Blogparade, Familienalltag, Organisation
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Auszeiten im Alltag – 3 Gedanken dazu

Neulich, bei einer Spielverabredung:

„Naja, du kannst dann ja wenigstens nachts arbeiten, wenn die Kinder schlafen, oder?“ .. „Ähh… ja, schon. Müde bin ich da aber auch, nach einem langen Tag…“ .. „Naja, dann legst du dich morgens wieder hin, oder?“

Und da musste ich schlucken. Ich lege mich nämlich NICHT morgens wieder hin, wenn ich nach einem 8h-Tag abends noch bis spät in die Nacht weiterarbeite. Stattdessen stehe ich auf, kümmere mich drum die Kinder in den Kindergarten zu bringen und sitze dann wieder am Rechner, um zu arbeiten. Wie das nun mal so ist mit Selbstständigen.

Birgit von Entspannt-wohnen.com rief eine kleine Blogparade ins Leben. Ein Weilchen musste ich darüber nachdenken, wie genau denn nun die Auszeiten aussehen, die ich mir ab und an gönne. Birgit fragte:

Wie sehen eure kleinen Auszeiten im Alltag aus?

  • Wie entspannt ihr im Alltag zwischendurch?
  • Gibt es eine spezielle Entspannungstechnik, die ihr anwendet?
  • Nehmt ihr euch auch größere Auszeiten?
  • Wie entspannt ihr zwischendurch im Büro?
  • Wie oft legt ihr solche Auszeiten ein?

Zwischendurch entspannen – aber richtig?

Tatsächlich neige ich dazu, einen Bildschirm mit einem anderen zu tauschen. Also vom Rechner an das iPad zu wechseln, wenn ich mich entspannen will. Auch wenn ich was „privates“ lese oder surfe – ich bleibe am Bildschirm kleben. Besonders erholt fühle ich mich aber nicht. Blöd eigentlich.

Wirksamer ist der obligatorische Kaffee oder ein Mittagessen in Ruhe, um richtig Pause zu machen. Das zubereiten, hinterher wieder aufräumen und paralleles Geschirrspüler-ausräumen und mal-eben-schnell Wäsche machen trübt das allerdings wieder. Ich muss mich derzeit wieder bewusst daran erinnern, eben „nur“ das Mittagessen zu machen. Am besten auf die Terrasse, im lauen Sommerschatten. Mit Musik. DAS wirkt!

Am Wochenende statt endloser Gartenarbeit doch eher mal eine Runde auf dem Rasen liegen und zugucken, wie die Bienen und Insekten durch meine wilde Gartenlandschaft düsen.

Sommerwiese

Größere Auszeiten gönne ich mir bewusst ab und an. Eins habe ich dabei festgestellt: Wenn ich es wirklich, wirklich dringend benötige, fällt mir diese Auszeit auch leicht. Dann lasse ich einen Tag lang den Rechner aus, packe das iPad weg und fahre irgendwohin. Schon der Monatseinkauf kann etwas von Ausspannen haben, wenn ich wochenlang in einem Projekt vergraben war.

Entspannungstechniken in Minimalfassung

Auf einer Fortbildung haben wir eine Liste von über 20 Entspannungstechniken erhalten. Keine Ahnung, wohin diese Liste verschwunden ist, aber wenigstens eine Technik ist mir gut genug im Kopf geblieben, dass ich sie ab und an verwende.

Schließ die Augen und wende dein Gesicht der Sonne (dem Fenster) zu. Bewege bei geschlossenen Augenlidern deine Augäpfel schnell von rechts nach links (5 Wiederholungen) und von oben nach unten (5 Wiederholungen).

Genau das richtige für Bildschirmarbeiter!

Überhaupt ist alles, was meinen Blick vom Bildschirm weg  auf Entferntes zieht, richtig. Weshalb in meinem Büro einige Bilder an den Wänden hängen*, um meinen Blick auch mal fortzulocken. Es heißt ja nicht umsonst, dass kreative Berufe auch eine inspirierende Umgebung brauchen.

Bilder im Büro

* Ja, oder stehen statt hängen. Die Künstlerin (meine Tochter) kann sich nicht so recht entscheiden, ob oder ob ich nicht dieses Werk verwenden darf in meinem Büro. Wir verhandeln noch….

Ich brauche das jedenfalls – und wechsle deshalb zwischen Büro, Terrasse, Esstisch und Couch. Dafür bin ich ja Freiberufler, um mir eben das frei auszusuchen.

Aussicht im Wohnzimmer

Und so ganz privat, am Wochenende und wenn die Kinder da sind: Immer mal zwischendurch kurz hinsetzen, Kaffee oder Tee trinken. Wenigstens eine Tassenlänge ist in der Regel drin, bevor ich loslaufe und weiter vorlese/spiele/aufräume/koche (hier endlose Liste weiterführen). Uta hat in ihren Achtsamkeitsübungen für den Alltag ein paar schöne Gedanken beschrieben, wir wir auch zwischendurch das Tempo aus dem Alltag nehmen und uns bewusst entspannen.

Und wie oft dürfen Auszeiten genommen werden?

Im Idealfall immer dann, wenn sie benötigt werden. Ich weiß, einige meiner Freundinnen und Bekannten haben klare „Dates mit sich selbst“ Einträge im Kalender, die strikt eingehalten werden. Bei mir funktioniert das … weniger. Ich halte mich einfach nicht dran. Und immer kann was dazwischen kommen: Kinder, Beruf, Familie – irgendwer drängelt sich immer dazwischen.

Wenn ich ärgerlich werde und nervig, wenn ich schnell aus der Haut fahre und Fehler sich einschleichen – genau dann brauche ich eine längere Pause. Wenn ich minutenlang auf den immer gleichen Satz starre, ist eine kleine Pause notwendig.

Übrigens: Manchmal fordert auch der Partner oder ein Kind (oder beide) dringendst nach Pause und Auszeit.

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