Bringt mich aber beruflich nicht weiter.

Aus dem Coaching: Erfolgsteams

Durch Zufall bin ich auf den Beitrag von Claudia Kauscheder gestoßen, die um Meinungsaustausch zum Thema Erfolgsteams bat.

Sie definiert (ganz grob und kurz) Erfolgsteams so:

Unter Erfolgsteam verstehe ich eine Gruppe von 4-6 Personen, die sich regelmäßig (persönlich oder virtuell) über einen längeren Zeitraum hinweg treffen, um sich gegenseitig zu unterstützen und ihre Ziele zu erreichen.

Unter ihrem Aufruf haben sich diverse Kommentare eingefunden, die die Erfahrungen mit konzentrierter Erfolgsarbeit beschreiben. Wir vom Vereinbarkeitsblog sind dem noch nicht gefolgt – wir bilden nämlich (noch?) kein Erfolgsteam. Jedenfalls nicht formal.

Was sollen die Erfolgsteams bringen? Vor allem eines: gleichgesinnte Menschen zusammenbringen. Marit Alke, ein weiterer Coach, fasst die Zielsetzung hinter Erfolgsteams zusammen:

Was liegt da näher, als diesen “Einzelkämpfern” das zu geben, wonach Sie sich sehnen: Nämlich gleichgesinnte Menschen, die diesen Veränderungswunsch erst einmal ohne eigene Erwartungen annehmen und gut finden, die ähnliche Probleme haben und nach ähnlichen Lösungen suchen und Menschen, die Ihren neu eingeschlagenen Weg wohlwollend begleiten.

Um es mal hier auf unseren Blog umzumünzen:

4-6 Frauen (denn die überwiegende Vereinbarkeitsdebatte wird ja von Frauen verfolgt) treffen sich regelmäßig live/digital, um beispielsweise

  • über Bewerbungen, Jobsuche, Bewerbungsgespräche zu sprechen
  • Vorgehensweisen für Tätigkeiten im Job (Projektarbeit, Koordination von Aufgaben, Mann-Frau-dialoge..) durchzugehen
  • Gehaltsverhandlungen & Selbstpräsentation zu üben
  • Organisatorisches & Rollenverhalten besprechen
  • …. (was fällt euch noch ein?)

Tipps zur Umsetzung von Erfolgsteams

Ich denke, damit es eben nicht zum berühmten Kaffeeklatsch kommt, sind folgende Dinge wichtig:

  1. Straffer Zeitplan und klare Topic – jeder kommt mit seinem Thema dran
  2. Sitzungsergebnisse festhalten (via Video-Aufzeichnung, Protokoll, Gesprächsnotizen……)
  3. Vor- und Nachbereitung: Eigenes Thema vorbereiten; Ergebnisse der letzten Sitzung nachbereiten
  4. Ziele prüfen: Deine eigenen und die der anderen im Team – alle noch auf Kurs? Keiner irgendwo falsch abgebogen?

Noch eine Essenz aus dem oben zitierten Gastbeitrag von Maren Martschenko: Vernetzte Erfolgsteams bringen noch mehr. Innerhalb des eigenen Erfolgsteam den Austausch zu fördern: prima. Darüber hinaus noch mit weiteren Erfolgsteam zu kooperieren: noch besser. Da greift dann auch der Clan-Gedanke wieder, den wir als bindungsorientierte Eltern so schätzen. A propos Clan: Für alleinerziehende Eltern hat Alexandra Widmer direkt einen Beitrag verfasst, der sich mit den Anforderungen von Alleinerziehenden befasst.

nach

Hy, hier schreibt Sabrina. Freiberuflich als Copywriterin anzutreffen, mit Mann, zwei Kindern & Bürohund in enger Gemeinschaft. Feministisch angehaucht, bindungsorientiert & zutiefst sarkastisch. Bekennende #coffeeholic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.