Hilfe, ich finde keinen KiTa-Platz! | Interview

Wie seid ihr eigentlich an den KiTa-Platz für euer Kind gekommen? Den kompletten Prozess – von der Suche über die Anmeldung bis zur Vertragsunterzeichnung kann man als Eltern ja prima alleine stemmen. Und sich über die Formalien, vor allem in den Großstädten, ärgern. Oder man beauftragt jemanden dafür. Ich selber hatte das recht einfach: KiTa anrufen, einen Zwischendurch-Termin bei der KiTa-Leitung erhalten, danach zum offiziellen Anmeldetag hingehen, Vertrag ausfüllen und fertig. Aber DAS ist ja quasi Luxus.

Die Realität für die meisten Eltern: Nervenaufreibende Suche, Wartelisten, Nachhaken per Telefon und ab und an völlig undurchsichtige Wartelisten und Vergabekriterien. Trotz Rechtsanspruch keine Garantie auf den KiTa-Platz für Ü3. Was da hilft? Wir haben ein Interview mit Mandy Rost, der Geschäftsführerin von juniko.de geführt. Es ging um die Idee dahinter, die geringen Kosten und die Frage, welche Fälle der juniko.de Gründerin besonders im Kopf bleiben.

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Interview mit Regina Kapsner – Rockzipfel München

Der Kontakt kam ganz spontan zustande. Da sehe ich, dass in München ein neuer Rockzipfel aufgemacht hat. Und frage nach, wie es so läuft – und bedauere, dass es für mich mit gut 100km Anfahrt (einfach!) dann eben doch nicht in Reichweite liegt.

Voilà, es ist ein Interview für euch dabei heraus gesprungen. Initatorin Regina Kapsner war so freundlich, uns zu antworten und ein paar Bilder beizusteuern. Die stammen  übrigens direkt aus den aktuellen Räumlichkeiten und zeigen, wie das Rockzipfel-Prinzip sich so im Arbeitsalltag macht.

Disclaimer: Das Interview enthält die Gedanken und Ideen von Regina Kapsner und stellt nicht unbedingt unsere Meinung/unsere Einschätzung zu verschiedenen Sachverhalten dar.


 Wie ist es zum Rockzipfel in München gekommen? Wer hat es umgesetzt und aus welchem Anlass?

Mein Sohn wurde Juli 2012 geboren; ich hatte „Auf der Suche nach dem verlorenen Glück“ (Jean Liedloff, original „The Continuum Concept“) gelesen, danach „Auf den Spuren des Glücks“ von Carola Eder, die die Erkenntnisse von Jean Liedloff auf die westliche Welt überträgt.

Betont wird die Bedeutung von sicherer Bindung der Kinder an die Eltern, Kinder nicht allein lassen, viel tragen, lang stillen, vertrauen, zutrauen, ausprobieren lassen, …. Kinder sind immer im Familien-Verbund, Kinder aller Altersstufen spielen miteinander, lernen voneinander. Darin wurde „Rockzipfel Leipzig“ vorgestellt, und ich sagte spontan: „Sowas brauchen wir auch. Im Zweifel organisieren wir selber sowas.“ Mein Partner und ich sind selbständig, arbeiten von zuhause aus.

Ich bin selber nur 1 Jahr in den Kindergarten gegangen und konnte mir nicht vorstellen, mein Baby schon viel früher in eine Krippe oder Kindergarten zu geben. Ich finde, er soll „meine Welt“ kennenlernen, miterleben, sehen, was „arbeiten“ bedeutet – so wie ich früher auf dem Bauernhof meiner Eltern einfach mit dabei war (oder Kinder von Handwerkern bei den Eltern sein können).

Später habe ich dann noch mehr gelesen und immer wieder bestätigt gefunden, dass die frühe Fremdbetreuung nicht optimal für die Entwicklung der Kinder ist, für die spätere Bindungsfähigkeit, für späteres Sozialverhalten usw.

Wie wird das Angebot derzeit angenommen?

Mittlerweile sind wir insgesamt 7 Kinder und 8 Eltern – weil bei mir mein Partner mit dabei ist, also ein Papa, 7 Mamas. Die Kinder: 3 so um die 2 Jahre, 2 unter 1 Jahr (8-9-10 Monate).

Es sind nicht immer alle da, bedingt durch Krankheit, Urlaub, andere Termine, aber immer genug, dass sich was rührt.

Rockzipfel München - Kinder mittendrin

Rockzipfel München – Kinder mittendrin

Und es kommen auch immer wieder Interessenten, die sagen, dass das später für sie interessant werden könnte. Besonders beeindruckt hat mich eine ganz junge Familie, Baby grad erst 4 Wochen alt, die sich schon informieren, und wo nach Ende der Elternzeit in 1 Jahr der Papa mit der Tochter ins Eltern-Kind-Büro kommen würde, weil er im home office arbeiten kann, die Mama leider nicht.

Wie klappt die Aufgabenverteilung (Betreuung/Arbeiten) für die Eltern?

Bisher war das eher spontan, aber jetzt mit mehr Leuten machen wir einen Plan, wer wann auf die Kinder aufpasst. Außerdem suchen wir Teilzeit-Omas und Teilzeit-Tanten, die uns ehrenamtlich helfen und ein bisschen Zeit mit den Kindern verbringen.

Jetzt mal ehrlich: Ist es so, wie ihr euch das vorgestellt habt? Arbeiten, Kinder betreuen und alles unter einem Dach?

Noch nicht ganz 😉 wir suchen größere Räume, damit wir uns besser verteilen können, damit wir einen Raum für die Kinder zum Schlafen einrichten können, weil die, die nicht mehr in der Trage bei der Mama einschlafen, finden in der aktuellen Umgebung keine Ruhe zum Schlafen und werden dann knatschig.

Rockzipfel München - Arbeiten mit Baby und Kleinkind

Rockzipfel München – Arbeiten mit Baby und Kleinkind

Aber wir sind auf dem richtigen Weg, von vielen Eltern kommt positives Feedback, das Interesse nimmt zu. Wir treffen gleichgesinnte Eltern, denen die Bindung zum Kind auch sehr wichtig ist. Das tut einfach gut.

Wie genau ist es organisiert? Habt ihr Angestellte für die Kinderbetreuung oder wechselt ihr euch ab?

Wir wechseln uns mit der Kinderbetreuung ab; es gibt keine Angestellten, wir bieten keine gewerbliche Kinderbetreuung an. Lediglich ehrenamtliche Helfer werden gesucht, die regelmäßig ein paar Stunden Zeit spenden wollen.

Welche Aufgaben und Kosten kommen auf Eltern zu, die bei euch mitmachen wollen?

Momentan liegt die monatliche Nutzungsgebühr bei 50,- EUR für einen ganzen Tag pro Woche. Bei 2 Tagen kostet es 100 EUR im Monat. Dazu kommt die Aufgabe, anteilig die Kinderbetreuung zu übernehmen.

Was passiert, wenn mal jemand ausfällt? Wie flexibel seid ihr da?

Da sind wir flexibel, geht gar nicht anders, passiert immer wieder. Wir kommunizieren vorher schon per sms oder whatsapp und klären das.

Wer nimmt das Angebot an? Überwiegend Mütter oder habt ihr auch Väter dabei? Welche Berufsgruppen sind vertreten?

Rockzipfel München - verschiedene Tätigkeiten an einem Tisch

Rockzipfel München – verschiedene Tätigkeiten an einem Tisch

7 Mütter, ein Vater bisher, wie oben schon angeführt. Unsere Eltern kommen aus unterschiedlichen Branchen:

  • 1 Mode-Designerin
  • 1 Angestellte von BMW
  • 1 Webdesignerin
  • 1 Studentin (Umwelttechnik, muss als nächstes ne Arbeit schreiben, danach zu ende studieren)
  • 2 Projektleiterinnen, die aber noch in Elternzeit sind
  • 1 Anwalt / Projektleiter
  • 1 Projekt-Assistentin

Danke Dir Regina für das Interview und den Einblick in den Rockzipfel München!

Was sagt ihr: Ist das eine Betreuungsalternative, die für einen von euch in Frage kommt?

Interview: Väter und Vereinbarkeit

Das Interview zu Feminismus und Mutterschaft  von glücklichscheitern hat uns dazu inspiriert.Viele Mütter haben sich dort geäußert, von ihren Ideen und Auffassungen über Feminismus und Mutterschaft gesprieben. Und die Väter, was ist mit denen? Halter ihr Männer euch raus – ist Feminismus überhaupt ein Thema für den modernen Mann von heute?

Nur möchten wir gerne die Väter fragen

  • Wie viele Kinder hast du?
  • In welchem Bereich bist du tätig?
  • Wie siehst du dich als Vater?
  • Was bedeutet Vereinbarkeit für dich?
  • Hast du Elternzeit genommen? Wenn ja, wie lange? Welche Erfahrungen hast du gemacht?
  • Welche Rolle möchtest du im Leben deiner Kinder spielen?
  • Wie stellst du dir deine Partnerschaft in Bezug auf die Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit vor?
  • Wie sieht die Realität aus?
  • Was würdest du dir von deinem Arbeitgeber/der Politik/der Gesellschaft wünschen?

Wir sind gespannt auf eure Antworten auf euren Blogs, in unseren Kommentaren oder per Mail an kontakt@vereinbarkeitsblog.de. Auch gerne bei Twitter unter #stillendeVaeter


 

Bernd hat unsere Fragen für sich beantwortet. Hier gehts zu seinem Blog und dem Beitrag: Papabraegel. Danke dafür!

Interview: Mutterschaft und Feminismus

Die Melanie vom Gluecklich scheitern Blog ruft zur Interviewreihe auf. Naja, das passt ja zum Thema. Dann legen wir mal los …

Das Thema Feminismus steht bei uns auf dem endlosen Zettel der „müssen wir mal was zu schreiben“ Dinge. Entwürfe gibt es schon ein paar, sogar auf der Facebookpage gab es eine kurze, knappe Diskussion zum Thema: „Was ist Feminismus für euch?“ Gut, dass Melanie das Thema auch aufgreift – das gibt auch für uns neue Impulse.