#BlogLeseLiebe: fuckermothers

„Was liest du denn da?“ fragte ein Kollege, der mir in der Mittagspause über die Schulter guckte. Er klang leicht verschreckt. Dabei schaute ich nur gerade mal wieder auf einen meiner Lieblingsblogs: fuckermothers.

Fuckermothers – was ist das?

Fuckermothers ist ein feministischer Blog Und das ist auch genau der Grund, warum ich ihn gerne lese. Denn ich beschäftige mich viel mit feministischen Themen. Vor allem seit ich Mutter bin. Und bei fuckermothers finde ich dazu viele Informationen und interessante Perspektiven, denn die Verbindung von Feminismus und Mutterschaft ist das Kernthema des Blogs.

Fuckermothers hat das Ziel feministische Perspektiven auf Mutterschaft zu werfen, insbesondere auf das momentan in euroamerikanischen Gesellschaften herrschende Mutterschaftsideal. Dieses Ideal beruht vor allem auf Vorstellungen einer selbstlosen, aufopfernden Mutter, die das emotionale ‘Herz’ der Familie bildet, verheiratet ist, keinen Beruf ausser der Berufung zur Mutter hat und auch keine sexuellen Bedürfnisse besitzt. Dieses Ideal entstand geschichtlich in der bürgerlichen Schicht des 18. Jahrhunderts. Heute wird es noch um einige andere Elemente ergänzt: die heutige gute Mutter soll sich aufopferungsvoll um ihren Nachwuchs kümmern, gleichzeitig aber auch (in Maßen) eigene ‘Karriere’ machen, Sport treiben, Spaß haben und weiterhin schlank und attraktiv sein – eine Anforderung, die den Druck ins Maßlose steigen lässt. Parallel zu diesem ‘Feel-Good-Imperativ’ sind Frauen mit Kindern heute einem massiven Armutsrisiko ausgesetzt.

Fuckermothers möchte weder Mutterschaft noch Mütter abwerten – es geht darum, das gängige Ideal von Mutterschaft zu hinterfragen, und all die Ansprüche in Punkto Schwangerschaft, Geburt, Stillen, Kinderpflege und ‘korrekten’ Gefühlen,  die daran geknüpft sind. Um dieses Ideal zu verunsichern und destabilisieren, möchte  Fuckermothers die Perspektive, wie man/frau heute Mutter sein kann, erweitern und die Vielfalt an möglichen Lebens-, Körper- und Gefühlsentwürfen zeigen.

Diese Themen finde ich ebenfalls interessant und auch hier auf dem Blog sprechen wir einige davon an.

Aufmachung

Der Blog ist sehr übersichtlich und man kann sich anhand der Menüstruktur gut zurecht finden. Klickt man eine Kategorie an, bekommt man eine Übersicht über die Posts zum Thema, was hilft, auch ältere Beiträge wieder zu finden. Ansonsten gefällt mir die klare Schrift und Linie.

Lieblingsposts

Sehr interessant finde ich die Posts zur Geschichte des Feminismus, hier vor allem der zum Müttermanifest. Außerdem finde ich die gute Analyse zum Druck, nach der Geburt möglichst schnell wieder toll ausehen zu müssen sehr gut. Hier habe ich gelernt, was eine MILF ist und festgestellt, dass ich froh bin, das nicht eher gehört zu haben.

Fazit

Absolut lesenswerter, sehr informativer und kritischer Blog. Ein Muss in jeder Blogroll.


Inspired by Mama Notes. Mehr zur #BlogLeseLiebe gibt es hier.

Uta
Mutter von zwei, Lehrerin, Stadtmensch

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